Gefährliches Fieber Zahl der Lassa-Fälle in Nigeria drastisch gestiegen

In Nigeria sind seit Anfang des Jahres mehr als tausend Menschen am Lassafieber erkrankt. Damit gab es bereits Ende Februar mehr Fälle als im ganzen Jahr 2017.

Lassavirus-Partikel unterm Elektronenmikroskop
DPA

Lassavirus-Partikel unterm Elektronenmikroskop


Die Zahl der am gefährlichen Lassafieber erkrankten Menschen in Nigeria hat sich innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht inzwischen von 1081 vermuteten Fällen aus. 317 seien im Labor bestätigt worden. Am 13. Februar waren es erst 450 vermutete Fälle.

Damit seien schon Ende Februar mehr bestätigte Fälle von Lassafieber aktenkundig als im Gesamtjahr 2017, sagte ein WHO-Sprecher am Dienstag in Genf. Inzwischen seien 90 Menschen gestorben, in 64 Fällen sei Lassafieber als Todesursache im Labor nachgewiesen worden. Lassafieber komme zwar jedes Jahr in mehreren westafrikanischen Ländern vor, so der Sprecher. Die hohe Zahl der Fälle sei aber sehr besorgniserregend.

Lassa zählt wie Ebola und Denguefieber zu den hämorrhagischen - mit Blutungen einhergehenden - Fiebern. Es wird vor allem durch Nahrungsmittel und Haushaltsgegenstände übertragen, die mit Urin und Kot von Ratten verseucht sind. Aber auch bei Kontakt mit den Ausscheidungen infizierter Personen ist die Viruserkrankung hoch ansteckend.

Manchmal unbemerkt, manchmal lebensbedrohlich

Momentan hilft die WHO verstärkt, Pfleger und Ärzte im Umgang mit Lassa-Patienten zu schulen. Außerdem wurde unter anderem Schutzkleidung nach Nigeria geschickt. Unter den Infizierten des Ausbruchs befanden sich bereits vor zwei Wochen elf Mitarbeiter des Gesundheitssystems, vier von ihnen starben.

Lassa-Viren können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich. In schweren Fällen kann es zu einem Schockzustand kommen, der unter anderem zu Organversagen führt. Dem RKI zufolge verläuft die Infektion häufig aber auch mild oder ohne Symptome. Hochrechnungen zufolge infizieren sich jährlich 100.000 bis 300.000 Menschen mit dem Virus, von denen ein bis zwei Prozent sterben. Eine Impfung gibt es nicht.

Neben Nigeria meldeten Benin, Liberia und Sierra Leone in den vergangenen Wochen Lassa-Ausbrüche, berichtete die WHO. Das Ziel sei, die Übertragung über Grenzen hinweg zu kontrollieren.

irb/dpa

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