Schönheitschirurgie: Kinn-OPs sind neuer Trend in den USA

Von Alexandra Jane Oliver

Immer mehr Amerikaner lassen sich ein neues Profil verpassen: 2011 ist die Zahl der Kinn-Operationen in den USA rasant gestiegen. Vor allem Manager hoffen auf eine jugendliche Erscheinung, das Geschäftsführer-Kinn soll Macht und Stärke vermitteln.

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Doppelt gilt nicht: Immer mehr Amerikaner wollen ein starkes, straffes Kinn

Hamburg - Lizette Stephens ist Managerin eines Software-Konzerns. Sie muss in Videokonferenzen ständig mit Menschen aus aller Welt sprechen. "Dabei habe ich gemerkt, dass ich ein starkes Doppelkinn habe. Es hat mich wirklich gestört, ich musste etwas tun, um ein besseres Profil zu bekommen", erzählt sie. Ihre Lösung: Eine Kinn-Operation. Spezielle Implantate sollten ihrem Gesicht zu neuer Blüte verhelfen.

Bei Amerikanern wird dieser Eingriff immer beliebter. Das berichtet der US-Verband der Schönheitschirurgen (ASPS) am Montag. Demnach stieg in den USA die Zahl der Kinn-Korrekturen mit 71 Prozent noch stärker als die der Brust-OPs, des Fettabsaugens und der verabreichten Botox-Spritzen zusammen.

"Das Kinn und die Kieferlinie sind mit das erstes Zeichen des Alterns", sagt Verbandspräsident Malcolm Roth. Ihre jugendliche Erscheinung wollten viele Menschen wie die Managerin Stephens vor allem aufgrund der Videokonferenzen wiederherstellen. "Bei solchen Chats werden die Leute eher auf die Mankos aufmerksam. Kinn-Implantate können in solchen Fällen viel verändern", sagt er.

Starkes Kinn steht für Macht und Stärke

In der Tat gebe es ein bestimmtes Geschäftsführerprofil, behauptet der New Yorker Schönheitschirurg Darrick Antell. Unter seinen Kunden seien viele Manager, denen ein starkes und straffes Kinn als ein charakteristisches Zeichen von Macht und Stärke gelte. "Geschäftsführer sind häufig groß gewachsen, attraktiv und haben ein stark ausgeprägtes Kinn", erläutert Antell.

Deshalb brächten Menschen Dinge wie Autorität, Selbstbewusstsein und Vertrauenswürdigkeit auch ganz unbewusst mit einem starken Kinn in Verbindung. Auch laut Roth steht der Wunsch nach beruflichem Erfolg bei vielen Patienten weit oben auf der Motivationsliste.

Insgesamt haben sich 20.680 US-Amerikaner einer Kinn-OP unterzogen. 77 Prozent dieser Personen waren zwischen 40 und 54 Jahre alt. Männer schienen dabei etwas eitler zu sein als Frauen. Im Jahr 2011 ließen sich 10.593 operieren, bei den Frauen waren es 506 weniger, nämlich 10.087.

Auch andere Schönheitsoperationen stiegen ASPS zufolge im Jahr 2011 an. Die Zahl der Lippen- und Wangenimplantate stieg um 49 beziehungsweise 47 Prozent. Noch immer am häufigsten sehnen sich US-Amerikaner aber nach größeren, festeren oder kleineren Brüsten. Die Zahl der Brust-OPs stieg im Jahr 2011 um vier Prozent auf 307.000.

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