HIV Uno hält Ende der Aids-Epidemie für möglich

1,5 Millionen Menschen sind 2013 an den Folgen von Aids gestorben. Dennoch sieht die Uno große Fortschritte im Kampf gegen HIV: Weltweit ist die Zahl der Neuinfektionen gesunken. In einigen Ländern aber ist die Lage weiterhin kritisch.

Eine Freiwillige bastelt Aids-Schleifen (Archivbild): Weltweit sind 35 Millionen Menschen HIV-positiv
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Eine Freiwillige bastelt Aids-Schleifen (Archivbild): Weltweit sind 35 Millionen Menschen HIV-positiv


Genf - 2013 waren weltweit insgesamt 35 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Dennoch sind die Vereinten Nationen optimistisch, dass der Erreger zurückgedrängt werden kann. "Ein Ende dieser Epidemie ist möglich", sagte der Direktor des Uno-Programms zur Aids-Bekämpfung (Unaids), Michel Sidibé, am Mittwoch. Allerdings sei die Schlacht noch nicht gewonnen.

Laut dem in Genf vorgestellten Unaids-Bericht fiel die Zahl der Aids-Toten allein von 2012 bis 2013 um 200.000 auf 1,5 Millionen. Mit einem Minus von 35 Prozent war dies der deutlichste Rückgang seit dem Höhepunkt der Epidemie in den Jahren 2004 und 2005 - damals starben 2,4 Millionen Menschen jährlich an der Immunschwächekrankheit. Zudem sei die Zahl der Neuinfektionen von 3,4 Millionen im Jahr 2001 auf 2,1 Millionen im vergangenen Jahr gefallen.

Besonders erfolgreich ist laut dem Bericht das Eindämmen der HIV-Übertragung von Mutter zu Kind. Zwar haben sich schätzungsweise 240.000 Neugeborene im Jahr 2013 bei ihrer Mutter angsteckt. Doch im Jahr 2002 waren es noch 580.000. Seit 2009 habe man mehr als 900.000 Neu-Infektionen verhindert, indem HIV-positive Schwangere antiretrovirale Medikamente eingenommen haben, teilt Unaids mit.

Afrika ist weiterhin am stärksten von der Epidemie betroffen. Dort gab es 2013 insgesamt 1,1 Millionen Aids-Tote, 1,5 Millionen Neuinfektionen und 24,7 Millionen Infizierte. Während dort besonders Südafrika und Nigeria betroffen sind, bereiteten in Asien vor allem Indien und Indonesien Sorge.

Zahl der HIV-Infektionen weltweit: Für Großansicht bitte klicken
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Weltweit erhielten laut dem Bericht 12,9 Millionen Infizierte Medikamente; 2009 waren dies lediglich 5,2 Millionen. Die Mittel zur Finanzierung von Anti-Aids-Programmen stiegen von 3,8 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) im Jahr 2002 auf 19,1 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Dies liegt jedoch deutlich unter den für 2015 angestrebten 22 bis 24 Milliarden Dollar.

Mehr als die Hälfte weiß nichts von der Infektion

Und: Laut Unaids wissen schätzungsweise 19 Millionen der 35 Millionen HIV-Positiven gar nicht, dass sie sich mit dem Virus angesteckt haben. Diese Lücke müsse geschlossen werden, damit die Betroffen schneller behandelt werden können. Nur die dauerhafte Einnahme von Medikamenten schützt HIV-Positive davor, dass die Viren mit der Zeit ihr Immunsystem so stark schwächen, dass Aids ausbricht.

Erst vor kurzem hat eine Hoffnung, eine bereits vorhandene HIV-Infektion dauerhaft einzudämmen, einen Dämpfer bekommen: Ein Kleinkind, das nach einer frühen Medikamentenbehandlung als "funktionell geheilt" galt, hat die HIV-Infektion doch nicht überstanden. Bei dem inzwischen fast vierjährigen Mädchen, das von der Mutter mit HIV angesteckt wurde, war die Virenzahl wieder so stark gestiegen, dass es erneut Medikamente einnehmen muss.

Und im Dezember 2013 berichteten Forscher: Bei zwei HIV-positive Männern, die mit einer Knochenmarksspende behandelt wurden, sank die Viruslast nur für einige Wochen rapide ab - anschließend war der Erreger wieder vermehrt nachweisbar, so dass beide Patienten wieder antiretrovirale Medikamente einnehmen mussten.

wbr/dpa/AFP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
dr.u. 16.07.2014
1. Traurig, aber wahr
Zitat von sysopREUTERS1,5 Millionen Menschen sind 2013 an den Folgen von Aids gestorben. Dennoch sieht die Uno große Fortschritte im Kampf gegen HIV: Weltweit ist die Zahl der Neuinfektionen gesunken. In einigen Ländern aber ist die Lage weiterhin kritisch. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hiv-uno-haelt-ende-der-aids-epidemie-fuer-moeglich-a-981268.html
Wenn Aids-Infizierte länger leben und seltener/später sterben, dann bleiben sie über einen längeren Zeitraum potentielle Infektionsquellen. Erst recht, wenn, wie im Artikel geschrieben, die Hälfte der Infizierten nicht von ihrer Infektion weiß (wei stellt man sowas eigentlich fest?). Die geringere und scheinbar nachlassende Lethalität von Aids ist genau der Grund,warum diese Krankheit nie wirkungsvoll zurück gedrängt werden kann (zusätzlich die lange Inkubationszeit und die nur begrenzten Therapiemöglichkleiten). Hinzu kommt zunehmend mangelnde Vorsicht und mangelnder persönlicher Schutz von pontentiell Betroffenen, da AIDS ja scheinbar doch nicht so schlimm ist, behandelt werden kann und man nicht gleich ein kurz- bis mittelfristiges Todesurteil mit der Diagnose in den Händne hält. Ebola z.B. hatt(e) bisher eine so hohe Todesrate und eine so kurze Inkubationszeit, dass kleinere Ausbrüche schnell eingedämmt werden konnten und versieggten.
neanderspezi 16.07.2014
2. Eine Erfolgsmeldung, die selbst 1,5 Millionen Tote zu relativieren versteht
Wenn über die Hälfte der Aids-Infizierten von ihrer Infektion nichts wissen, woher hat dann Unaids seine Schätzwerte für die Zahl der unerkannt Infizierten und die Zahl der Neuinfektionen für das Jahr 2013 her. Wurde nicht schon behauptet, dass Schätzen fehlen kann und je unsicherer Basiszahlen sind, desto höher kann der Schätzfehler ausfallen. Antiretrovirale Therapie hat vermutlich die Todesgefahr für Infizierte herabgesetzt, aber vermutlich nicht deren Infektionspotential für Partner ausgeräumt. Ein Ende der Aids-Pandemie oder etwas zurückhaltender, die Möglichkeit dazu herbeizufabulieren und gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass die Schlacht noch nicht gewonnen sei, ist so wertvoll wie der Hinweis, dass Wasser nass sei und eine Pandemie bei 1,5 Millionen Toten und geschätzt 35 Millionen HIV-Positiver im letzten Jahr leider noch nicht gänzlich überwunden sei. Ein Erfolgsgeblubber bezüglich Aids bei einem Etat von fast 20 Milliarden Dollar pro Jahr zur Finanzierung von Anti-Aids-Programmen ist zweifellos eine hochnotwendige Übung um eventuell eine Aufstockung des Etats zu erzielen, was einer Intensivierung der Aids-Bekämpfung zugute kommen könnte, wenn das Programm dazu die Weichen richtig zu stellen versteht.
datenleck 16.07.2014
3. In Afrika immer noch nach Bangui-Definition?
Solange in Afrika die Bangui-Definition angewandt wird, die gar nicht auf Antikörper untersucht, weigere ich mich, AIDS ernstzunehmen. Wissenschaft ist anders.
robeuten 16.07.2014
4.
Zitat von datenleckSolange in Afrika die Bangui-Definition angewandt wird, die gar nicht auf Antikörper untersucht, weigere ich mich, AIDS ernstzunehmen. Wissenschaft ist anders.
Was wollen Sie mit Ihrem seltsamen Kommentar sagen - das in Afrika viele Menschen, die die Bangui-Kriterien erfüllen, gar kein AIDS haben? Nun, dann sollten Sie aber auch erwähnen, daß die typischen anderen Ursachen für die in den Bangui-Kriterien erwähnten Symptome explizit ausgeschlossen sein müssen - s.z.B. hier: http://en.wikipedia.org/wiki/1985_World_Health_Organization_AIDS_surveillance_case_definition
7eggert 16.07.2014
5.
Zitat von dr.u.Wenn Aids-Infizierte länger leben und seltener/später sterben, dann bleiben sie über einen längeren Zeitraum potentielle Infektionsquellen. Erst recht, wenn, wie im Artikel geschrieben, die Hälfte der Infizierten nicht von ihrer Infektion weiß (wei stellt man sowas eigentlich fest?). Die geringere und scheinbar nachlassende Lethalität von Aids ist genau der Grund,warum diese Krankheit nie wirkungsvoll zurück gedrängt werden kann (zusätzlich die lange Inkubationszeit und die nur begrenzten Therapiemöglichkleiten). Hinzu kommt zunehmend mangelnde Vorsicht und mangelnder persönlicher Schutz von pontentiell Betroffenen, da AIDS ja scheinbar doch nicht so schlimm ist, behandelt werden kann und man nicht gleich ein kurz- bis mittelfristiges Todesurteil mit der Diagnose in den Händne hält. Ebola z.B. hatt(e) bisher eine so hohe Todesrate und eine so kurze Inkubationszeit, dass kleinere Ausbrüche schnell eingedämmt werden konnten und versieggten.
Ich kann Sie immerhin so weit beruhigen, daß wer wegen Aids behandelt wird, weiß, daß er Aids hat. (Die Zahl wird man wohl mit Stichproben und Hochrechnung ermitteln.)
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