Körpertemperatur Anti-Schweiß-Strategien für heiße Tage

Bei dem einen rinnt der Schweiß schnell, bei dem anderen sind auch 30 Grad kaum ein Problem: Jeder Mensch schwitzt anders - das körperliche Kühlsystem lässt sich kaum beeinflussen. Ein paar Strategien aber gibt es doch.

Kühles Plantschbecken: Auf jeden Fall immer eine gute Methode gegen Schwitzen
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Kühles Plantschbecken: Auf jeden Fall immer eine gute Methode gegen Schwitzen


An den Schläfen rinnt das Wasser, unter den Ärmeln bilden sich nasse Flecken, unangenehmer Geruch macht sich breit: Von diesen Nachteilen heißer Tage bleibt kaum jemand verschont. Zwar kühlt es sich im Norden bereits langsam ab, aber im Süden und Osten Deutschlands liegen die Temperaturen noch bei rund 30 Grad Celsius. Da sind Anti-Schweiß-Strategien gefragt.

Schwitzen ist für den menschlichen Körper lebenswichtig. "Der Schweiß arbeitet wie eine Klimaanlage, die den Körper über Verdunstungskälte vor Überhitzung schützt", sagt Christian Raulin vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). Dieses Kühlsystem springt an, sobald die Körperkerntemperatur von 37 Grad überschritten wird.

Der wichtigste Wärmesensor liegt im sogenannten Sonnengeflecht direkt neben dem Magen. "Wenn dieser und andere Sensoren "zu warm" angezeigt und ein entsprechendes Signal ans Gehirn gefunkt haben, schwitzt man erst mal los", sagt Christoph Schick vom Deutschen Hyperhidrosezentrum (DHHZ) in München.

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Hitze: So bleibt der Körper kühl
In der menschlichen Haut gibt es zwei Arten von Schweißdrüsen. Über die gesamte Oberfläche verteilt finden sich etwa zwei bis drei Millionen sogenannte ekkrine Schweißdrüsen. "Sie sind in hoher Dichte an Händen, Füßen und Achseln vorhanden und produzieren ein wässriges, elektrolytreiches Sekret", sagt Raulin. Dieses ist wesentlich für die Temperaturregulation verantwortlich.

Vorwiegend in den Achselhöhlen, im Genital- und Analbereich liegen daneben die apokrinen Schweißdrüsen. "Ihr Sekret ist auch etwas anders zusammengesetzt: Es ist nährstoffreicher", sagt Lea Sophie Lukas von der Stiftung Warentest in Berlin. Diese Drüsen sind erst ab der Pubertät aktiv und an der Temperaturregulation nicht beteiligt. Ihre Aufgabe ist es, Duftstoffe abzugeben.

Beide Sekrete sind zunächst geruchsneutral. Doch das ändert sich schnell, wenn man verstärkt schwitzt. Überall dort, wo der Schweiß nicht abfließen oder abtrocknen kann - also vorrangig unter den Achseln und im Genitalbereich -, entsteht ein feucht-warmes Milieu. Darin fühlen sich Bakterien wohl. Und im Sekret der apokrinen Drüsen finden sie reichlich Nahrung. Sobald die Keime mit der Zersetzung des Sekrets beginnen, fängt das große Müffeln an.

Jeder Mensch schwitzt anders

Jeder Mensch schwitzt unterschiedlich. "Männer haben mehr Muskelmasse, produzieren dadurch mehr Wärme und schwitzen also auch mehr", sagt Schick. Bei manchen läuft das Wasser deutlich früher herunter als bei anderen - obwohl sie sich in der gleichen Umgebung befinden. "Vermutlich funktioniert die Steuerung der Schweißdrüsen unterschiedlich schnell." Zudem spielen erbliche Veranlagung, Hormone und Erkrankungen eine Rolle. Der spezifische Geruch wird auch durch die Zusammensetzung der Bakterien bestimmt. Das eigene Schwitzen kann man also nur begrenzt beeinflussen.

Eine Möglichkeit ist, kurze Erhitzungen zu vermeiden. "Auch wenn der Körper nur kurze Zeit erhitzt wurde, dauert es eine Weile, bis das Gehirn das Schwitzen wieder stoppt", sagt Schick. Also besser stramm in Richtung Bushaltestelle marschieren, als in letzter Sekunde einen Sprint hinzulegen. Und besser das Sakko ausziehen, bevor man in die Sommerhitze hinaustritt.

Der zweite Ansatzpunkt sei die Ernährung, sagt Warentesterin Lukas: "Scharf gewürzte Speisen, große, den Körper belastende Portionen, aber auch Kaffee und Alkohol können die Wärmeproduktion im Körper steigern." Und auch Stress kann ein kräftiger Schweißtreiber sein. Entspannung und Ruhe könnten dazu beitragen, dass Betroffene weniger schwitzen, sagt Lukas.

Auch die richtige Kleidung kann helfen. "In weiter, luftiger Kleidung schwitzt man zwar rein mengenmäßig nicht weniger, aber es kommt zu besserer Verdunstung auf der Haut", sagt Schick. Bezüglich der Materialien gebe es keine eindeutige Empfehlung, weil jeder unterschiedlich empfindlich sei für bestimmte Stoffe. "Im Sportbereich sind dünne, leichte Kunststoffmaterialien weit verbreitet. Doch die mag nicht jeder direkt auf der Haut."

Hautbakterien rückt man am besten mit Körperhygiene zu Leibe. "Dazu gehören regelmäßiges Wechseln und Waschen der Kleidung und Waschen mit warmem Wasser und einer milden Lotion oder Seife", sagt Lukas. Dabei ist aus Sicht von Schick festes Reiben wichtiger als die Seifenmenge: "Mit kleinen Kunststoffknäulen oder unechten Schwämmen erreicht man Ritzen und Falten am besten." Durch Rasieren der Achselhaare wird die Oberfläche verkleinert und den Bakterien Nährboden entzogen.

Nach dem Waschen kann ein Deodorant oder Antitranspirant verwendet werden. Beide enthalten Duftstoffe, mit denen der störende Schweißgeruch übertüncht wird, sowie Pflegestoffe für die Haut. Viele Produkte setzen auf Aluminiumchlorid. "Dieses Salz hat die Fähigkeit, die Schweißdrüsenausführungsgänge im Bereich der unteren und mittleren Hautschichten günstig zu beeinflussen", sagt Raulin. Kritiker der Aluminiumsalze befürchten, dass diese in den Körper gelangen und dort langfristig Schaden anrichten. Die wissenschaftliche Datenlage dazu aber ist widersprüchlich. Experten empfehlen, aluminiumhaltige Deos nicht so häufig zu verwenden oder darauf zu verzichten.

ALUMINIUM - FRAGEN AN DEN EXPERTEN

Eva Neumann, dpa

insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Kiste 11.06.2014
1. Binse
Tipps für Leute, die ihr bisheriges Leben alleine im Wald verbracht haben. Das scheint in letzter Zeit überhaupt die bevorzugte Gruppe zu sein, die SPON in seinen Artikeln zur Lebenshilfe ansprechen will.
heyder68 11.06.2014
2. Danke
Wusste bisher gar nicht dass waschen und Deo gegen stinken hilft
fatherted98 11.06.2014
3. Tip....
...gegen Schwitzen hilft nur Abkühlung. Nach einer Woche Thailand bei 41 Grad mit Schwerstarbeit in Garten und auf dem Hausdach kann ich nur empfehlen die Außenbereiche zu meiden und in gut klimatisierten Räumen zu verbleiben....sollte das nicht möglich sein, wird man der Schweiß-Falle nicht entkommen. Übrigens....Westernhagen hatte Recht...Dicke schwitze wirklich wie die Schweine...seitdem ich Übergewicht habe rinnt der Schweiß noch viel mehr als früher....also anders als im Artikel dargestellt....nur bei Muskelmasse schwitzt Mann mehr....auch bei Speckschicht ist mehr Schwitzen angesagt.
Bundeskanzler20XX 11.06.2014
4.
ein äußerst schwacher Artikel, Tipps wie überflüssige Kleidung ausziehen oder für einen ruhigeren Tagesablauf zu sorgen sind nicht wirklich hilfreich. "Nach dem Waschen kann ein Deodorant oder Antitranspirant verwendet werden. Beide enthalten Duftstoffe, mit denen der störende Schweißgeruch übertüncht wird, sowie Pflegestoffe für die Haut. Viele Produkte setzen auf Aluminiumchlorid. "Dieses Salz hat die Fähigkeit, die Schweißdrüsenausführungsgänge im Bereich der unteren und mittleren Hautschichten günstig zu beeinflussen", sagt Raulin. Kritiker der Aluminiumsalze befürchten, dass diese in den Körper gelangen und dort langfristig Schaden anrichten. Die wissenschaftliche Datenlage dazu aber ist widersprüchlich" "...günstig zu beeinflusen..." Was das wohl heißt.
Schalck 11.06.2014
5.
Zitat von sysopDPABei dem einen rinnt der Schweiß schnell, bei dem anderen sind auch 30 Grad kaum ein Problem: Jeder Mensch schwitzt anders - das körperliche Kühlsystem lässt sich kaum beeinflussen. Ein paar Strategien aber gibt es doch. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hitze-wie-man-uebermaessiges-schwitzen-verhindert-a-974463.html
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