Arzneipflanzen-Quartett Zocken Sie mit Johanniskraut

Kamille, Rhabarber, Hopfen und Weide: Eine Mehrzahl der Deutschen schwört auf die Wirkung von Heilpflanzen. Wie groß sind die Anbaugebiete? Welche Bestandteile werden genutzt, welche Leiden sollen sie lindern? Antworten gibt das große Arzneipflanzen-Quartett.

Johanniskraut: Extrakte sollen leichte depressive Verstimmungen lindern
AP

Johanniskraut: Extrakte sollen leichte depressive Verstimmungen lindern

Von und (Grafik)


Schon die Neandertaler nutzten sie: Arzneipflanzen haben eine lange Tradition in der Geschichte des Menschen. Bereits vor mehreren zehntausend Jahren speisten unsere ausgestorbenen Verwandten Kamille und Schafgarbe. Die pure Freude am Essen kann sie dabei kaum geleitet haben, beide Kräuter schmecken bitter. Wie Wissenschaftler vermuten, handelte es sich stattdessen wahrscheinlich um eine frühe Form der Medizin.

Noch heute vertrauen viele Menschen auf pflanzliche Arzneimittel. Laut einer Umfrage geben 86 Prozent der deutschen Eltern ihren Kindern pflanzliche Medikamente, am häufigsten verwenden sie demnach Mittel mit Kamille, Fenchel und Eukalyptus.

Im Quartett können Sie mit 32 der traditionellen Pflanzen zocken: Welche Pflanzen werden besonders häufig in der Phytotherapie, welche in der Homöopathie eingesetzt? Übertrumpfen Sie den Computer mit der Größe der Anbaufläche. Oder schätzen Sie, welche der Pflanzen am häufigsten in wissenschaftlichen Studien auftauchen.

Die Spielkategorien:

  • Phytopharmaka: Pflanzliche Arzneimittel, die lange erprobt wurden, können als traditionelle Arzneimittel registriert werden. Ist dies nicht der Fall, benötigen die Mittel eine Zulassung. Dann müssen die Hersteller die angegebene Wirkung, die Qualität und die gesundheitliche Unbedenklichkeit nachweisen. Die Daten im Quartett basieren, wie auch die Angaben zur Anzahl homöopathischer und anthroposophischer Mittel, auf Informationsmaterial der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

  • Homöopathie und Anthroposophie: Diese Kategorie beschreibt die Zahl der homöopathischen und anthroposophischen Mittel in Deutschland, die Bestandteile der Pflanze enthalten. Diese alternativen Arzneimittel werden größtenteils nicht zugelassen, sondern nur ohne ein Anwendungsgebiet registriert. Bei der Homöopathie ist das zum Beispiel der Fall, wenn die Inhaltsstoffe extrem verdünnt sind. Ein Nachweis der Wirksamkeit ist dann nicht erforderlich.

  • Die Behandlungsgebiete: Pflanzliche Arzneimittel behandeln keine lebensbedrohlichen Krankheiten, sondern eher Volksleiden wie Schlafstörungen, Erkältungen oder Magenprobleme. Diese Kategorie sagt aus, bei wie vielen verschiedenen Krankheiten Mittel der Pflanze zum Einsatz kommen. Folgende Anwendungsgebiete wurden in die Auswertung mit einbezogen: Nerven, Leber und Galle, Grippaler Infekt, Magen und Darm, Herz und Kreislauf, Rheuma, Nieren und Harnwege, Geschlechtsorgane und Haut (Quelle: FNR).

  • Die verwendbaren Pflanzenteile: Bei manchen Pflanzen werden nur die Wurzeln verwertet, bei anderen Blätter und Blüten, bei wieder anderen Früchte, das ätherische Öl oder das gesamte Kraut - also alle oberirdischen Bestandteile der Pflanze. Die Spielkategorie gibt an, wie viele verschiedene Teile der Pflanze verwertet werden. Wird bei einer Pflanze für ein Krankheitsbild das Blatt, für ein anderes das ganze Kraut genutzt, zählt dies doppelt (Quelle: FNR).

  • Der Wissenschaftsfaktor: Manche Arzneipflanzen schafften es deutlich häufiger in Labore und Studien mit Patienten als andere. Die Werte in der Kategorie "Wissenschaftsfaktor" beruhen auf einer Suche des gängigen englischen oder lateinischen Namens der Heilpflanze in "PubMed", der internationalen Datenbank für naturwissenschaftliche und medizinische Literatur.

Spielanleitung:

Das Quartett besteht aus 32 Karten mit jeweils einer Heilpflanze. Nach dem Mischen sehen Sie die oberste Karte und treten gegen den Computer an. Wählen Sie eine Kategorie aus, mit der Sie zu gewinnen glauben - je höher der Wert, desto besser. Nach dem Klick wird die Karte des Computers aufgedeckt. Weist Ihre Karte einen höheren Wert auf, kommt diese gemeinsam mit der Karte des Computers in Ihren Stapel.

Gewinnt der Computer, kommen beide Karten in seinen Stapel. Bei einem Unentschieden werden beide Karten auf einem separaten Stapel gesammelt. Das Spiel endet, wenn Sie oder der Computer alle Karten haben. Falls Sie mehr über Pflanze, Behandlungsgebiete und verwendete Pflanzenteile erfahren wollen, klicken Sie auf das rote i-Symbol.

insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Der Emigrant 12.11.2013
1. Strafbare Informationen
Mit Artikeln wie diesem wird sich der Spiegel demnächst strafbar machen. Die EU plant ein Gesetz, nach dem nicht nur alternative Heilmethoden (Pflanzen, Vitamine usw.) verboten werden, sondern auch keine Informationen über die Heilwirkung verbreitet werden dürfen. "Pflaumen wirken abführend" ist dann ein Straftatbestand. Wer es nicht glaubt, hier kann man die Hintergründe sehen und auch eine Petition unterzeichnen, um den Wahnsinn zu stoppen. Muss aber schnell gehen: http://www.fid-gesundheitswissen.de/spezial/talk/pet_13_33/index.html?ehkzneu=GNL5434
paoloDeG 12.11.2013
2. Pflanzen fürs Leben!
Pflanzen können nicht nur die ganze Menschheit ernähren sondern viele Leiden heilen! Pflanzen fürs Leben sturieren ist eine lebensrettende Wiessenschaft für die ganze Menschheit! Pflanzen sind viel wichtiger und lebensnötiger als man denkt! Aus Planzen bekommt man auch saubere erneuerbare Energie für die ganze Menschheit! Man sollte ein Fach in der Universität haben die mit dem Studium über Pflanzen sich bescheftigt und daraus eine Wissenschaft mit viele Branchen entwickelt!
chilipalmer1911 12.11.2013
3. 32 Karten ?
Ich zähle hier nur 21 Karten. Oder wo verstecken sich die anderen K.?
cassandros 12.11.2013
4. Da man sollte, hat man.
Zitat von paoloDeGPflanzen können nicht nur die ganze Menschheit ernähren sondern viele Leiden heilen! Pflanzen fürs Leben sturieren ist eine lebensrettende Wiessenschaft für die ganze Menschheit! Pflanzen sind viel wichtiger und lebensnötiger als man denkt! Aus Planzen bekommt man auch saubere erneuerbare Energie für die ganze Menschheit! Man sollte ein Fach in der Universität haben die mit dem Studium über Pflanzen sich bescheftigt und daraus eine Wissenschaft mit viele Branchen entwickelt!
Eine gute Idee! Übrigens hatte die schon jemand vor dir. Das Fach an der Universität heißt "Botanik", zu Deutsch "Pflanzenkunde". An der Universität gibt es das Fach seit dem 18. Jahrhundert. Daraus hat sich eine Wissenschaft mit vielen "Branchen" entwickelt: - die Heilpflanzenkunde heißt "pharmazeutische Biologie" und ist ein Pflichtfach des Pharmaziestudiums. - die Forstwissenschaft befasst sich mit dem Anbau von Bäumen im Wald. Sie ist ein eigenes Studienfach. - der Gartenbau befasst sich mit dem Anbau aller Arten von Pflanzen. Er ist ein eigenes Studienfach. - der Landbau befasst sich mit dem Feldanbau von Nutzpflanzen. Er ist ein Pflichtfach für Studenten der Agrikultur. Reicht das? Oder fehlt etwas?
Hajojunge 12.11.2013
5. Aufpassen beim Johanniskraut
Pflanzliche Arzneimittel sind keineswegs nur harmlos und gesund. Johanniskraut hat die fatale Eigenschaft, den Abbau vieler Medikamente zu verzögern, was de facto zu deren Überdosierung führen kann. Auch die Aufnahme mancher Wirkstoffe kann behindert werden. Auf alle Fälle sollten zwischen der Einnahme von Johanniskraut und anderer Mittel mindestens 4 Stunden liegen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.