Hochwasser in Bayern: Behörde warnt vor Bakterien in Badeseen

Nach dem Hochwasser drohen Risiken für die Gesundheit. In Bayern warnt das Gesundheitsamt, nicht in Badeseen in den Hochwassergebieten zu schwimmen. Gefahr könnte durch Kolibakterien drohen, die Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.

Campingplatz im Hochwasser: Vorsicht nach der Flut Zur Großansicht
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Campingplatz im Hochwasser: Vorsicht nach der Flut

Erlangen - Das bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) rät, nicht in den Badeseen der Hochwassergebiete zu schwimmen. Die Gefahren für die Gesundheit seien zu groß.

"Ich würde empfehlen, in den betroffenen Regionen noch nicht in den Seen zu baden", sagte LGL-Sprecherin Katrin Grimmer. Nach Starkregen und Hochwasser bestehe die Gefahr, dass von Äckern Gülle in die Seen geschwemmt werde. Kolibakterien könnten dann zu Magen-Darm-Erkrankungen führen. Anfällig seien besonders kleine Kinder und ältere Menschen. Auch Entzündungen an offenen Hautstellen sind denkbar.

Weitere Gefahren sieht Grimmer durch herumtreibende Gegenstände und Verunreinigungen durch Öl. Schwimmer sollten sich in jedem Fall vor dem Baden über die Wasserqualität informieren. Das LGL hält für Bayern eine entsprechende Online-Karte bereit.

Robert Koch-Institut: Keine Häufung von Infektionen

Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) hat bisher noch keinen Anhalt für ein gehäuftes Auftreten von Infektionskrankheiten in den Flutgebieten. Auch bei früheren Überschwemmungen in Deutschland hat es keine außergewöhnlichen Häufungen von Infektionen gegeben.

Das RKI rät, in den betroffenen Gebieten einige Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten, damit man sich zum Beispiel über mit Fäkalien kontaminiertem Wasser nicht mit Krankheiten wie Hepatitis A oder Magen-Darm-Infektionen ansteckt. Eine allgemeine Hepatitis A-Impfung wird derzeit allerdings nicht empfohlen, sie sollte nur bei besonderer Gefährdung erwogen werden, wenn zum Beispiel sauberes Trinkwasser nicht verfügbar ist.

Nach der Flut kommen hygienische Probleme auf die vom Hochwasser Betroffenen zu: Bei den Aufräumarbeiten droht Kontakt mit kontaminiertem Wasser. Auch das RKI rät deshalb davon ab, im Überschwemmungswasser zu baden - wozu auch die Badeseen gehören können. Kinder sollten nicht im Flutwasser spielen.

Händewaschen auch vor dem Rauchen

Die vom RKI empfohlenen Hygiene-Regeln sind einfach: Entscheidend ist die Händehygiene. Die Hände sollte man nicht nur vor dem Kochen oder dem Essen mit hygienisch einwandfreiem Wasser waschen, sondern zum Beispiel auch vor dem Rauchen.

Man sollte zudem nur unbedenkliche Lebensmittel essen und trinken. Über Probleme mit dem Trinkwasser informieren die Behörden vor Ort. Was einmal mit Überschwemmungswasser in Berührung gekommen ist, sollte nicht mehr verzehrt werden. Schwierig kann die Trinkwasserversorgung dort sein, wo Einzelbrunnen verwendet werden.

Im eigenen Garten sollte nach der Überschwemmung Wasser aus vom Hochwasser betroffenen Teichen und Bächen nicht zur Bewässerung von Gemüse, Früchten und Obst verwendet werden.

Wegen der erhöhten Verletzungsgefahr bei den Aufräumarbeiten empfiehlt das RKI außerdem, den Tetanus-Impfschutz zu überprüfen. Eine Auffrischimpfung wird Erwachsenen alle zehn Jahre empfohlen.

Karte

dba/mit Material von dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Das ist jetzt ein Witz, oder?
Barbara52 15.06.2013
1.)Jeder Betroffene kann sich gewiss denken, was da schwimmt, weil er das bestimmt auch riecht. und 2.)warte ich heute noch darauf, dass man von Seiten der Politiker den Konsumenten vor Pestiziden, Herbiziden in Lebensmittel und Kleidung- bis runter zu den Schuhen, Kleber in Formfleisch und was nicht noch alles warnt. Das liest sich ja gerade so, wie der Aufruf in Japan, die Radioaktivität ist mit gefüllten Wasserflaschen vor der Haustüre abzuhalten.
2. Haben die möchtegernklugen behörden
Bollerwuddn 17.06.2013
etwa einen Epidemologen konsultiert ? Wohl kaum, denn sonst hätte dieser ihnen beruhigend mitteilen könen, dass selbst in eingeschwemmten Seen eine bakterielle Versäuchung nach wenigen Tagen, wenn die Fluten sich abgesetzt und etwas geklärt haben, wie dies in den Seen rasch erkennbar ist, das UV- a und UV- b und what not den Bestand der hochgefährlichen, wie auch hochempfindlichen Colis und anderer krankheitserregender Mischpoke drastisch reduziert haben. Dazu komt, dass beim Seeschwimmen die Flüssigkeit nun nicht gerade literweise aufzunehmen ist ! Der Schwimmer halte also lediglich sein Maul geschlossen und alle diese Behördenwarnungen entlarven sich als vorlaute Panikmache........
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