Mildes Wetter: Hasel- und Erlenpollen plagen Allergiker schon jetzt

Für Allergiker kommt die schlechte Nachricht in diesem Jahr besonders früh: Hasel- und Erlenpollen fliegen seit einigen Tagen durch die Luft und machen Menschen mit Allergie das Leben schwer. Zu allem Übel fallen die Reaktionen dieses Mal vergleichsweise heftig aus.

Alptraum eines Allergikers: Mildes Wetter läutet früh die Pollensaison ein Zur Großansicht
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Alptraum eines Allergikers: Mildes Wetter läutet früh die Pollensaison ein

Für Pollenallergiker hat die Leidenszeit wieder begonnen - in diesem Jahr außergewöhnlich früh: Nach Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Berlin fliegen seit einigen Tagen bereits Hasel- und Erlenpollen. Grund ist demnach das milde Klima der vergangenen Wochen.

Die Crux an der Sache: Zwar ist die Pollenzahl der ECARF zufolge zu Beginn der Saison noch gering, dennoch reagieren Allergiker vergleichsweise heftig darauf. Das hänge damit zusammen, dass sie über mehrere Monate keinen Kontakt mehr mit den Allergenen hatten und diese daher nicht mehr gewohnt seien, sagte ECARF-Experte Karl-Christian Bergmann. Außerdem könne die Nase durch vorausgegangene Infekte wie eine Grippe oder Erkältung empfindlicher sein als sonst.

Derzeit reichen dem Leiter der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) zufolge schon ein bis fünf Haselpollen pro Kubikmeter Luft, um erwachsenen Pollenallergikern zu schaffen zu machen. Später in der Saison würden erst fünf bis zehn Pollen pro Kubikmeter zu Symptomen führen. Bergmann rechnet für dieses Jahr mit einer größeren Allergenmenge als im vorigen Jahr.

Anzeichen für eine Allergie können Niesen, Nasenjucken, triefende Nase oder tränende Augen sein. Betroffene lassen das am besten vom Facharzt untersuchen. Wer mehr über das Verhältnis seiner Beschwerden zum Pollenflug in Deutschland wissen will, kann das kostenlose Pollentagebuch nutzen, das die PID im Internet zur Verfügung stellt.

cib/dpa

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1. Die Milch machts...
herrschmeisshirn 10.01.2013
...zumindest bei mir. Seit 30 Jahren habe ich mittelschwere Pollenallergie (Haselnuss, Erle usw.). Der früheste Saisonstart meiner Allergie war übrigens in einem Jahr mal Ende Dezember.... Seit 2 Jahren vermeide ich nun konsequent alle Milchprodukte. Seitdem habe ich Ruhe :-)
2. ...rein Interesse halber
SchwedenSkydiver 10.01.2013
Verehrte(r) "Herrschmeisshirn", jeder Mensch reagiert anders und für jeden funktionieren Dinge individuell....aber hier musste ich doch schmunzeln: Wo liegt denn der Zusammenhang zwischen Erle - Hasel - und Milch (?). Enthält Milch denn entsprechende Allergene oder reagieren Mastzellen anders, wenn Milch im Körper ist? Einfach die Milch weglassen würde nämlich dann wohl die Allergologie revolutionieren. Oder hast Du eine Unverträglichkeit in Sachen Milchprodukte? Freue mich auf mehr Information..... (nicht falsch verstehen, wenn es subjektiv funktioniert: gut! - würde es nur gern verstehen) Cheers!
3. .
herrschmeisshirn 10.01.2013
Ich schrieb ja als Einschränkung "zumindest bei mir" :-) Eine offensichtliche Allergie auf Milchprodukte habe ich nicht. Milch trinken und das Essen von Milchprodukten (Joghurt, Käse usw.) macht mir nichts. Intention zum Weglassen von Milch war nicht die Allergie, sondern das Nachdenken über den Umstand, dass jedes Säugetier eben nur im Säuglingsalter Milch erhält. Danach nie mehr. Im Vertrauen auf die Leistungsfähigkeit der Biologie im Allgemeinen sowie auf verschiedene Berichte bzgl. der Schädlichkeit von Milch (Artfremdheit von Kuhmilch und alle anderen Themen, z.B. Osteoporose) änderte ich meine Ernährung. Ernährung: Böse Milch? Gute Milch? | Wissen | ZEIT ONLINE (http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/01/Milch.xml) Ein halbes Jahr später blieb die Allergie aus und das fällt nach 30 Jahren nun wirklich auf. Eine 2. Änderung war damals die Korrektur des Vitamin D Spiegels. Was nun die Allergiereaktion positiv beeinflusste konnte ich noch nicht sagen. Als Test habe ich daher diesen Herbst/Winter Vitamin D NICHT substituiert und Anfang Januar den Vitamin D-Spiegel messen lassen. Er ist aktuell bei 11, also wieder niedrig wie all die Jahre zuvor auch.
4. Danke.
SchwedenSkydiver 10.01.2013
...und eine hoffentlich glimpfliche Saison.
5. Seit sechs Jahren nahezu beschwerdefrei
bambata 10.01.2013
Ich hatte früher eine fast unerträgliche Allergie gegen mehrere Pollenarten. Die Symptome waren teilweise so massiv, dass ich mich tagelang nicht vor die Tür wagen konnte und mich bei geschlossenen Fenstern (selbst bei höheren Temperaturen) in meiner Wohnung verschanzen musste. Teilweise habe ich wähernd der Hauptpollenflugzeiten bis zu 25-30 mal am Stück explosionsartig niesen müssen, die Augen trieften bis zum Gehtnichtmehr, das unvermeidlich Augenreiben führte vom Jucken zu tiefroten, stechend schmerzenden Augen, die Nasenlöcher waren unablässig dicht, usw. Seit ich seit nunmehr 7 Jahren wieder einen Hund halte, sind die Symptome im ersten Frühjahr/Sommer der Hundehaltung regelrecht auf Knopfdruck verschwunden (hatte den Hund im Herbst aus einem Tierheim übernommen). Im ersten Jahr dachte ich noch an verminderten Pollenflug (obwohl die Pollenflug-Tabellen anderes sagten), im zweiten Jahr fing ich langsam an, einen Zusammenhang zur Gegenwart des Hundes herzustellen, der dann in den Folgejahren zu einer Art Gewissheit wurde. Einen Zufall möchte ich eher ausschließen, da der zeitliche Zusammenhang doch sehr prägnant war. Mittlerweile habe ich zu den Hauptpollenflugzeiten nahezu keinerlei Beschwerden mehr. Hin und wieder ein einzelner Nieser, keine juckenden Augen mehr - und das ganz ohne Medikamentengabe oder Desensibiliserung.
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Heuschnupfen
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Welche Beschwerden treten gegenwärtig auf oder hatten Sie in der Vergangenheit? Hierfür hilft ein ausführlicher Fragebogen.

Pricktest

Verschiedene Allergene werden in winzigen Mengen auf die Haut aufgetragen oder in die Haut gespritzt. Eine Hautrötung und eine Schwellung zeigen eine allergische Reaktion an.

Labortest

Es gibt verschiedene Bluttests zum Nachweis von Antikörpern. Mit dem RAST-Test können spezifische IgE-Antikörper gegen die jeweiligen Pollen nachgewiesen werden.

Provokationstest (eher selten)

Zur Sicherung der Diagnose kann ein Provokationstest durchgeführt werden, bei dem die verdächtigen Pollen zum Beispiel auf die Nasenschleimhaut aufgebracht werden, um die Symptome zu provozieren.
Therapie
Hyposensibilisierung:

- Langzeittherapie mit Spritzen. Beginn im Herbst, vier bis 16 Wochen lang wöchentliche Injektionen, danach drei Jahre lang monatliche Injektionen. Erfolgsquote: 60–90 Prozent. Achten Sie darauf, dass die von Ihrem Arzt verwendete Mischung eine gültige Zulassung hat:

Liste der zugelassenen SIT-Mischungen

- Langzeittherapie mit Tropfen (nur für Hasel-, Birken-, Erlen-, Gräserpollen) oder Tabletten (nur bei Gräserpollen möglich). Tägliche Tropfen- oder Tabletteneinnahme erforderlich, drei Jahre lang. Erfordert hohe Disziplin des Patienten. Erfolgsquote 40 bis 80 Prozent.
Medikamente
- Antihistamine (z.B. Loratadin, Ceterizin als Tabletten, Nasenspray, Augentropfen – rezeptfrei)

- Mastzellstabilisatoren (z.B. Cromoglicinsäure als Tabletten, Nasenspray, Augentropfen – rezeptfrei)

- Kortison (Tabletten oder Nasenspray – rezeptpflichtig)

Was zahlt die Kasse?
Die meisten Antiallergika sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und werden daher generell nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt (mit Ausnahme für Kinder bis zum 12. Lebensjahr). Einzige Ausnahme: Nur in schweren Fällen von Heuschnupfen, wenn eine Behandlung mit Cortison-Nasenspray nicht ausreicht, übernimmt die Kassen die Kosten für nicht rezeptpflichtige Präparate. Verschreibungspflichtige Antiallergika hingegen werden von den Kassen bezahlt.

Die Hyposensibilisierung ist eine Kassenleistung.

Ob Akupunktur gegen Heuschnupfen hilft, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Akupunktur-Behandlung nicht. Eine Sitzung kostet rund 30 bis 70 Euro.
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