Erste Bilanz 2016 Schwere Grippe trifft vor allem gesunde Erwachsene

In Deutschland steigt die Zahl der Grippefälle, wie jedes Jahr. Untypisch aber ist, wen es trifft: Vor allem gesunde Erwachsene liegen richtig flach. Grund dafür ist das Schweinegrippe-Virus.

Kranker Mann: Die echte Grippe beginnt meist abrupt mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber
Corbis

Kranker Mann: Die echte Grippe beginnt meist abrupt mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber


Die aktuelle Grippewelle trifft vor allem die, die eigentlich am besten vor der Krankheit geschützt sind: Menschen der mittleren Altersgruppen erkranken nach ersten Erkenntnissen deutlich häufiger und schwerer als in den Vorjahren.

Ursache ist wahrscheinlich die deutliche Dominanz eines erst seit 2009 zirkulierenden H1N1-Erregers. "Das Virus scheint auch bei jüngeren Erwachsenen und Personen ohne chronische Vorerkrankung mehr schwere Krankheitsverläufe zu verursachen als das A(H3N2)-Virus, das im Vorjahr verbreitet war", sagte die Influenzaexpertin des Robert Koch-Instituts (RKI) Silke Buda.

Schwere Verläufe seien dennoch relativ selten, und der Impfstoff passe bisher, so Buda. Ärzte müssten Patienten zwischen 15 und 59 nun verstärkt im Fokus haben.

Als Schweinegrippe bekannt

Auch international ist laut Buda vermehrt von schweren Influenza-Fällen auf Intensivstationen berichtet worden. In den näher bestimmten Fällen habe es sich vor allem um das H1N1-Virus gehandelt, das viele unter dem Namen Schweinegrippe kennen. Fachleute halten den Begriff für irreführend. H1N1 wird nicht vom Schwein, sondern von Mensch zu Mensch übertragen, zum Beispiel durch Tröpfchen beim Niesen oder Sprechen.

Der Vergleich: echte Grippe oder nur ein grippaler Infekt?
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Der Vergleich: echte Grippe oder nur ein grippaler Infekt?

Das H1N1-Virus ist für das Immunsystem des Menschen noch relativ neu, kursierte aber auch in den Vorjahren, betonte Buda. In der Saison 2014/2015 lag der Anteil an den Influenza-Infektionen bei 15 Prozent. In dieser Saison sind es bisher 70 Prozent. Das muss laut Buda nicht so bleiben. Möglicherweise verbreite sich die Influenza vom Typ B noch stärker, die bisher etwa 23 Prozent der Fälle ausmacht. "Bei Influenza B ist es häufig so, dass der Anteil im Verlauf der Saison noch ansteigt."

Ob das passiert, ist auch für die Passgenauigkeit der Grippe-Impfstoffe wichtig. Die aktuell zirkulierende B-Linie ist in den weit verbreiteten Dreifachimpfstoffen nicht enthalten. Sie sei aber auch nicht brandneu für die Bevölkerung, sagte Buda.

In der ersten Februarwoche wurden dem RKI insgesamt knapp 2400 Influenza-Fälle übermittelt, bei denen die Diagnose im Labor bestätigt wurde. Seit Oktober hat sich die Fallzahl auf rund 7300 summiert. Die Meldedaten spiegeln jedoch nur einen Bruchteil der tatsächlichen Erkrankungen wider, weil nicht alle Patienten mit Grippesymptomen auf Influenza getestet werden.

Die echte Grippe beginnt meist abrupt mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber, bevor Halsschmerzen oder Husten einsetzen. Unter anderem durch das hohe Fieber und eine starke Abgeschlagenheit lässt sich die echte Grippe von einem grippalen Infekt unterscheiden. Die Viren, die Influenza beim Menschen auslösen, verändern sich genetisch von Saison zu Saison.

Die am Robert Koch-Institut ansässige ständige Impfkommission rät vor allem kranken, sehr jungen und älteren Menschen zu einer Grippeimpfung. Dasselbe gilt für Personen, die etwa in einem Altersheim oder einer Arztpraxis arbeiten. Für den durchschnittlichen gesunden Erwachsenen hingegen wird die Impfung nicht ausdrücklich empfohlen, weil die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs eigentlich gering ist.

irb/dpa



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insgesamt 115 Beiträge
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tripelkonzert 11.02.2016
1. Impfempfehlung
Der letzte Paragraph ist irreführend. Die Impfung ist immer zu empfehlen, nicht zuletzt, um eine bessere Herdenimmunität zu erreichen.
zack34 11.02.2016
2. Mich (44) hat es auch erwischt, obwohl ich mich sogar impfen ließ
Der bisherige Verlauf war allerdings untypisch schnell und ohne wirklich schlimme Sympthome: OK, der Brummschädel und vollgestopfte Nasennebenhöhlen gehören dazu, trockener schmerzhafter Rachen und leichtes Fieber auch. Aber ich habe das alles schon mal in unvergleichbar schlimmerer Ausprägung erlebt gehabt. Aktuell kämpfe ich noch mit dem Rest, der sich hoffentlich nicht in der Lunge breit macht. Ich vermute, dass mir die Impfung doch geholfen hat.
eryx 11.02.2016
3.
Wie sieht es denn eigentlich mit dem Impfschutz der Leute aus, die sich damals bei all der Hysterie haben impfen lassen? So eine Information wäre doch mal nett.
hanfiey 11.02.2016
4. Schweinegrippe passt doch
Die Massentierhaltung mit Gen-Mais und Soja sowie die vielen Antibiotika bei den Tieren gehen an unserem Essen ja nicht Spurlos vorbei. Schon länger kann ich die Fleischzunahme bei jungen Menschen beobachten. Multi resistente Keime machen einen Verlauf der Grippe auch nicht einfacher. Die Natur rächt sich, deshalb passt Schweinegrippe bestens
globalundnichtanders 11.02.2016
5.
Zitat von hanfieyDie Massentierhaltung mit Gen-Mais und Soja sowie die vielen Antibiotika bei den Tieren gehen an unserem Essen ja nicht Spurlos vorbei. Schon länger kann ich die Fleischzunahme bei jungen Menschen beobachten. Multi resistente Keime machen einen Verlauf der Grippe auch nicht einfacher. Die Natur rächt sich, deshalb passt Schweinegrippe bestens
Was eine Fleischzunahme sein soll ist mir unklar. Multiresistente Keime und Grippe stehen allerdings in keinerlei Zusammenhang, dieses Internet kann Ihnen den Unterschied zwischen Bakterien und Viren sicher erklären.
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