Tödliches Virus Kongo meldet neue Ebola-Fälle

Erst vor einer Woche erklärte der Kongo, das Land sei nach dem letzten Ausbruch frei von Ebola. Jetzt gibt es neue Fälle der gefährlichen Infektionskrankheit. Die Quelle für das Fieber ist unklar.

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in Mbandaka (Archivbild)
DPA

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in Mbandaka (Archivbild)


Im Nordosten des Kongos gibt es neue Fälle des gefährlichen und hoch ansteckenden Ebola-Fiebers. Von sechs analysierten Blutproben von Erkrankten aus der Region um die Stadt Beni sei das Ebolavirus in vier Fällen nachgewiesen worden, sagte das Gesundheitsministerium in Kinshasa am Mittwoch.

Örtliche Behördenvertreter hatten am Wochenende von 26 Erkrankungen durch ein mutmaßlich hämorrhagisches Fieber und 20 Todesfällen berichtet. Bei hämorrhagischen Fiebern greift eine Infektion den Körper an, wodurch es zu Blutungen kommt.

Die Laborproben würden weiter untersucht, um die Quelle der Erkrankungen zu finden. Noch ist unklar, ob die Krankheitsfälle mit dem jüngsten Ebola-Ausbruch nahe der mehr als 1500 Kilometer weiter westlich gelegenen Stadt Mbandaka zusammenhingen.

Erst vergangene Woche für beendet erklärt

Dieser war nach 42 Tagen ohne Neuansteckungen erst vergangene Woche vom Kongo und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für beendet erklärt worden. Bei dem Ausbruch waren seit Anfang Mai 54 Menschen erkrankt und 33 gestorben. Bei 17 der Opfer wurde das Ebolavirus im Labor nachgewiesen.

Jener Ausbruch war die neunte Ebola-Epidemie im Kongo in den vergangenen 40 Jahren. Noch immer fehlt ein wirksames Medikament gegen das Virus, das etwa die Hälfte der Infizierten tötet. Allerdings konnten Ärzte beim jüngsten Ausbruch im Kongo auf einen experimentellen Impfstoff zurückgreifen, der Helfer und Angehörige vor einer Infektion schützen soll. Noch fehlen jedoch aussagekräftige Daten dazu, wie gut er wirkt.

Ebola gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bei einer verheerenden Epidemie 2014 und 2015 starben in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 11.000 Menschen.

Video: Unser Kampf gegen Ebola

dbate.de

irb/AP/dpa/Reuters



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