Magen-Darm-Epidemie: Krankheitswelle ebbt offenbar ab

Essensausgabe in Schulmensa: Auslöser der Epidemie weiterhin unbekannt Zur Großansicht
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Essensausgabe in Schulmensa: Auslöser der Epidemie weiterhin unbekannt

Über 8000 Fälle des Brech-Durchfalls haben Mediziner bislang im Osten Deutschlands festgestellt. Der Auslöser ist nach wie vor nicht bekannt. Die Zahl der Neu-Infektionen geht zurück - das lässt Experten auf ein baldiges Ende der Krankheitswelle hoffen.

Berlin - Experten aus Bund und Ländern suchen mit Hochdruck nach dem Auslöser der massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen im Osten Deutschlands. Die Fachleute der "Task Force" kamen auch am Sonntag in Berlin zusammen, wie das Bundesministerium für Verbraucherschutz mitteilte. Die Experten werten Speisepläne aus Kantinen, Essensproben, Lieferwege und Laborergebnisse aus. In Sachsen und Thüringen wurde in einzelnen Fällen das hochansteckende Norovirus nachgewiesen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) waren bis Samstagnachmittag 8365 Erkrankungen in 342 Einrichtungen in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bekannt. Betroffen sind Schüler, Kindergartenkinder und auch einige Lehrer.

Der Höhepunkt der Erkrankungswelle scheint nach Einschätzung des Ministeriums und der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit aber überschritten. Die meisten Erkrankungen seien Mitte vergangener Woche gemeldet worden. Freitagnachmittag sei die Zahl der Nachmeldungen schon rückläufig gewesen. An diesem Sonntag werden keine eventuellen Neuerkrankungen erfasst. Die Behörden sind geschlossen, in Berlin und Brandenburg haben zudem die Herbstferien begonnen.

Am Montag will das Robert Koch-Institut einen neuen Lagebericht zur Epidemie veröffentlichen. Schon jetzt steht fest, dass es sich mit über 8000 Fällen um den bisher größten bekannten lebensmittelbedingten Ausbruch in Deutschland handelt. An der Übertragung des noch unbekannten Erregers über Schulessen und Kantinen gibt es offenbar keine Zweifel mehr.

Die Krankheitsverläufe seien bei den meisten Erkrankungsfällen kurz und unkompliziert, teilte das RKI mit. 23 Patienten mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Als mögliche Auslöser kommen neben Noroviren auch Bakterien in Frage, die Gifte produzieren, wie zum Beispiel Staphylococcus aureus, Bacillus cereus oder Clostridium perfringens.

hda/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
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1. kein Wunder
Betroffene_Mutter 30.09.2012
Wie soll es auch neu gemeldete erkrankte geben, wenn man uns so dermaßen im Regen stehen lässt. Also doch, es ist anstecken und ja, es sind diverse später noch krank, aber niemand weiß, wo melden. Mittwoch zu Donnerstag traf es die Große, aus ihrer Gruppe war Freitag kein Kind mehr da, was am Dienstag in der Kita gegessen hat. Die Nachbargruppe in der meine Kleine ist, hatte anderes Essen. Da war es Freitag noch etwas voller, aber in der Nacht von Freitag zu Samstag gings dann bei ihr und meinem Mann auch los. Also zwei eindeutig durch Ansteckung ausgelöste Neuinfektionen. Aber wo bitte sollen wir sie melden? Die Kita hat nicht mal überhaupt etwas von der aufgetretenen oder übermäßig gehäuften Erkrankung mitgeteilt! Die Stadt, die Träger ist, sagt auch nichts. Wenn das allen so geht, dann werden wohl auch keine Neuinfektionen gemeldet. Aber ob die Kinder Montag wieder zur Kita gehen können (denn nach 24 h spätestens waren sie ja wieder fit) und ob mein Mann zur Arbeit kann, weiß auch keiner. Es wird ja nicht gesagt, was es ist!
2. Nachmeldungen am Wochenende???
Steffen Simon 30.09.2012
Ich kann mich der betroffenen Mutter weitestgehend anschließen. Unser Sohn wurde am Donnerstag krank. Er besucht eine Kita in Freiberg/Sachsen. Mich hat es in der Nacht zum Samstag erwischt, meine Frau ca. 12 Stunden später. Wir haben das bisher nirgendwo gemeldet - wo denn auch. Wir werden Montag unseren Hausarzt kontaktieren. Noch etwas für die Statistik: Bei den uns bekannten Fällen trat vor allem Erbrechen sowie Fieber, aber kein Durchfall auf. Wie sind die Erfahrungen bei anderen bzgl. Ansteckung und Symptomen?
3. Gasblasen oder Ansteckung
hanfiey 30.09.2012
Halt, es wurde klar gesagt das es sich um den Noro-Virus handelt, der Meldepflichtig ist!.Jeder Arzt muss eine Erkrankung an das Amt weitermelden wenn der Virus nachgewiesen wurde. Da ist aber auch schon das Problem. Es werden meist keine Tests gemacht wenn der Verlauf milde ist. Ich bin von einem Ende der Infektion noch nicht überzeugt und denke das Dicke Ende kommt noch! Wer nach 24 Std. wieder zur Arbeit geht handelt grob fahrlässig und riskiert eine Folgeansteckung und eine Zunahme in der Firma, also Zuhause bleiben min. 3 Tage. Mit Gasblasen oder Geo Zeug hat das ganze so überhaupt nichts zu tun!. Es sind Viren!.
4.
mrsa 30.09.2012
Zitat von sysop...ich sag mal das einbringen von Gasen in die Erde sollte unterlassen. Ich weiß gar nicht ob das einbringen von Gasen nicht die Bimaterie verändert und das bei einen proletarisch gebildeteten Techniker, mit militanten Entscheidungen etwas zu radikal aggiert...
Beim Noro gast eher etwas anderes aus :-). @besorgte Mutter: melden muss Ihr Arzt den Norovirus, sobald ihm eine wirkliche Infektion bekannt ist. Häufig wird allerdings der Erreger nicht genauer bestimmt, da die Symptome nach 1-2 Tagen wieder verschwinden und viele Personen gar nicht erst zum Arzt gehen bzw. dieser nur eine einfache Krankschreibung attestiert. Medikamente dagegen gibt es nicht, das muss man einfach durchstehen. Nur bei drohender Dehydrierung von sehr kleinen und alten Patienten ist der Tropf im Krankenhaus zwecks Ausgleichs des Flüssigkeitsverlusts angezeigt. Meines Wissens sollte man die Arbeitsstelle bzw. Schule für zwei Tage nach Abklingen der Symptome meiden, da in dieser Zeit noch Viren ausgeschieden werden können (näheres weiß dann aber der Arzt).
5.
Betroffene_Mutter 30.09.2012
Zitat von Steffen SimonWir werden Montag unseren Hausarzt kontaktieren.
Das werden wir auch tun aber ob der das weiß, wie es nun weiter geht? Keine Ahnung. Hier war es wirklich Brech-Durchfall, zumindest bei uns komplett ohne Fieber. Teilweise erst Erbrechen und dann Durchfall, teilweise beides gleichzeitig. Und immer nachts und morgens war der Spuk vorbei (und das eine Kind durchgängig fit. Fand es schon sehr merkwürdig mir nachts während des Spuckens noch Geschichten erzählen zu lassen!
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