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Weltgesundheitsorganisation: Kanada liefert experimentellen Ebola-Impfstoff

Am Montag will die kanadische Regierung einen experimentellen Impfstoff gegen Ebola an die Weltgesundheitsorganisation schicken. Drei Lieferungen sind geplant, es geht um 800 Fläschchen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf soll insgesamt 800 Einheiten eines experimentellen Ebola-Impfstoffs aus Kanada erhalten. Wie das kanadische Gesundheitsministerium mitteilte, soll die Lieferung am Montag starten. Welche der betroffenen Länder den experimentellen Ebola-Impfstoff dann erhalten, entscheidet die WHO in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gesundheitsbehörden.

Der experimentelle Impfstoff sei das Ergebnis zehnjähriger Forschung der kanadischen Regierung, berichtet das "National Journal". Erste Versuche mit Tieren seien vielversprechend. Bisher gibt es kein zugelassenes Medikament gegen Ebola.

Seit vergangener Woche wird der kanadische Impfstoff in den USA am Walter Reed Army Institute of Research klinisch getestet. Erste Ergebnisse werden im Dezember erwartet. Die weitere Entwicklung des Impfstoffs hat Kanada dem Unternehmen NewLink Genetics übertragen.

In Kanada gibt es bisher keine Fälle von Ebola. Zur Bekämpfung der Seuche in Westafrika hat das Land bisher mehr als 65 Millionen Dollar bereitgestellt, so das "National Journal". Die weiteren Entwicklung im Überblick:

  • Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier gestand gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" Versäumnisse ein. "Wir alle haben Ebola unterschätzt", so der Minister. Heute wissen man, dass mit jedem Tag ohne konsequentes Handeln die Gefahr steige, den Kampf gegen Ebola zu verlieren.
  • Die Bundesregierung lässt dem Bericht zufolge ein eigenes Flugzeug für den sicheren Transport von schwer erkrankten Ebola-Patienten entwickeln. An dem bisher geheim gehaltenen Projekt bei der Lufthansa werde mit Hochdruck gearbeitet. Bis Mitte November sollen mehrere speziell ausgerüstete Flugzeuge zur Verfügung stehen. Denn dann sollen die ersten freiwilligen Helfer aus Deutschland nach Westafrika aufbrechen.
  • Die demokratische Republik Kongo will mehr als 1000 Freiwillige auf einen Einsatz in den von Ebola betroffenen Ländern vorbereiten. Im Kongo hat es in den vergangenen vier Jahrzehnten sechs kleinere Ebola-Ausbrüche gegeben. Der Gesundheitsminister rief zu Solidarität unter den afrikanischen Staaten auf.
  • Kubas Ex-Präsident Fidel Castro hat den USA eine Zusammenarbeit im Kampf gegen die Ebola-Seuche angeboten. Eine Kooperation stünde im Zeichen des Weltfriedens, schrieb der 88-Jährige in einem am Samstag veröffentlichten Artikel der Parteizeitung "Granma". Kuba hat bereits 165 Ärzte und Pfleger nach Sierra Leone geschickt. Fast 300 weitere Mediziner sollen bald nach Liberia und Guinea reisen.
  • Fachleute aus rund 90 Ländern beraten ab Sonntag in Berlin beim World Health Summit über die Ebola-Epidemie. Zum bis Mittwoch dauernden Weltgesundheitsgipfel werden laut Auswärtigem Amt mehr als 1000 Teilnehmer erwartet. Am Montag ist ein Symposium zu Ebola geplant - unter anderem mit dem Sonderbeauftragten der Bundesregierung, Walter Lindner.
  • US-Präsident Barack Obama warnte seine Bürger vor Angst und Hysterie angesichts des Ebola-Ausbruchs in Westafrika. Von einem Reiseverbot in die betreffenenden Ländern hält er nichts. Eine Isolation würde das Problem nur weiter verschärfen.

An Ebola starben nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation bereits mehr als 4550 Menschen. Besonders betroffen sind die westafrikanischen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone. Insgesamt wurden laut WHO bislang mehr als 9200 Fälle in sieben Ländern festgestellt.

ore/dpa/AP/Reuters

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insgesamt 73 Beiträge
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1. Ebola-Mittel
spon_2545532 18.10.2014
Ich dachte, die USA haben da schon ein Mittel und vor allem die Patente drauf?
2. schau schau,
dashaarindersuppe 18.10.2014
Steinmeier lässt eigene Flugzeuge entwickeln, quasi mit der eingebauten ebola wegwerfwindel, oder ist das ganze flugzeug selber ein wegwerf flugzeug, eines für jeden patienten.... ? wir hams ja, gell....
3. wir haben saumäßig viel
logabjörk 18.10.2014
nur nicht für die eigenen Bürger. Logo. Jahrzehntelang geht das schon so.
4. Interessant.
schnabelnase 18.10.2014
Obama ist also der Meinung, dass ein Reiseverbot in die betroffenen Länder das Problem verschärfen würde. Vielleicht verschärft ja auch das Tragen von Schutzanzügen oder das Isolieren der Erkrankten das Problem.
5. die Katze aus dem Sack gelassen !!
hausierer 18.10.2014
Genau darum geht es und genau das ist es wovor die Schwarzafrikaner Angst haben und warum sie sich vor dem Roten Kreuz und anderen " Hilfsorganisationen " in Sicherheit bringen: " Experimentelle Impfstoffe "...man munkelt, daß gerade die " Impfungen " die Leute krank machen...aber vielleicht schaffen es ja die 3000 amerikanischen Soldaten die " Epedemie " in Afrika einzudämmen und die Betroffenen Personen vom Sinn dieser " Impfungen " zu überzeugen... wofür würde man sie denn sonst nach Afrika schicken ??? Die Amis haben sich schon immer rührend um das Wohl der Afrikaner gekümmert !!! Besonders um deren Gesundheit.....Oder ???
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