Hitzewelle in Deutschland: Immer schön kühl bleiben

Eindeutig: Es ist eigentlich zu heiß, um sich überhaupt zu bewegen. Der Schweiß rinnt, das Herz wummert. Doch die Sonne lockt ins Freie, an Seen und in Parks. Ein paar Tricks können helfen, den Körper trotz Hitze kühl zu halten. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Abkühlung: Die Hitze macht dem Körper zu schaffen

Wie reagiert der Körper auf extreme Hitze?

Herz und Kreislauf müssen bei den hohen Temperaturen zusätzliche Arbeit leisten, um vor Überhitzung zu schützen. Dies funktioniert, indem der Körper Blut in Arme, Beine und die oberen Hautschichten umleitet und Wärme über die Haut abgibt. Dafür weitet er die Blutgefäße der Haut, der Blutdruck sinkt und der Kreislauf ist geschwächt.

Daneben versucht der Körper, sich durch Schwitzen herunterzukühlen. Besonders sensibel reagieren Menschen mit einem ohnehin geschwächten Kreislauf auf die Hitze, zu ihnen zählen chronisch Kranke, Übergewichtige, Ältere und Babys.

Wie viel sollte man trinken?

Viel! Durch Flüssigkeitsmangel riskiert man bei dem heißen Wetter einen Hitzekollaps, warnt der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe. Damit es nicht so weit kommt, sollte man zweieinhalb bis drei Liter pro Tag trinken. Gute Durstlöscher sind Mineralwasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen. Vorsicht bei eiskalten Getränken: Sie können Magenbeschwerden verursachen. Außerdem muss der Körper mehr arbeiten, um sie zu erwärmen.

Menschen, die sich trotz der Hitze viel im Freien bewegen, sollten darauf achten, dass sie einen hellgelben Urin haben. Dann ist der Körper genug mit Flüssigkeit versorgt.

Wie lässt sich der Körper am besten abkühlen?

Wieder hilft Flüssigkeit. Eiskaltes Duschen ist bei extremer Hitze jedoch keine gute Idee: Der Temperaturunterschied belastet den Kreislauf zusätzlich, außerdem aktiviert das frostige Wasser die körpereigene Heizung. Die Poren ziehen sich zwar erst zusammen, danach allerdings schwitze man umso mehr, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). Der Körper versuche so, den Kälteschock zu kompensieren. An heißen Tagen ist eine lauwarme oder auch leicht kühle Dusche deshalb die bessere Wahl.

Auch beim Baden im Schwimmbad, in Seen, dem Meer oder anderen Gewässern ist es wichtig, den erhitzten Körper vorsichtig an das kalte Wasser zu gewöhnen. Die Wasserwacht Bayern empfiehlt, zunächst Hände und Füße ins Wasser zu halten. Dann erst sollte der restliche Körper folgen. Sonst droht im aller, aller, aller schlimmsten Fall ein Herzinfarkt.

Wer keine Bademöglichkeit hat, kann sich auch Hände, Nacken und Gesicht immer wieder mit kaltem Wasser waschen. Ein weiterer Trick ist, sich nach dem Duschen oder dem Baden nicht komplett abzutrocknen. Das verdunstende Wasser kühlt den Körper zusätzlich. Außerdem empfiehlt es sich, immer mal wieder für ein paar Minuten die Beine hochzulegen. Das entlastet die Gefäße und bewahrt vor angeschwollenen Beinen oder Füßen.

Welche Tricks helfen, auch bei Hitze zu schlafen?

Heiße Tage können anstrengend sein. Nach Fahrradtour, Schwimmen und Grillvergnügen wirkt das Bett abends zwar extrem verlockend. Doch kaum liegt man, beginnt das Wälzen im eigenen Schweiß. Experten empfehlen Menschen mit Einschlafproblemen, vor dem Zubettgehen lauwarm zu duschen - und sich ebenfalls nur nachlässig abzutrocknen.

Zusätzlich hilfreich ist ein leichter, luftiger Schlafanzug aus Naturfasern oder Baumwolle. Er nimmt den Schweiß auf, der sich nachts immerhin auf einen halben Liter summieren kann. Auch tagsüber eignet sich helle, luftige Kleidung aus Baumwolle und anderen Naturfasern am besten.

Wie machen sich ernsthafte gesundheitliche Folgen der Hitze bemerkbar?

Ein steifer Nacken, Übelkeit, Kopfschmerzen und ein rotes Gesicht sind Anzeichen für einen Sonnenstich. Zum Teil kann noch eine leichte Benommenheit hinzukommen. Dann gibt es keine Wahl: Man sollte so schnell wie möglich die Sonne verlassen. Schatten, feuchte Lappen und ein kühles Getränk zählen zu den besten Sofortmaßnahmen, sagt Hans Anton Adams von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

Vor allem Kopf und Nacken sollten mit feuchten Tüchern versorgt werden. Von Eispackungen rät Adams allerdings ab, weil der große Temperaturunterschied den Kreislauf zu stark belastet. Aus diesem Grund sollte der Betroffene auch nur ein kühles, aber kein eiskaltes Getränk zu sich nehmen. Fühlt man sich danach nicht besser, sollte man am besten zum Arzt gehen.

Bei einem Hitzeschlag hingegen, sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Er unterscheidet sich durch Krämpfe, trockene Haut, Benommenheit und fallenden Blutdruck von einem Sonnenstich. Außerdem sei die Haut rot, werde dann aber immer blasser, heißt es bei der Apothekenkammer Niedersachsen.

Die Körpertemperatur übersteigt bei einen Hitzeschlag 39 Grad. Bis der Notarzt eintrifft, sollten Ersthelfer enge Kleidung lockern und den Betroffenen an einen vor der Sonne geschützten Platz bringen. Außerdem ist es hilfreich, den Oberkörper, solange der Betroffene bei Bewusstsein ist, höher als die Beine zu lagern. Wer sie beherrscht, kann den Betroffenen auch in die stabile Seitenlage bringen.

Wie kann man Sonnenstich und Hitzeschlag vermeiden?

Ganz einfach und eigentlich allgemein bekannt: Mittagshitze meiden, den Kopf mit einer Kappe oder einem Sonnenhut bedecken und luftige Kleidung tragen. Auch ausgiebiges Trinken (Alkohol ist kontraproduktiv) hilft, ernste Folgen der Hitze zu umgehen.

irb/AFP/dpa

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insgesamt 58 Beiträge
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    Seite 1    
1. sehr nett, nur
christiewarwel 28.07.2013
das Trinken ist so eine Sache für sich -wir verlieren nämlich nicht nur Wasser, sondern auch Salze beim Schwitzen. Daher ist reines Mineralwasser, zumal in großen Mengen, eine denkbar schlechte Empfehlung -25-50% Fruchtsaftschorle oder Hagebuttentee z.B. sind die bessere Wahl. Wer über seinen Durst hinaus Wasser trinkt, riskiert eine Überwässerung -der Körper kann den Elektrolythaushalt (Osmotischer Druck) in den Zellen nicht mehr regulieren!
2. Zusätzlich
Tharsonius 28.07.2013
empfiehlt es sich statt Süssigkeiten auf pikansteres umzusteigen wie Salzstangen oder Chips und auch Früchte, da diese salz und mineralhaltig sind und, wie der vorherige Beitrag richtigerweise anmerkte, genau diese Mineralien und Salze gehen uns bei dem derzeitigen Dauerschwitzen vermehrt verloren.
3. xxx
Sandrost 28.07.2013
Meine Güte, jetzt ist es einmal richtig heiß in D und da wird gleich ein Drama daraus gemacht. Heute Abend gibt es sogar einen Brennpunkt zu der "Wahnsinns-Katastrophe". Lächerlich. Genießt es, in ein paar Tage oder auch in zwei Wochen ist alles wieder vorbei. Der nächste Winter kommt bestimmt und zwei Monate Schnee ohne Ende sind wesentlich schllimmer als eine kurze Zeit knackige Hitze. Wir haben Sommer, ist doch schön.
4. Applaus
Gertrud Stamm-Holz 28.07.2013
Zitat von SandrostMeine Güte, jetzt ist es einmal richtig heiß in D und da wird gleich ein Drama daraus gemacht. Heute Abend gibt es sogar einen Brennpunkt zu der "Wahnsinns-Katastrophe". Lächerlich. Genießt es, in ein paar Tage oder auch in zwei Wochen ist alles wieder vorbei. Der nächste Winter kommt bestimmt und zwei Monate Schnee ohne Ende sind wesentlich schllimmer als eine kurze Zeit knackige Hitze. Wir haben Sommer, ist doch schön.
Nur gut, dass Sie sich um einen Komplettüberblick bemühen und die Lage einschätzen können. Verschiedentlich geht es an die 40 Grad und das hat als andauernde Hitzeperiode Konsequenzen. Nicht für Sie persönlich (Sie haben Klima und sind Büro?) und auch nicht jetzt. In der Landwirtschaft stagniert das Wachstum der Früchte und an eine Ernte ist im steinharten und trockenen Boden nicht zu denken. Macht nix? Ist ja Sommer? Wer draussen arbeitet, der ist doppelt gestraft. Nachmittags wird jede Bewegung zur Qual, sind Maschinen noch mit im Einsatz und strahlen Wärme ab, man verkommt zum Grillhähnchen. Das tut der Gesundheit ausserordentlich gut und garantiert kippt da auch keiner aus den Schuhen oder erbricht sich. Da kann Flüssigkeit gekübelt werden wie man will. Das hilft auch nicht mehr.
5. Was denn nun ?
kritischerleser50 28.07.2013
Ich erinnere mich gut, dass noch vor wenigen Wochen überall über den kühlen Frühling geschimpft wurde. Und kaum wird es sommerlich, stöhnen wieder fast alle über die Hitze. Ja es ist nun mal so: Im Sommer scheint Sonne, im Winter, da schneits (zum Leidwesen der Deutschen Bahn). Nur: Über solche Hitze können sich sicher diejenigen kaum freuen, die zur Zeit keinen Urlaub haben oder kein Rentner sind, und am Arbeitsplatz vor sich hinbrüten, sei es draussen (die Armen...) oder drinnen, wo die Unternehmen, wegen Gewinnmaximierung, an der Klimatisierung sparen. In unseren Büros haben die Kopierer und Drucker klimatisierte Räume - aber die Menschen sind nicht so wichtig.
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