Kosmetik: Erste Hilfe gegen tiefe Augenringe

Großer Schreck beim Blick in den Spiegel am Morgen: Augenringe! Für viele sind sie mehr als nur ein kleines Makel, denn sie lassen fitte Menschen blass und unfrisch aussehen. Kosmetik und Medizin versprechen Abhilfe. Doch manche Mittel bergen große Risiken.

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Kühle Gurke für müde Augen: Feuchtigkeit ist wichtig

Wir lachen und blinzeln, kneifen die Augen zusammen oder reiben sie. Das sind Strapazen für die Haut rund um die Augen. Sie ist dort ohnehin weit dünner als an jeder anderen Stelle des Gesichtes. Kein Wunder, dass die Augenpartie als erste von den Zeichen der Zeit geprägt wird. Dazu zählen auch tief liegende, verfärbte Augenringe. Sie lassen das Gesicht müde und alt erscheinen.

Für viele heißt es dann, ran ans Kosmetikschränkchen. Etliche Cremes, Concealer und andere Mittelchen versprechen Hilfe - doch was hilft wirklich?

Für die Art der Behandlung ist wichtig, die Ursache zu kennen. "Bei weniger als fünf Prozent der Betroffenen haben Augenringe medizinische Ursachen wie eine Nieren- oder Schilddrüsenerkrankung", sagt Harald Bresser, niedergelassener Dermatologe aus München. Auch eine Infektion, eine Allergie, krankhaftes Schlafdefizit oder Vitaminmangel können von Augenringen begleitet sein. "Die meisten Patienten, die zu mir kommen, haben dies bereits durch einen Allgemeinmediziner oder einen Facharzt ausschließen lassen."

Gesunde Ernährung, wenig Alkohol, ausreichend Flüssigkeit, frische Luft

Neben Erkrankungen können zahlreiche äußere Faktoren wie Job- oder Partnerverlust, Stress und Müdigkeit Augenringe begünstigen. "Dazu zählen auch falsche Ernährungsgewohnheiten, erhöhter Alkoholkonsum, zu wenig Flüssigkeitszufuhr oder zu wenig frische Luft", sagt Monika Ferdinand, Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher KosmetikerInnen in Bexbach (Saarland).

Augenringe können zudem sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. "Ein objektives Maß gibt es aber nicht", sagt Besser. "Die Patienten bewerten die Farbveränderung sehr unterschiedlich. Der eine sieht Handlungsbedarf für eine Ausprägung, die für einen anderen nicht der Rede wert ist."

Die Augenpartie ist auf jeden Fall dankbar für ausreichend Schlaf und Entspannung sowie eine Extraportion Pflege. "Durch gute Pflege lässt sich vermeiden, dass sich kleine Oberflächenrisse bilden. Damit sieht die Augenpartie insgesamt schöner aus", sagt Reinhard Gansel, Dermatologe am Laser Medizin Zentrum Rhein-Ruhr in Essen.

Vorsicht mit Aufhellern

Kosmetikerin Ferdinand empfiehlt, ausschließlich Spezialcremes für die Augen anzuwenden. Diese werden leicht aufgetupft und nicht etwa verrieben. Man muss sie sanft mit der Fingerspitze vom inneren Augenwinkel nach außen einklopfen. Vorsicht ist mit Aufhellern geboten. "Mir ist keine effektive, für den Augenbereich zugelassene Creme zum Aufhellen bekannt", sagt Gansel.

Gehen die Augenringe mit Schwellungen einher, so verschaffen Hausmittel Linderung. Dermatologe Bresser rät zu Kompressen oder einem Teelöffel aus dem Kühlschrank, der mit der runden Seite auf die Augenpartie gelegt wird, Gansel zu kalten, feuchten Beuteln mit nicht aromatisiertem Schwarztee oder Kamillentee.

Sind die Augenringe trotz solcher Bemühungen Dauerzustand oder verschlimmern sie sich gar, ist der Hautarzt gefragt. Er wird sich zunächst auf die Suche nach medizinischen Ursachen machen. Eine davon kann Volumenverlust sein. "Das Gesicht verliert im oberen Drittel im Laufe des Lebens an Fett. Das muss nicht erst mit 60 passieren, sondern kann auch schon mit 16 sein", erklärt Gansel. Dadurch bilden sich Rinnen, in denen die Blutgefäße verstärkt durchschimmern. Das sei besonders bei hellhäutigen Menschen der Fall, die oft eine dünne Hautstruktur hätten.

Zu viel Sonne oder Solarium

Eine weitere Ursache kann verstärkte Pigmentbildung sein, etwa als Folge von Hautalterung, Entzündungen, zu viel Sonne oder Solarium. Hinzu kommen erbliche oder ethnisch bedingte Augenringe. Nicht immer sind diese Ursachen klar gegeneinander abgrenzbar.

Einige Experten empfehlen, bei Volumenverlust mit Hyaluronsäure aufzufüllen. Diese wird in die Augenpartie gespritzt und soll die Unterhaut aufpolstern. Blitzlampen und Lasergeräte sollen Blutgefäße und Pigmentablagerungen unter der Haut eliminieren.

"Bei diesen Therapien darf man nicht vergessen, dass sie Risiken bergen", warnt Klaus Schäfer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hamburg. Blutergüsse, Pigmentablagerungen oder Überkorrekturen seien mögliche Nebenwirkungen. "Speziell zum Auffüllen mit Hyaluronsäure ist zu sagen, dass wir hiermit noch keinerlei Langzeiterfahrungen haben."

Auf das Verstecken setzen die meisten Betroffenen - egal, ob sie vorübergehend oder chronisch unter Augenringen leiden. "Dazu gibt es Concealer in Form von Abdeckstiften oder hauchdünnen Cremes", sagt Ferdinand. Bei vertieften Augenringen sollte der Concealer einen Ton heller sein als der natürliche Hautton beziehungsweise das Make-up. Schwellungen hingegen werden eher durch dunkle Farben verdeckt und optisch versenkt. Die Kosmetikerin rät, das Produkt genau wie Pflegecremes einzuklopfen und damit die Durchblutung zu fördern.

Eva Neumann, dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Kosmetik eintupfen statt einreiben - warum
klugwisserlein 13.03.2013
Liebe Mitleser, mich würde sehr interessieren, warum bestimmte Kosmetika eingetupft oder aufgetupft werden und nicht ein- bzw. aufgerieben werden sollen? Was ist der Vorteil des einen bzw. der Nachteil des anderen Verfahrens?
2. optional
serene 13.03.2013
Beim Einreiben wird immer auch- zumindest leicht- gezogen, und das soll vermieden werden. Ausserdem wird durch das Tupfen/Klopfen die Durchblutung angeregt, und damit werden Nähstoffe auch besser aufgenommen.
3. Schön
sertim 13.03.2013
Augenringe können schön sein und sind es meistens auch. Gesichter müssen nicht von einer künstlichen vollkommen ebenmäßigen Schicht überzogen sein.
4. Teure Cremes?
Bodenseeschwan 14.03.2013
Wie wäre es einfach mal mit genügend Schlaf ?
5.
mayazi 14.03.2013
" Dermatologe Bresser rät zu Kompressen oder einem Teelöffel aus dem Kühlschrank, der mit der runden Seite auf die Augenpartie gelegt wird..." Oh, toll zu wissen, dass man nicht den Stiel oder Rand des Löffels auflegen soll. Und weiter? Die konkave, oder lieber doch die konvexe Seite? Rund sind sie beide!
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