Weltgesundheitsorganisation 328 Millionen Menschen haben chronische Hepatitis

Etwa 1,3 Millionen Todesfälle in nur einem Jahr - die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor den Folgen einer Hepatitis-Infektion. Oft wird die Krankheit viel zu spät entdeckt.

Hepatitis-B-Viren im Blut (Illustration)
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Hepatitis-B-Viren im Blut (Illustration)


Rund 257 Millionen Menschen sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit chronischer Hepatitis B infiziert, weitere 71 Millionen mit chronischer Hepatitis C. Aber nur ein Bruchteil von ihnen weiß das. "Hepatitis stellt ein bedeutendes weltweites Gesundheitsproblem dar", sagt Gottfried Hirnschall, der Leiter des WHO-Hepatitis-Programms. "Wenn die Menschen nicht behandelt werden, sind sie in Lebensgefahr."

Hepatitis gilt als stille Infektion, die oft spät bemerkt wird. Verursacht wird sie von Viren. Die chronische Leberentzündung kann schwere Folgekrankheiten wie Leberzirrhose oder Leberkrebs auslösen.

1,3 Millionen Todesfälle in einem Jahr

Die WHO hat nun erstmals Zahlen für Regionen veröffentlicht, um ihre Fortschritte im Kampf gegen die Krankheit messen zu können. Die Organisation konzentriert sich in ihrem Bericht auf die chronische Hepatitis B (HBV) und Hepatitis C (HCV), weil diese beiden Infektionen 96 Prozent der Todesfälle ausmachen. 2015 starben 1,3 Millionen Menschen an den Folgen dieser Infektionen.

Nach Hirnschalls Angaben kann die Epidemie gestoppt werden. Gegen Hepatitis B gebe es eine erfolgreiche Impfung, gegen Hepatitis C eine dreimonatige Behandlung, die Infizierte heile. Bei Hepatitis B sei eine lebenslange Behandlung nötig.

Eine Herausforderung sei es, die Menschen überhaupt zu erreichen. Derzeit erhalten dem Bericht zufolge weniger als zehn Prozent der Betroffenen, die eine Diagnose haben, Medikamente. Und oft bleibt die Krankheit jahrelang unerkannt.

Hepatitis B wird in vielen Fällen von der Mutter auf das Kind übertragen. Auch eine Ansteckung durch Sexualkontakte ist möglich. Sehr häufig kommt die Krankheit in Südostasien und Australien vor, aber auch in Afrika.

Bei Hepatitis C erfolgt die Ansteckung über Blut und andere Körperflüssigkeiten. Drogensüchtige, die ihre Nadeln untereinander austauschen, sind vergleichsweise häufig betroffen.

Die WHO hat bis zum Jahr 2030 das Ziel ausgegeben, dass 90 Prozent der Weltbevölkerung auf Hepatitis getestet und 80 Prozent der Infizierten behandelt werden.

wbr/dpa/AFP

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