Leben ohne Brille? Risiken und Nebenwirkungen beim Augenlasern

Brillen und Kontaktlinsen sind vielen lästig. Also weg mit dem Übel - und ab unter den Laserstrahl. Zwar gilt die Lasik-OP als weitgehend sicher und effektiv. Doch sie birgt auch Risiken, und Patienten haben mit einigen Nebenwirkungen zu kämpfen. Die wichtigsten Informationen im Überblick.

Auge als Bühnenbild in Bregenz (Archivfoto): Eine Lasik-Operation sollte gut überlegt sein
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Auge als Bühnenbild in Bregenz (Archivfoto): Eine Lasik-Operation sollte gut überlegt sein


Wie funktioniert die Lasik-OP?

Die sogenannte Laser-in-situ-Keratomuleusis (Lasik) ist eine OP-Methode, bei der Ärzte die Hornhaut des Patienten so abtragen, dass er anschließend wieder scharf sehen kann: Eine bestehende Fehlsichtigkeit bis zu 8 Dioptrien lässt sich damit korrigieren. Mit einem Hobel schneidet der Operateur zunächst ein dünnes Hornhautscheibchen ab. Diesen "Flap" klappt er dann wie einen Buchdeckel zur Seite weg. Verwendet der Arzt statt des Hobels einen Laser, spricht man von Femto-Lasik. Anschließend werden die tieferen Hornhautschichten mit Hilfe eines Laserstrahls abgeflacht oder abgetragen - also stark verdünnt. Nach der OP wird der Flap wieder zurückgeklappt. Er wächst von selbst wieder fest. Allerdings verliert die Hornhaut dabei ihre mechanische Widerstandskraft. Das lässt sich auch durch moderne Verfahren nicht ändern.

Der Eingriff ist vergleichsweise schnell und schmerzfrei, die meisten Patienten sind bereits am nächsten Tag nach der OP wieder voll einsatzfähig.

Welche Nebenwirkungen hat der Eingriff?

Zahlreiche Patienten klagen über trockene Augen und Fremdkörpergefühle nach der OP. Hinzu kommen Blendeffekte in der Nacht, die den Patienten so stark beeinflussen, dass er nicht mehr Autofahren kann. Auch störende Lichterscheinungen, sogenannte Halos, kommen nach einer Lasik-Operation häufig vor. Meistens verschwinden diese Beschwerden innerhalb der ersten drei Monate. Doch bei Korrekturen über fünf Dioptrien bleiben gewisse Beschwerden bestehen. Einige Patienten müssen wegen der Blendungen dauerhaft ihr Auto in der Dunkelheit stehen lassen. Das Risiko dafür liegt bei Korrekturen von -1 bis 5 Dioptrien bei 1:200.000. Bei Korrekturen bis acht Dioptrien liegt es schon bei vier bis fünf Prozent.

"Fehler wie Blendempfindlichkeit im Dunkeln entstehen weniger durch Fehler bei der Operation als vielmehr dadurch, dass vorher die falschen Weichen eingestellt wurden", erklärt Daniel Kook von der Augenklinik der LMU München. "Es gibt sehr viele unterschiedliche und ausgereifte Behandlungsmethoden. Die Kunst des Augenarztes ist es, die Richtige für den Patienten herauszusuchen."

Für welche Patienten eignet sich der Eingriff?

IInsgesamt gilt: Je größer die Fehlsichtigkeit ist, desto wahrscheinlicher werden Nebenwirkungen. Die Kommission Refraktive Chirurgie KRC des Berufsverbandes der Augenärzte hat daher gewisse Grenzen festgelegt. Verlässlich behandeln lässt sich demnach eine Kurzsichtigkeit bis -8 Dioptrien, eine Weitsichtigkeit bis +4 Dioptrien und eine Stabsichtigkeit, auch Astigmatismus genannt, bis -3 Dioptrien. Bewege man sich im Bereich dieser Indikationen, dann sei die Lasik eine sichere Methode, ist Georg Eckert, Augenarzt und Pressesprecher der Augenärzte, überzeugt. Risikofrei könne eine Operation allerdings nie sein.

Janine van Ackeren

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insgesamt 7 Beiträge
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sellerieschubser 02.03.2013
1. Laser? Nein Danke!
Ich trage nun seit 40 Jahren eine Brille mit -7,5 auf beiden Augen. Ich würde (noch) nie im Traum darauf kommen, da was machen zu lassen!!! Selbstverständlich sähe das anders aus, wenn Blindheit drohen würde oder wegen anderer medizinischer Notwendigkeiten. Ganz klar! Aber nur, weil man keine "Lust" auf eine Brille hat und seine Eitelkeit pflegen will? Im Leben nich! In diesen Fällen hält sich mein Mitleid für die von Nebenwirkungen geschlagenen, auch in deutlichen Grenzen...
trompetenmann 02.03.2013
2. So?
Und aus welchem Grund nicht? Ich bin kein Brillenträger, dennoch kann ich jeden Brillentäger verstehen, der sich lasern läßt. Ist doch viel angenehmer ohne Brille oder Kontaktlinsen. Und wenn man sich frühzeitig lasern läßt, haben sich die Kosten auch "schnell" amortisiert.
Emigrant 2011 03.03.2013
3. Eine Option
Fehlsichtigkeit ist eine Krankheit, die man mit verschieden Methoden behandeln kann. Brille, Kontaktlinsen oder eben auch Operation. Es sollte nach einer medizinischen Analyse und die beste Option ausgewählt werden. Leider stehen zur Zeit die Operationszentren in einem Interessenskonflikt - denn mit der OP wird mehr Geld verdient. Mir persönlich ist nach derAnalyse in einem Lasikzentrum von der OP abgeraten worden. Ich war enttäuscht aber sehr zufrieden. Es gibt also durchaus die Ärzte, die nicht nur auf das Geschäft schauen.
healthswatch 03.03.2013
4. Jedem das Seine
Bei diesen Operationen handelt es sich um Eingriffe, die man selbst bezahlen muss. Das ist auch gut so! Denn die Solidargemeinschaft der GKV darf damit nicht belastet werden. Dann aber bitte muss es auch die Entscheidung des Einzelnen sein, ob er sein Geld dafür ausgeben will oder nicht.
19stefan75 11.04.2013
5. Kostenerstattung
Meine mtl. 20 EUR Private Zusatzversicherung hat meine 2500,- EUR Lasik fast vollständig bezahlt. Die Versicherungsbedingungen der Ambulanten OP sind identisch mit denen einer Privaten Krankenversicherung. Bei der normalen PKV hat es positive Rechtsurteile zur Kostenübernahme für Lasik OP's gegeben. Mein Anwalt hat nun gegen die Private-Zusatzversicherung geklagt, dass auf Basis der Ambulanten OP die Kosten zu erstatten seien. Nach einem 1/2 Jahr gab es einen Gerichtstermin, jedoch bevorzugte die Zusatzversicherung eine außergerichtliche Einigung und zahlte fast die komplette Behandlung. Vermutlich wollte vermieden werden, dass zu deren Ungunsten ein Gerichtsurteil gefällt wäre, worauf sich etwaige Nachahmer berufen könnten. Ich habe mir meine Augen vor 4 Jahren "Brillenfrei" lasern lassen und würde eine Behandlung nur in Deutschland empfehlen. Wie im Artikel erwähnt gibt es eine Risikoskala, sprich in aufwendigen Voruntersuchungen wird bewertet, ob man geeignet ist. Ich unterstelle, dass im Ausland diese Risikoeinschätzung nicht so streng genommen wird.
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