Entwarnung in Düsseldorf Verdacht auf Lassa-Fieber nicht bestätigt

Laut ersten Tests hatten sie sich mit dem gefährlichen Lassa-Fieber angesteckt, nun geben Ärzte Entwarnung: Zwei Kontaktpersonen eines an Lassa verstorbenen US-Bürgers scheinen nicht infiziert zu sein.

Isolierstation der Uni-Klinik Düsseldorf (Archivbild, 2009)
AP

Isolierstation der Uni-Klinik Düsseldorf (Archivbild, 2009)


Entwarnung auf der Sonderisolierstation der Uni-Klinik Düsseldorf: Zwei dort behandelte Kontaktpersonen des Ende Februar in Köln verstorbenen Lassa-Patienten haben sich wohl doch nicht mit dem lebensbedrohlichen Virus angesteckt. Der ursprüngliche Verdacht habe sich bei Wiederholungstests nicht bestätigt, teilte die Klinik am Wochenende mit.

Die beiden Patienten befinden sich weiter auf der Sonderisolierstation des Krankenhauses. Sie gelten solange als Verdachtsfälle, bis das Ende der Inkubationszeit erreicht ist. Insgesamt sind damit in Düsseldorf drei Kontaktpersonen unter Beobachtung. Ihr Gesundheitszustand sei stabil, betonte die Klinik.

In Köln war Ende Februar ein mit Lassa infizierter US-Amerikaner gestorben. Der Mann hatte in Togo als Krankenpfleger gearbeitet und war erkrankt direkt nach Köln gekommen, wo er wenige Stunden später starb. Erst weit mehr als eine Woche nach seinem Tod stellte sich heraus, dass er eine Infektion mit dem gefährlichen Lassa-Virus hatte.

Patient in Frankfurt weiter in Behandlung

Die Universitätsklinik in Frankfurt behandelt derzeit einen Lassa-Kranken: Der Bestatter hatte sich an der Leiche des US-Amerikaners angesteckt. Dessen Todesursache war damals noch nicht bekannt.

Die Ärzte in Frankfurt sind nach Angaben des Gesundheitsamtes vom Freitag nach wie vor optimistisch, dass der Infizierte wieder gesund wird. Er stammt aus Rheinland-Pfalz.

Lassa zählt wie Ebola zu den hämorrhagischen Fiebern. Die Viren können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich.

Dem Robert Koch-Institut zufolge verläuft eine Infektion mit dem Lassa-Virus bei den meisten Menschen ohne Symptome oder mild. Hochrechnungen zufolge stecken sich jährlich 100.000 bis 300.000 Menschen mit dem Virus an, von denen 1 bis 2 Prozent sterben. Die Krankheit beginnt ähnlich wie eine Grippe und ist nur schwer von anderen tropischen Erkrankungen zu unterscheiden. Zu den gefürchteten Folgen einer Infektion gehören innere Blutungen, Schock und Organversagen.

wbr/dpa



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