Liberia Ursache für plötzlichen Krankheitsausbruch gefunden

13 Menschen tot, weitere 18 schwer krank - die meisten besuchten gemeinsam eine Beerdigung: In Liberia hat ein Krankheitsausbruch die Angst geweckt, Ebola könne zurück sein. Nun haben Ärzte die Ursache aufgeklärt.

Neisseria meningitidis (Illustration)
Getty Images

Neisseria meningitidis (Illustration)


Ein elfjähriges Kind wird ins Krankenhaus in Sinoe County im westafrikanischen Liberia gebracht. Der junge Patient hat Durchfall, übergibt sich und ist verwirrt. Nur eine Stunde nach der Aufnahme in die Klinik stirbt das Kind.

Auf den traurigen Fall, der sich am 23. April ereignete, folgen weitere. Inzwischen sind 13 Menschen in Liberia gestorben, die ähnliche Symptome zeigten. 18 weitere sind schwer krank. Fast alle Betroffenen besuchten am 22. April eine Beerdigung in Sinoe County, berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Obwohl die Symptome nicht ganz passen, fürchtete man zuerst, es könnte sich um Ebola handeln. Ab Dezember 2013 starben in Westafrika etwa 11.300 Menschen an Ebola, als sich die Krankheit in Liberia, Guinea und Sierra Leone ausbreitete. Damals steckten sich zahlreiche Menschen bei Beerdigungen an.

Jetzt konnten Mitarbeiter der US-Seuchenschutzbehörde jedoch bestätigen, dass es sich um keinen neuen Ebola-Ausbruch handelt: Bei mehreren der Verstorbenen wiesen sie den Erreger Neisseria meningitidis nach, der eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen kann. Ebenso können die Bakterien, falls sie in den Blutstrom gelangen, zu einer ebenfalls lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Die Erreger besiedeln unter anderem den Rachenraum, so dass sie bei engem Kontakt oder etwa beim Küssen übertragen werden können.

Die Regierung erwägt, mithilfe einer Impfkampagne eine weitere Verbreitung der Erreger aufzuhalten.

wbr/rtr



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