Influenza: Grippewelle startet ungewöhnlich früh
In Deutschland beginnt die Grippesaison 2013 früher als erwartet: Wie das Robert Koch-Institut festgestellt hat, sind die Infektionszahlen schon vor Jahresbeginn angestiegen. Doch noch ist es nicht zu spät, sich vor der Influenza zu schützen.
Berlin - Der Kopf schmerzt, die Muskeln ziehen und die Nase schnieft: Die Grippewelle 2013 ereilt Deutschland früher, als erwartet. Normalerweise nimmt das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) erst im Januar oder Februar steigende Infektionszahlen wahr, doch bereits in den letzten Dezemberwochen des vergangenen Jahres stiegen die der RKI-Arbeitsgemeinschaft Influenza gemeldeten Fallzahlen an.
In den letzten beiden Meldewochen 2012 gab es bereits 388 im Labor bestätigte Fälle der echten Grippe, die vom Influenzavirus ausgelöst wird, hat das RKI mitgeteilt. Anders als ein meist harmloser Schnupfen kann die Influenza vor allem bei kranken, alten und sehr jungen Patienten schwer verlaufen, jedes Jahr sterben etwa 5000 bis 8000 Menschen an der Infektionskrankheit.
"Die ansteigenden Zahlen deuten auf den Beginn der Grippesaison hin", kommentierte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher die aktuellen Zahlen. Die Grippewellen verlaufen von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark. "Ob eine Grippewelle einen normalen oder schweren Verlauf nimmt, kann man aber nur sehr schwer vorhersagen", erklärte Glasmacher. "Das individuelle Risiko für eine schwere Erkrankung wird davon auch nicht beeinflusst."
Grippeimpfung auch jetzt noch sinnvoll
Vor der Influenza schützt eine Grippeimpfung, die das RKI besonders Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Erkrankung empfiehlt: Älteren über 60 Jahre, chronisch Kranken und Schwangeren. "Auch jetzt ist der Gang zum Arzt noch sinnvoll - allerdings dauert es nach der Spritze etwa zwei Wochen bis ein Schutz besteht", betonte Glasmacher.
In Halle in Sachsen-Anhalt gab es in der Vorweihnahtswoche zudem bereits über 60 Fälle des Influenza-Virus H1N1, einer sehr ansteckenden Variante des Erregers, die als "Schweinegrippe" bekannt wurde. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, mussten mehrere Patienten wegen der H1N1-Influenza in Kliniken behandelt werden. An welchem Virustyp ein grippekranker Patient genau erkrankt ist, kann nur durch eine Laboruntersuchung festgestellt werden.
Die steigende Zahl der echten Grippefälle passt dazu, dass allgemein die Erkältungsinfektionen in Deutschland zunehmen: Laut dem beim RKI angesiedelten GrippeWeb stieg die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester von zuvor 7,8 Prozent auf 8,3 Prozent einer regelmäßig befragten Personengruppe. Das GrippeWeb, das noch im Aufbau ist, erfasst wöchentlich, welcher Anteil der Gesamtbevölkerung an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankt ist, und wer von diesen Patienten sich vom Arzt behandeln lässt.
Das Grippevirus wird von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion übertragen. Typisch für eine Influenza ist der plötzliche Beginn mit schwerem Krankheitsgefühl und hohem Fieber. Mit ein paar einfachen Vorsichtmaßnahmen allerdings lässt sich eine Infektion vermeiden. So passieren etwa drei von vier Übertragungen des Virus im Haushalt. Sind Familienmitglieder erkrankt, hilft schon häufiges Lüften, um einen Teil der in der Luft wabernden Viren zu verbannen.
Hier erfahren Sie, wie Sie gut durch die beginnende Grippesaison 2013 kommen.
dba/dpa
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- Dienstag, 08.01.2013 – 11:30 Uhr
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1. Häufig die Hände waschen. Wasser und normale Seife reichen aus, spezielle antibakterielle Seife ist nicht notwendig.
2. Die Hände vom Gesicht fernhalten. Hat man einen mit dem Virus belasteten Gegenstand angefasst, ist das Risiko groß, sich zu infizieren, wenn man sich an die Nase oder den Mund fasst.
3. Während der Grippewelle Abstand zu anderen Personen halten, engen Kontakt vermeiden. Dazu zählt auch, anderen die Hand zu geben, sie zu küssen oder zu umarmen.
Quellen: Robert Koch-Institut, Gesundheitsinformation.de
1. Beim Niesen Nase und Mund bedecken, am besten in ein Papiertaschentuch oder den Ärmel niesen und husten, auf keinen Fall in die Hand!
2. Benutzte Taschentücher umgehend entsorgen, so dass sie andere Menschen möglichst nicht berühren können. Am besten Einwegtücher benutzen.
3. Häufig die Hände waschen, vor allem, nachdem man ein Taschentuch angefasst hat.
4. Enge Kontakte zu anderen Menschen möglichst vermeiden und mindestens zwei Meter Abstand halten. Dies gilt vor allem beim Kontakt mit Schwangeren, chronisch Kranken, Kindern und älteren Menschen.
5. In der akuten Erkrankungsphase möglichst zu Hause bleiben und regelmäßig lüften, damit der Körper frische Luft erhält und sich die Zahl der virusbelasteten feinen Tröpfchen in der Luft reduziert.
Quellen: Robert Koch-Institut, Gesundheitsinformation.de
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