Transplantationen Neues Gesetz soll Zahl der Organspenden steigern

In Deutschland werden sehr wenige Organe gespendet - das liegt vor allem an strukturellen Problemen in Kliniken. Ein Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministerium soll gegensteuern.

Behälter zum Transport von Organen
DPA

Behälter zum Transport von Organen


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Voraussetzungen in den Kliniken verbessern, damit in Deutschland mehr Organe gespendet werden. Dazu legte das Ministerium einen Gesetzentwurf vor, über den zuerst die "Rheinische Post" berichtete und der dem SPIEGEL vorliegt.

Spahn sagte am Freitag: "Wir müssen alles versuchen, dass die Zahl der Organtransplantationen wieder steigt." Immer mehr Menschen hätten zwar inzwischen einen Organspendeausweis. Doch den Krankenhäusern fehlten häufig Zeit und Geld, um Organspender zu identifizieren. Hier werde daher mit den Gesetzesplänen angesetzt.

Die Kernpunkte des Entwurfs:

  • Die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken sollen mehr Zeit für ihre Arbeit und intern eine stärkere Stellung erhalten.
  • Krankenhäuser sollen für Organspenden und für das Vorhalten der dafür nötigen Infrastruktur besser bezahlt werden.
  • Ein flächendeckendes Berichtssystem soll offenlegen, ob Kliniken die Chancen für Organspenden auch wahrnehmen.
  • Auch kleine Krankenhäuser sollen Organe bei Verstorbenen entnehmen können. Bei der Hirntod-Diagnostik sollen sie dazu durch einen bundesweiten beratenden neurologischen Bereitschaftsdienst unterstützt werden.

Die Zahl der Organspender in Deutschland hatte nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation im vergangenen Jahr mit 797 einen Tiefpunkt erreicht.

Vor Kurzem hatten Forscher im "Deutschen Ärzteblatt" berichtet, dass die Zahl der möglichen Organspender in Deutschland zwischen 2010 und 2015 sogar gestiegen war, während die Zahl der tatsächlichen Spenden sank. Zudem haben immer mehr Menschen einen Organspendeausweis.

wbr/dpa/AFP



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