Maserngefahr in Deutschland Maas hält Impfpflicht für möglich

In Berlin ist ein Kleinkind an Masern gestorben, jetzt mehren sich Rufe nach einer Impfpflicht. Laut Justizminister Maas sollte dies zwar nur das letzte Mittel sein, aber: "Wer nicht impft, gefährdet unser aller Leben."

Justizminister Maas (Archiv): Besser aufklären
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Justizminister Maas (Archiv): Besser aufklären


Berlin - Eine Impfpflicht zum Schutz vor Masern sollte nach Einschätzung von Justizminister Heiko Maas (SPD) als letztmögliches Mittel in Betracht gezogen werden. Eine solche Pflicht sei "rechtlich nicht ausgeschlossen", sagte der Minister der "Bild"-Zeitung. Die Pflicht solle aber das letzte Mittel sein, um eine Ansteckungswelle zu stoppen.

Stattdessen müsse zunächst alles getan werden, um besser aufzuklären, sagte Maas der Boulevardzeitung. "Wer nicht impft, gefährdet unser aller Gesundheit und Leben."

Zuletzt hatten sich die Forderungen nach einer Impfpflicht gemehrt, nachdem in Berlin ein Kleinkind an Masern gestorben war. In Berlin grassiert derzeit eine der stärksten Masernwellen der vergangenen Jahre. Es wurden bereits weit mehr als 500 Fälle registriert.

mka/AFP

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insgesamt 75 Beiträge
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Lotte3 25.02.2015
1. Wissenschaftsfeinliches Deutschland
Seien wir doch froh, dass es sich um Masern handelt und nicht um Polio oder Diphtherie. Wie ist denn bloß passiert, daß Deutschland so wissenschaftsfeindlich geworden ist? Streichen wir als nächstes die Evolutionstheorie aus den Lehrpänen?
Atheist_Crusader 25.02.2015
2.
"Stattdessen müsse zunächst alles getan werden, um besser aufzuklären, sagte Maas der Boulevardzeitung." Problem dabei: Die, die absichtlich nicht impfen, sind mehrheitlich sowieso schon überzeugt, dass die Impfungen eine böse Verschwörung des Staates oder der Pharmaindustrien oder der Illuminati seien. Und feiern sich selbst als die großen Skeptiker, die alles durchschauen und die Impfenden als die geistlosen Mitläufer, die alles glauben was man ihnen erzählt. Es ist schwer, gegen eine solche Weltsicht vorzugehen. Die Zahl derer, die überhaupt Argumente zu hören bereit ist und auf Basis dieser tatsächlich ihre Meinung ändern könnte, schätze ich als eher gering ein. Das ist eines von diesen Themen, wo es hauptsächlich Extreme und wenig in der Mitte gibt.
dagegen! 25.02.2015
3. Was ich mich frage...
Impfen schön und gut, aber die Impfung (siehe Grippe Impfung) schützt immer nur gegen einen gewissen Virenstamm, oder ein paar Virenstämme. Tritt ein veränderter Virenstamm auf, hat sich das mit der Impfung, oder? Die Anpassung der Impfstoffe an neue Virenarten erfolgt ja nicht zeitnahe zum Ausbruch, daher wird es so, oder so Kranheitsfälle geben. Wie verhält sich der Körper eigentlich auf die ganzen Impfcocktails, die man so gespritzt bekommt? Kann dazu einer was sagen? Vllt. auch mal mit fundierten Fakten außer Wikipedia? Zudem hört man immer öfter, dass Erreger resistent gegen bekannte Medikamente, Impfungen etc sind. Wie soll die Impfpflicht in diesen Fällen helfen? Ist sie dann vielleicht sogar kontraproduktiv? Weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.
obertroll 25.02.2015
4.
Und es braucht keine neuen Gesetze: http://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__20.html Absatz 6 und 7
docmillerlulu 25.02.2015
5. Klar - wenn Impfschäden auch komplett vom Staat übernommen werden?
Ich bin weit davon entfernt ein Impfgegner zu sein, aber mit Verlaub, auch das tägliche Autofahren gefährdet uns deutlich und ist immer noch nicht abgeschafft. Nun werden wir dann zukünftig auch die Hände-Wasch-Pflicht bekommen? Sinnvoll ist sie und rettet bestimmt 1.000 x mehr Menschenleben als eine Masern-Impfpflicht.
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