Pilotprojekt Briten bieten HIV-Test im Supermarkt an

60-Sekunden-Schnell-Bluttest oder lieber einen Speicheltest? In Großbritannien soll man sich künftig im Supermarkt auf HIV testen lassen können. Ein regionales Pilotprojekt startet kommenden Montag.

HIV-Test für zu Hause: wurde in den USA 2012 von den Behörden zugelassen. In Großbritannien soll es HIV-Tests bald im Supermarkt geben
AP/ Orasure

HIV-Test für zu Hause: wurde in den USA 2012 von den Behörden zugelassen. In Großbritannien soll es HIV-Tests bald im Supermarkt geben


London - In Großbritannien wird geprüft, ob HIV-Tests künftig im Supermarkt angeboten werden können. Ab kommendem Montag bietet der Supermarkt Tesco in der Stadt Slough HIV-Tests an, wie die Hilfsorganisation TVPS mitteilt.

Kunden hätten die Wahl zwischen einem 60-Sekunden-Schnell-Bluttest und einem Speicheltest, dessen Ergebnisse nach 20 Minuten feststünden. "Wir haben schon einige Anmeldungen, die Leute gehen nicht so gern ins Krankenhaus", sagt Victoria Gibson von der Hilfsorganisation. Wenn der Versuch erfolgreich ist, soll er möglicherweise permanent weitergeführt werden.

Die Tests finden in einem Nebenraum des Supermarkts unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Thames Valley Positive Support (TVPS) ist der Test die zweitbeste Lösung nach einem Bluttest. Der Supermarkt-Versuch sei Teil eines Projektes in der Region, in der die Gesundheitsbehörden eine überdurchschnittliche Quote an HIV-Positiven festgestellt hatten.

Tests fanden unter anderem bereits in Bibliotheken und Diskotheken statt. "Es sind Menschen aus allen möglichen gesellschaftlichen Ecken, die sich testen lassen", sagte Gibson. Viele Paare kämen am Anfang einer neuen Beziehung - und keineswegs nur Homosexuelle.

In den USA ist bereits seit 2012 ein Schnelltest auf dem Markt, den Menschen zu Hause durchführen können. In Deutschland ist der Verkauf von HIV-Schnelltests an Privatpersonen nicht erlaubt. Beratungsstellen der Gesundheitsämter führen den Test jedoch kostenlos und anonym durch. Ebenso darf der Hausarzt ihn auf Kosten der Krankenkasse durchführen.

wbr/dpa



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gribofsky 19.05.2014
1. Nur ein Gegenargument
Also mir fällt nur ein Gegenargument ein. Nämlich das der Kunde mit dem Ergebniss allein gelassen wird und so niemanden hat an den er sich wenden kann. Ansonsten bin ich absolut dafür das der Verkauf europaweit erlaubt wird. In Österreich konnte man 2005 bei "Billa" für 300€ einen Vaterschaftstest kaufen. Weiß nicht ob es den immer noch gibt, aber ich bin zu 100% für mehr Selbstbestimmung und Anonymität der Kunden.
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