Lungenpest Entwarnung auf den Seychellen

Der Verdacht auf Lungenpest bei einem 34-jährigen Mann, der aus Madagaskar auf die Seychellen gereist war, hat sich nicht bestätigt. Entwarnung gab es auch in anderen Fällen.

Der internationale Flughafen der Seychellen
Getty Images

Der internationale Flughafen der Seychellen


Entgegen ersten Vermutungen ist die hochgefährliche Lungenpest auf den Urlaubsinseln Seychellen nicht bestätigt worden. In einem Labor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Paris wurden zehn Proben von Patienten getestet, bei denen die leicht übertragbare Krankheit vermutet wurde. Sie hätten sich alle als negativ herausgestellt, teilte die Organisation mit.

Darunter war demnach die Probe eines 34-jährigen Mannes, der mit Symptomen der ansteckenden Krankheit aus Madagaskar zurückgekommen war. Die WHO helfe nun den Behörden, das Risiko eines Pestausbruchs auf den Seychellen zu minimieren.

Die Lungenpest tritt deutlich seltener auf und ist gefährlicher als andere Formen der Pest. Verursacht wird sie durch das Bakterium Yersinia pestis. Der Erreger wird oft durch Flöhe von Ratten übertragen, auch eine Übertragung durch Tröpfchen ähnlich wie bei einer Grippe ist möglich. Bei Lungenpest droht vor allem in dicht besiedelten Gegenden eine schnelle Ausbreitung. Kleinere Ausbrüche der Beulenpest hingegen sind auf Madagaskar vor der südöstlichen Küste Afrikas nicht ungewöhnlich.

Quarantänemaßnahmen

Anfang September war in Madagaskar eine Epidemie ausgebrochen. Inzwischen sind den Behörden zufolge 805 Menschen an Pest erkrankt, von ihnen haben knapp 600 Lungenpest. Mindestens 74 Menschen sind demnach an den Folgen der Infektion gestorben.

Daraufhin teilte das Gesundheitsministerium auf den Seychellen mit, die Lungenpest habe auch den bei Urlaubern beliebten Inselstaat erreicht. Eine sechstägige Quarantäne für aus Madagaskar ankommende Besucher wurde angeordnet und alle Flüge von und nach Madagaskar eingestellt.

brt/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.