Knieschmerzen Gerissener Meniskus ist Beginn einer Arthrose

Ein Sturz beim Skifahren, ein unglücklicher Zusammenstoß mit einem anderen Sportler oder einfach nur Verschleiß: Meniskusrisse gehören zu den häufigsten Ursachen für Knieprobleme. Wer die Beschwerden ignoriert, schadet auf Dauer dem ganzen Knie.

Untersuchung: Bleibt ein Meniskusriss unbehandelt, verschleißt nach und nach das Kniegelenk
Corbis

Untersuchung: Bleibt ein Meniskusriss unbehandelt, verschleißt nach und nach das Kniegelenk


Manchmal reicht schon eine falsche Bewegung aus und der Meniskus reißt, Verletzungen der mondförmigen Knorpel gehören zu den häufigsten Ursachen von Knieproblemen. "Bei jüngeren Menschen treten Meniskusverletzungen meist unfallbedingt, zum Beispiel durch Sport- oder Verkehrsunfälle, auf", sagt Rainer Siebold, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Heidelberg. Im Alter können sie aber auch eine Folge von Verschleißerscheinungen sein.

Im menschlichen Kniegelenk finden sich jeweils zwei Menisken - der Innen- und der Außenmeniskus. Die mondförmigen Knorpel zwischen Ober- und Unterschenkel dienen als Stoßdämpfer, verteilen den Druck im Knie und passen die unterschiedlichen Strukturen des Ober- und Unterschenkels aneinander an. Dadurch schützen sie das Gelenk vor Verschleiß.

Bei Unfallverletzungen haben die Betroffenen oft unmittelbar Schmerzen im Kniegelenk. Ist der Meniskus zusätzlich teilweise abgerissen, kann das Gelenk blockieren. Das Knie lässt sich dann nicht mehr richtig beugen und strecken, zum Teil schwillt es außerdem an. Ein großes Risiko für Meniskusverletzungen bergen laut Siebold Sportarten mit gegnerischerem Einfluss. Auch häufige Stop-and-go-Bewegungen sowie Richtungswechsel wie beim Fußball, Handball, Basket- oder Volleyball oder Skifahren sind gefährlich.

Verschleiß oft schon bei 40-Jährigen

Nach Jahren und Jahrzehnten der Belastung verändern die einwirkenden Kräfte außerdem die Struktur der Knorpel. Dann kann es passieren, dass sich das Meniskusgewebe aufreibt und den Gelenkknorpel schädigt. "Viele Patienten verspüren Schmerzen beim Treppenheruntergehen, wenn sie in die Hocke gehen oder sich aus der tiefen Hocke aufrichten, meist an der Innenseite des Knies", sagt Thomas Pauly, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Rheumachirurgie am St.-Elisabeth-Hospital in Meerbusch (Nordrhein-Westfalen).

Durch Verschleiß verändert sich der Meniskus häufig schon mit 40 Jahren, manchmal auch früher. "Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt von der individuellen Beschaffenheit des Gewebes ab", sagt Pauly. Auch Übergewicht oder mangelnde Bewegung fördern den Verschleiß, ebenso Berufe, bei denen auf den Knien oder in der Hocke gearbeitet wird. Bei Vorschäden kann selbst einfaches Beugen oder ein leichteres Vertreten zum Einreißen des Meniskus und zu plötzlichen Schmerzen führen.

Nicht nur wegen der Schmerzen müssen Meniskusverletzungen unbedingt behandelt werden. "Ein eingerissener Meniskus ist immer der Beginn einer Arthrose, der fortschreitenden Zerstörung des Gelenks", sagt Pauly. Ist eine Verletzung die Ursache, kommt zumeist eine Operation in Betracht. Entweder kann der Riss genäht werden oder beschädigte Teile des Meniskus werden entfernt.

Operation: Nähen oder Teile entfernen?

Beide Operationen erfolgen in der Regel schonend mittels Gelenkspiegelung. Die Meniskusnaht ermöglicht einen vollständigen Erhalt des Meniskus - die Erfolgsaussichten sind langfristig am größten. Ob ein Riss genäht werden kann, hängt allerdings von Ort und Art der Verletzung, Alter, körperlicher Fitness der Patienten und weiteren Faktoren ab.

Werden Teile des Meniskus in kleinerem Umfang entfernt, kann der Patient das Knie oft schon kurz nach der Operation wieder voll belasten. Eine Meniskusnaht dagegen muss länger heilen und erfordert etwas mehr Geduld. In den ersten drei bis sechs Wochen sind Gehhilfen Pflicht, um das Kniegelenk zu entlasten.

Siebold rät jedoch dringend davon ab, sich allein wegen der schnelleren Wiedereinsatzfähigkeit für eine Teilentfernung zu entscheiden: "Ein Patient, der als Jugendlicher oder jüngerer Erwachsener schon einen Meniskusteilverlust hat, hat ein sehr hohes Risiko für eine spätere Arthrose", warnt der Kniespezialist.

Große Knorpelschäden: Operation nicht immer sinnvoll

Hat der Gelenkknorpel schon viel Schaden genommen, weil eine Meniskusverletzung nicht behandelt worden ist, kann es auch sein, dass eine Operation nichts mehr bringt. "Man würde dann mit Medikamenten und Physiotherapie versuchen, die Schmerzen in den Griff zu bekommen und einen künstlichen Gelenkersatz möglichst lange hinauszuzögern", sagt Pauly.

Auch um nach einer Operation wieder fit zu werden, ist mitunter zusätzlich Physiotherapie erforderlich. Sie werde in der Regel dann verordnet, wenn der Heilungsprozess von allein nicht optimal verläuft, erklärt Sascha Knappe, niedergelassener Physiotherapeut und Reha-Trainer beim Fußball-Regionalligisten VfB Lübeck.

Wichtig sei, die von Ärzten und Therapeuten festgelegten Zeiten für Schonung und Entlastung konsequent einzuhalten. "Wenn etwas heilen soll, braucht es auch Ruhe", sagt Knappe. Häufig hätten Patienten aber den Anspruch, genauso schnell wieder fit zu sein, wie sie es von Leistungssportlern kennen. "Allein die körperlichen Voraussetzungen hinsichtlich Lymphabfluss, Durchblutung und gelenkstabilisierender Muskulatur beim Leistungssportler sind aber ganz andere", sagt der Sporttherapeut.

Von Claudia Urban, dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
Alukappe 06.02.2014
1. Bloß nichts entfernen lassen
Im jugendlichen Eifer ist man schnell dabei, einer Teil-Resektion zuzustimmen (ich wurde das mit etwa 20 direkt auf dem OP-Tisch unter Sedierung gefragt und habe, nachdem das bei dem Knie schon der wiederholte Meniskusriß war, einfach keine Lust auf OPs mehr gehabt und zugestimmt). Und nun, etwa 30 Jahre später kann man das Knie wegwerfen. Das übriggebliebene Viertel des Meniskus kann ein Knie eben nicht lange halten. Somit bleibt jetzt nur Humpeln und mit Einschränkung und Schmerzen leben bis es ohne künstliches Gelenk nicht mehr geht. Daher mein Rat: nicht leichtsinnig einer Entfernung zuzustimmen.
renegat51 06.02.2014
2. mondförmig?
Die Menisken sind sichelförmig. Der Mond hingegen hat in etwa Kugelform.
robeuten 06.02.2014
3.
Zitat von AlukappeIm jugendlichen Eifer ist man schnell dabei, einer Teil-Resektion zuzustimmen (ich wurde das mit etwa 20 direkt auf dem OP-Tisch unter Sedierung gefragt und habe, nachdem das bei dem Knie schon der wiederholte Meniskusriß war, einfach keine Lust auf OPs mehr gehabt und zugestimmt). Und nun, etwa 30 Jahre später kann man das Knie wegwerfen. Das übriggebliebene Viertel des Meniskus kann ein Knie eben nicht lange halten. Somit bleibt jetzt nur Humpeln und mit Einschränkung und Schmerzen leben bis es ohne künstliches Gelenk nicht mehr geht. Daher mein Rat: nicht leichtsinnig einer Entfernung zuzustimmen.
Hallo, es tut mir leid, daß Sie solche Probleme haben - umgekehrt gibt es Fälle, wo es nur mit Teilmeniskektomie geht - ich konnte überhaupt nicht mehr laufen, 2006 Teilmeniskektomie, und seitdem - zumindest auf der Seite ;-) - keinerlei Beschwerden - das rechte Knie muß dann wohl auch irgendwann 'ran...
Leser161 06.02.2014
4. Wenn mir nichts weh tut bin ich tot
Wenn mir nichts weh tut bin ich tot - sprich wenn ich mit jedem Schmerz den ich mal irgendwo hab zum Arzt gehen würde hätte ich viel zu tun. Bzw. wenn man noch drüber nachdenken kann ob man mit einem Wehwehchen zum Arzt soll oder nicht, dann hat man auch nichts. Wenn man was hat, dann tuts so weh, das man direkt zum Arzt flitzt. Von daher - reine Panikmache....
wasilis 06.02.2014
5. optional
Leider ist der Artikel grottenschlecht!!! Eine vor wenigen Wochen erschienen Publikation im new england journal of medicin zeigte deutlich dass eine Operation bei degenerativen Meniskusschaden KEINEN Vorteil bring (ausser einen wirtschaftlichen für den Operateur). Auch andere Veröffentloichungen zeigten keinen Vorteil. Was soll den diese OP Werbund denn sein??
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