Hepatitis A und B Ehrenamtliche sollten sich impfen lassen

Wer freiwillig im Gesundheitswesen oder sozialen Einrichtungen tätig ist, sollte sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen. Anpassungen der Impfempfehlungen gibt es auch bei Tetanus und der Grippeimpfung für Kinder.

Frau beim Impfen (Archiv)
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Frau beim Impfen (Archiv)


Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren soll die Grippeschutzimpfung nicht mehr bevorzugt als Nasenspray verabreicht werden. Im Vergleich zu den normalen inaktivierten Grippeimpfstoffen sei in neueren Studien "keine überlegene Wirksamkeit" des Nasensprays mehr nachweisbar, teilte die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut in Berlin in ihren neuen Impfempfehlungen mit. Demnach können beide Methoden nun gleichermaßen verwendet werden.

Bereits in der vergangenen Grippesaison hatten die Experten ihre Empfehlung, kleinere Kinder, die etwa unter chronischen Krankheiten leiden, bevorzugt mit dem über die Nase zu gebenden Lebendimpfstoff zu versorgen, vorläufig ausgesetzt. Die Empfehlung wurde nun endgültig zurückgezogen. Experten zufolge sind der Oktober und der November die beste Zeit für die Grippeschutzimpfung.

Tetanus muss seltener Geimpft werden

Neue Impfempfehlungen gibt es auch zu Hepatitis A und B sowie zu Tetanus.

  • Die Impfung gegen Hepatitis A und B empfiehlt die Stiko nun auch ehrenamtlich tätigen Menschen, die einem ähnlich hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind wie bestimmte Berufsgruppen. Das gilt zum Beispiel für den Gesundheitsdienst und Menschen, die in Kitas, Behindertenwerkstätten und Flüchtlingsheimen arbeiten. Auch Auszubildende, Studierende und Praktikanten werden ausdrücklich genannt.
  • Eine Auffrischimpfung gegen Tetanus, den sogenannten Wundstarrkrampf, empfiehlt die Stiko bei geringfügigen, sauberen Wunden nur noch dann, wenn seit der letzten Impfung mehr als zehn Jahre vergangen sind. Damit wurde die Absenkung der Frist auf fünf Jahre wieder rückgängig gemacht.

Nicht in ihre Impfempfehlungen aufgenommen hat die Stiko eine vergleichsweise neue Impfung gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) bei Personen ab 50 Jahren. Sie ist seit 2013 auf dem Markt und soll durch das Virus verursachte Nervenschmerzen verhindern. Allerdings sinkt die Wirksamkeit der Impfung mit dem Alter der Patienten. Gleichzeitig nimmt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken und die Schwere der Infektion zu. Zudem sei die Schutzwirkung bislang nur für wenige Jahre belegt, argumentiert die Stiko.

Impfkalender im Überblick

Wer unsicher ist, ob sein Impfschutz auf dem aktuellen Stand ist, kann seinen Arzt kontaktieren. Einen Überblick bietet auch der Impfkalender der Stiko (hier). Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat die Empfehlungen für die Jahre 2016/2017 grafisch aufgearbeitet. Da die neuen Empfehlungen lediglich in Details abweichen, bietet das Schaubild ebenfalls einen Überblick.

BZgA

Seit 2016 stellt das Robert Koch-Institut zudem kostenlos eine Impf-App für Android und iOS bereit. Sie wurde eigentlich für Ärzte entwickelt, liefert aber auch interessierten Patienten Informationen. Dort stehen beispielsweise auch die Beipackzettel verschiedener Impfstoffe bereit.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, Kinder zwischen zwei und sechs Jahren sollten nicht mehr mithilfe von Nasenspray gegen Grippe geimpft werden. Das stimmt nicht. Die Nasensprayimpfung wird lediglich nicht mehr besser bewertet als die Injektion. Wir haben den Fehler korrigiert.

jme/AFP

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