Pilzinfektionen im Auge Risikofaktor Kontaktlinse

Sie sind praktisch und beliebt. Doch bei schlechter Hygiene erhöhen weiche Kontaktlinsen das Risiko für Augenerkrankungen. Im schlimmsten Fall drohen dann Schimmelpilze - eine ernste Gefahr fürs Auge.

Auge mit Kontaktlinse
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Auge mit Kontaktlinse


Breitet sich eine Pilzinfektion im Auge aus, wird das schnell gefährlich. Die Erreger können nicht nur die Hornhaut, sondern auch das Augeninnere angreifen. Infolgedessen röten sich die Augen, sie schmerzen, und das Sehen wird schlechter.

Weil die Pilze oft nicht auf die verfügbaren Medikamente ansprechen, hilft in vielen Fällen nur eine Hornhaut-Transplantation, sagt Oliver Kurzai von der Universität Würzburg. Er hat den deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Mykologie inne. Im schlimmsten Fall muss sogar das Auge entfernt und durch ein Glasauge ersetzt werden.

Sehr selten, aber gefährlich

Kurzai hat Proben von 22 Patienten untersucht, in deren Augen Pilze der Gattung Fusarium nachgewiesen wurden. Die Proben stammen aus den Jahren 2014 und 2015. Gemeinsam mit Kollegen des Uniklinikums Düsseldorf sowie dem Nationalen Referenzzentrum für Invasive Pilzinfektionen in Jena berichtet erim "Journal of Clinical Microbiology" über die Auswertung. Fusarium-Infektionen sind in subtropischen und tropischen Regionen deutlich häufiger.

Hierzulande machen sie nur einen winzigen Bruchteil der Hornhautentzündungen aus. Diese werden in den meisten Fällen von Bakterien oder Viren, in seltenen Fällen von Amöben, verursacht. Die Pilzinfektionen sind zwar sehr selten, aber eben auch sehr schlecht behandelbar.

In sieben der 22 Fälle hatten die Betroffenen keine oder gut behandelbare Symptome. In den restlichen 15 Fällen lag eindeutig eine Entzündung vor - bei zehn dieser Patienten war eine Transplantation oder sogar Entfernung des Auges nötig. Drei Patienten erholten sich nach der Gabe von Antipilzmitteln, bei den anderen zwei wissen die Studienautoren nicht, wie es ihnen weiter erging.

Mindestens elf der 15 Patienten waren Kontaktlinsenträger, und mindestens sieben von ihnen nutzten weiche Linsen. Auch waren Frauen häufiger betroffen als Männer.

"Der wichtigste Risikofaktor ist das Tragen weicher Kontaktlinsen", fasst Kurzai zusammen. Wichtig ist deshalb, bei den Linsen immer an die Hygiene zu denken.

Auf die Hygiene achten

Die Schimmelpilze können wachsen, wenn beispielsweise die Aufbewahrungsbehälter für Kontaktlinsen zu warm gelagert werden. Auch zu oft oder zu lange verwendete Spülflüssigkeit begünstigt die Entwicklung der Pilze. Gefährlich ist außerdem, weiche Kontaktlinsen länger als vorgeschrieben zu tragen.

Harte Kontaktlinsen hätten ein sehr viel niedrigeres Infektionsrisiko. Die exakte Ursache sei noch nicht bekannt, sagte Kurzai. "Weiche Kontaktlinsen sitzen enger und sind sehr viel sauerstoffundurchlässiger. Das könnten Gründe dafür sein."

Die Forscher selbst weisen darauf hin, dass 22 Fälle noch nicht für eine aussagekräftige Studie ausreichen. Sie appellieren an Augenärzte, möglichst viele Proben von Verdachtsfällen ans Register für Pilzkeratitiden, als von Pilzen verursachten Hornhautentzündungen, zu schicken. Damit sollen Therapien verbessert und Erreger genauer bestimmt werden.

wbr/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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at@at 11.08.2017
1. Tageslinsen verwenden
und am Ende des Tages natürlich entsorgen. Dadurch, dass man jeden Tag eine neue, frische Linse nimmt und sich Aufbewahrungsbehälter und Linsenflüssigkeit spart, entstehen solche Probleme gar nicht erst.
Phil2302 11.08.2017
2. Lasern hilft
Zuznächst @Kommentar 1: Tageslinsen sind aber deutlich teurer. Ich habe mit 15 angefangen, weiche Kontaktlinsen getragen. Während der langen Tage im Studium habe ich dann irgendwann Probleme mit oft gereizten Augen bekommen, daher habe ich auf harte Linsen gewechselt. Mit denen kam ich aber einfach nicht klar, obwohl ich sie gut ein Jahr lang getragen habe. Meine Augen haben immer mal wieder, im Schnitt einmal am Tag angefangen stark zu tränen. Das war natürlich arg peinlich in der Öffentlichkeit, und ich bekam das Problem nicht in den Griff. Dann habe ich Brille getragen und die angesprochenen Tageslinsen, aber nur zum Sport, sie kosten ja etwa 1€ / Tag. Gut, als Steuerzahler ist das natürlich problemlos machbar, als Student war mir der Preis im Vergleich zu Monatslinsen aber zu teuer, daher trug ich sie nur zum Sport. Jetzt, mit knapp 30, habe ich mich zu einer Laser OP entschieden. Das kostete mich ca. 2000 €, spart mir jedoch für die nächsten 10-15 Jahre neue Brillen (eine wäre schon jetzt dringendst nötig gewesen) und natürlich die Kontaktlinsenkosten (ich bin, nachdem ich etwa 2 Jahre Brille getragen habe, wieder auf Monatslinsen umgestiegen). Am Ende ist das mindestens ein Nullsummenspiel, der Gewinn der Lebensqualität ist jedoch unbezahlbar. Nicht mehr Angst haben, die Linsen zu lange zu tragen, kein allmorgendliches und allabendliches Einsetzen und Herausnehmen, nicht mehr bei Ausflügen immer und überall Kontaktlinsenzeugs dabei haben - ich bereue den Schritt keine Sekunde. Und wenn ich so einen Artikel lese, dann gefällt mir meine Entscheidung noch besser.
g_bec 06.02.2010
3. Einfach:
Einfach 'ne Brille tragen. Ist heutzutage kein Makel mehr. Und dank Superdünner moderner Gläser sogar für Maulwürfe geeignet.
Anke85 11.08.2017
4. einach Hygiene beachten
Trage seit 15 Jahren Linsen und hab keine Probleme. Ich habe vernünftige Linsen vom Optiker, die sehr sauerstoffdurchlässig sind. Man sollte vielleicht nicht umbedingt die günstigsten aus der Drogerie nehmen. Finde auch Tageslinsen sehr kratzig. Sicher gibt schicke Brillen. Aber letztendlich ist das Sichtfeld trotzdem sehr eingeschränkt. Als Beispiel: Schulterblick im Auto nicht möglich. Daher kommen nur Linsen in Frage.
Shelly 11.08.2017
5. Einfach eine Brille tragen?
Hört sich für jemand, der arg kurzsichtig ist + Hornhautverkrümmung (-9 kurzsichtig und -4 Hornhautverkrümmung Dioptrien pro Auge!) etwas fatal an, trotz superdünner Brillengläser, denn eine solche Brille ist nicht vergleichbar mit Brillen von Leuten, die gerade mal 2-4 Dioptrien Fehlsichtigkeit haben. Ich habe seit über 20 Jahren weiche Kontaktlinsen, die ich aber nur für die Arbeit und den Sport benütze, also Linsen nach der Arbeit raus, man muss ja den Augen die Linsen nicht zumuten, bis man ins Bett geht. Bis vor etwa 2 Jahren hatte ich Jahreslinsen, jetzt Halbjahreslinsen, die sehr viel Geld kosten. Tages- oder Monatslinsen gibt es bei der Stärke (und auch wegen der Hornhautverkrümmung) aus Kostengründen gar nicht. Grundlegende Hygiene bei Kontaktlinsen beachten, regelmäßig die Hornhaut vom Optiker überprüfen lassen und ich hatte in den 20 Jahren noch nie Probleme wegen der Linsen, setzt natürlich auch die optimale Anpassung durch einen guten Augenoptiker (nach meiner Erfahrung besser als die meisten Augenärzte) voraus. Seit dem Artikel, dass ein Frau zig Linsen im Auge hatte (vergessen, sie rauszunehmen wegen Demenz?) mehren sich die Artikel gegen Kontaktlinsen.
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