Schutz vor Hautkrebs Deutsche geizen bei Sonnencreme

Gerade mal 2,10 Euro investiert der Durchschnittsdeutsche in Sonnencreme, nur alle zwei Jahre gibt es eine neue Tube. Dabei geht es um den Schutz vor Hautkrebs. Diese vier Regeln sollten Sie kennen.

Sonnencreme auf Fuß
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Sonnencreme auf Fuß


Trotz aller Warnungen vor Hautkrebs: Beim Kauf von Sonnencreme halten sich die Verbraucher in Deutschland zurück. Gerade einmal 40,5 Millionen Packungen Sonnencreme wurden im vergangenen Jahr im Lebensmittelhandel und in Drogeriemärkten abgesetzt, wie eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Nielsen zeigt.

"Im Schnitt kauft jeder Deutsche alle zwei Jahre neue Sonnencreme", fasst Nielsen-Mitarbeiter Enrico Krien das Ergebnis zusammen. Die Pro-Kopf-Ausgaben für den Sonnenschutz waren mit 2,10 Euro innerhalb eines Jahres denn auch überschaubar.

Dennoch sieht Krien die Zahlen positiv. Im Vergleich zum Vorjahr bedeuten sie immerhin ein Plus von acht Prozent. "Daraus lässt sich schließen, dass die Verbraucher beim Thema Sonnenschutz immer bewusster werden", meint er.

Regeln fürs richtige Eincremen: Viel hilft viel

Mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Außerdem lässt die Sonne die Haut vorzeitig altern, Falten entstehen. Damit es nicht so weit kommt, gibt es beim Cremen mehrere Punkte zu beachten:

  • Der richtige Lichtschutzfaktor: Experten empfehlen Kindern einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30, Jugendlichen und Erwachsenen wird mindestens 20 empfohlen.
  • Nachhaltigkeit zahlt sich aus: Auch wenn es nervt: Einmal eincremen reicht nicht aus. Vor allem nach dem Baden oder starkem Schwitzen sollte nachgecremt werden - auch sonst raten Experten alle zwei bis drei Stunden zu einer neuen Schutzschicht. Dadurch lässt sich die Schutzwirkung zwar nicht verlängern, aber immerhin erhalten.
  • Viel hilft viel: Wer Sonnencreme richtig auftragen möchte, sollte auf keinen Fall geizen. Allein fürs Gesicht planen Experten mit einem gestrichenen Teelöffel Creme, das entspricht rund fünf Gramm.
  • Das richtige Timing: Bei Cremes mit chemischen Filtern raten Experten dazu, den Schutz schon rund 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufzutragen. Sonnenmittel mit mineralischen Filtern wirken hingegen direkt. Um was für ein Produkt es sich handelt, steht in der Regel auf der Tube.

Sonnencreme muss nicht teuer sein

Insgesamt bezahlten die Menschen in Deutschland 2017 etwas mehr für ihren Hautschutz als in den Jahren zuvor. Der Durchschnittspreis für Sonnenpflegeprodukte stieg binnen eines Jahres von 3,52 Euro auf 3,74 Euro, ein Plus von rund 6 Prozent. Ein Grund dafür könnte das Interesse vieler Konsumenten an innovativen Produkten sein. "Die Verbraucher probieren gerne Neues aus", berichtet Krien. Das gelte etwa für Sonnenschutz zum Aufsprühen, mit Anti-Aging-Effekt oder Produkte für spezielle Hauttypen.

Eine gute Sonnencreme muss trotzdem nicht teuer sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest immer wieder. 2017 etwa schnitten 18 von 19 Produkten mit "gut" oder "sehr gut" ab. Der Preis sage nichts über die Qualität aus, berichteten die Prüfer damals. Die günstigsten Produkte waren schon ab 1,20 Euro je 100 Milliliter zu haben, die teuersten lagen bei bis zu 20 Euro für die gleiche Menge. Kritik gab es jedoch bei allen Mitteln im Hinblick auf die Wasserfestigkeit. Auf die entsprechenden Versprechen könnten sich die Verbraucher nicht verlassen, so die Experten.

irb/dpa

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insgesamt 53 Beiträge
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Seite 1
cvdheyden 21.05.2018
1. Wundert mich nicht
Die Deutschen geben natürlich wenig für Sonnencreme aus. Das Geld steckt doch in den Autos. Aber die Stimmung scheint ja zu kippen und nachdem man dann doch ein paar mal beim Hautarzt war, tut sich vielleicht was.
peter-11 21.05.2018
2. und ...
Vitamin D Mangel fest gestellt hat. Man sollte nicht alles so absolut sehen, auf die jeweilige Dosis kommt es an.
Jasro 21.05.2018
3. Die Kehrseite von zu viel Sonnenschutz: Vitami-D-Mangel
Ja, Sonnenschutz ist wichtig. Aber der kann bei Übertreibung auch eine Kehrseite haben, nämlich, dass die Haut daran gehindert wird, Vitamin D zu bilden. Wenn man keine Vitamin-D-Pillen oder - Präparate zu sich nimmt, dann ist i.d.R. die Sonneneinstrahlung auf die Haut die einzige Möglichkeit für den armen, von Vitamin-D-Mangel geplagten Organismus, eventuell zumindest zu ein wenig Vitamin D zu kommen. So ist das ja von der Natur eigentlich auch vorgesehen. Wenn man seinem Körper diese Möglichkeit auf Vitamin D durch Sonnenlicht auch noch nimmt, dann kann das langfristig gravierende gesundheitliche Folgen haben.
mariuscaesar 21.05.2018
4.
Gute Sonnencreme muss zwar nicht teuer sein wenn man den Schutzfaktor betrachtet. Allerdings sind die teureren Cremes meist praktischer, sie schmieren nicht so und ziehen viel schneller ein. Ich mag es nicht wenn die Hände derart verschmiert ist das man kein Buch in die Hand nehmen kann. Für das Gesicht muss ich eine parfumfreie spezielle Creme nehmen die entsprechend sehr teuer ist, aber hier reicht selbst in tropischen Gebieten einmal Eincremen täglich mit Lsf 50+. Die Kollegen fragen dann immer warum ich nicht so braun im Gesicht bin ;)
fcb-front 21.05.2018
5. Wundert mich nicht
Bei dem Sommer in den letzten Jahren in Deutschland benötigte ich an keinem Tag Sonnencreme. Und nicht jeder kann in den Urlaub fliegen.
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