Studie Nur häufiges Massieren hilft bei Nackenschmerzen

Schmerzt der Nacken, erhoffen sich Betroffene oft Hilfe von einer Massage. Ob die wirklich nutzt, ist jedoch fraglich. Eine kleine US-Studie kommt nun zu dem Schluss: Viel Massage muss es sein - mindestens 60 Minuten am Stück, mehrmals die Woche.

Den Schmerz wegkneten: Massage ist beliebt; ob sie hilft, ist aber eine andere Frage
Corbis

Den Schmerz wegkneten: Massage ist beliebt; ob sie hilft, ist aber eine andere Frage


Der Nacken ist verspannt und schmerzt - seit Wochen. Eine klare Ursache dafür konnte der Arzt nicht finden. Kein Tumor, keine neurologischen Probleme und auch sonst keine körperlichen Störungen verursachen den Schmerz.

Hält die Pein mehr als zwölf Wochen an, gilt sie als chronisch. Viele, die so lange vom Schmerz geplagt werden, wünschen sich Linderung durch Massagen. Doch Ärzte zögern zu Recht, ehe sie diese verschrieben, denn die Auswertung diverser Studien zeigte, dass Massagen kaum helfen. "Allenfalls ist Massage als Bestandteil eines multimodalen Behandlungsprogramms wirksam - wenngleich auch hierfür keine ausreichende Evidenz vorliegt", heißt es in der Leitlinie zur Behandlung von Nackenschmerzen.

Dort wird stattdessen zu Krankengymnastik geraten sowie zur Kräftigung der Muskulatur. Auch Akupunktur zählt zu den Therapieoptionen. Die sei vermutlich wirksamer als Massage, wobei aber der positive Einfluss von Massage ohnehin begrenzt sei, schreiben die Autoren der Leitlinie.

Ein Team von US-Medizinern um Karen Sherman von der University of Washington in Seattle ist nun der Frage nachgegangen, ob in vielen Studien schlicht zu kurz und zu selten massiert wurde und die Methode deshalb kaum Wirkung zeigte. Tatsächlich konnten die Forscher laut ihrem Bericht in den "Annals of Family Medicine" einen Dosiseffekt messen.

Kein aussagekräftiger Effekt für die 30-Minuten-Massagen

228 Patienten mit chronischem Nackenschmerz nahmen an der Studie teil, die von dem Zweig der Nationalen Gesundheitsinstitute der USA, der sich mit Alternativmedizin beschäftigt, finanziert wurde. Die Probanden wurden in sechs Gruppen eingeteilt, fünf davon erhielten über vier Wochen Massagen. Je nach Gruppe zweimal oder dreimal 30 Minuten pro Woche beziehungsweise einmal, zweimal oder dreimal 60 Minuten pro Woche. Die sechste Gruppe stand auf einer Warteliste, bekam also keine Massage.

Die Masseure sollten den Betroffenen keine Tipps geben, wie sie mit Hilfe von zu Hause durchgeführten Übungen den Schmerz bekämpfen können. Schließlich sollte der Effekt der Massage selbst untersucht werden.

Fünf Wochen nach Studienbeginn wurden die Teilnehmer zu ihren Schmerzen befragt. Das Ergebnis: Diejenigen, die zwei- oder dreimal pro Woche je 30 Minuten lang oder einmal eine Stunde lang massiert worden waren, klagten fast genauso stark über Schmerzen wie jene Probanden, die auf der Warteliste standen. Allerdings waren die Unterschiede nicht groß genug, um bei der kleinen Teilnehmerzahl mit Sicherheit sagen zu können, dass sie nicht rein zufällig entstanden sind.

Lieber drei- als zweimal pro Woche

Nur die Probanden, die zwei- oder dreimal die Woche je 60 Minuten massiert wurden, hatten laut Befragung nach fünf Wochen eindeutig weniger Schmerzen. Dreimal pro Woche half demnach auch besser, als wenn die Patienten nur zweimal wöchentlich massiert wurden.

Dass Massage ausgesprochen beliebt ist, spiegelte die Studie wider: Die meisten Teilnehmer nahmen einen Großteil der für sie angebotenen Termine in Anspruch. Unerwünschte Nebenwirkungen traten selten auf, nur wenige Probanden klagten über zeitweise verstärkte Schmerzen infolge der Massagen.

Möglicherweise wurde in früheren Studien also zu wenig und zu kurz massiert, schließt das Team um Karen Sherman. In folgenden Untersuchungen, die sie empfehlen, sollten aus ihrer Sicht Probanden deshalb über mehrere Wochen mehrmals pro Woche 60 Minuten lang massiert werden, zusätzlich Tipps für Übungen gegen Nackenschmerzen erhalten und über einen längeren Zeitraum beobachtet werden, um den langfristigen Nutzen der Massage besser zu beurteilen.

wbr

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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
vinzenz 11.03.2014
1. Massage vs Training
ursächlich für die Nackenschmerzen sind häufig Fehlhaltungen.. und schlicht und einfach zu schwache Muskulatur.. die wenigen Muskeln, die noch vorhanden sind, müssen den Schädel halten.. und sind dann logischerweise überlastet.. Massagen werden aber lieber vom Patienten angenommen - logisch.. ist auch bequemer, sich hinzulegen, vorher evtl noch Fango, und sich dann passiv "durchkneten lassen" - als aktiv zu werden und Muskelaufbau zu betreiben und an der Körperhaltung zu arbeiten - was aber dann wirklich LANGFRISTIG Besserung bedeutet
moby_HH 11.03.2014
2. Schwimmen!
Hatte Jahre lang nackenschmerzen, so viele Massagen konnte niemand mehr bezahlen. Das einzige, was hilft, ist Schwimmen: 2 x wöchentlich Kraul oder Rücken wirkt echte Wunder! Seit dem vollkommen Schmerz- und Verspannungsfrei
meinung3000 11.03.2014
3. Es gibt auch Alternativen
Zitat von sysopCorbisSchmerzt der Nacken, erhoffen sich Betroffene oft Hilfe von einer Massage. Ob die wirklich nutzt, ist jedoch fraglich. Eine kleine US-Studie kommt nun zu dem Schluss: Viel Massage muss es sein - mindestens 60 Minuten am Stück, mehrmals die Woche. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/massagen-bei-nackenschmerzen-nur-haeufiges-und-langes-kneten-hilft-a-957977.html
Wer lässt denn schon mehrmals die Woche eine Stunde lang seinen Nacken massieren. Ich bekomme gelegentlich starke Kopfschmerzen durch Nackenverspannungen. Meist ausgelöst durch unbemerkte Fehlhaltung am PC. Habe mir für 10 Euro ein Nackenmassiergerät gekauft. Es genügen schon 10 Minuten Anwendung und die Kopfschmerzen sind weg. Oft für Wochen.
nachdenklich289 11.03.2014
4. Spiraldynamik
Ich hatte 3 jahre lang konstante Nackenschmerzen, die bis in den rechten Arm ausgestrahlt haben, gleich nach dem Aufstehen bis ins Bett gehen, es war fürchterlich. Erst durch die Spiraldynamik habe ich erkannt, wie diverse Fehlhaltungen und Fehlbelastungen das hervorgerufen haben. Heute bin ich praktisch schmerzfrei, wenn ich nicht gerade in der kalten Zugluft rumstehe:) Es gibt Büchlein mit Theorie und Übungen zu jedem Körperteil.
fin2010 11.03.2014
5. Tipp: Brustschwimmen hilft
Das Problem mit den Nackenschmerken konnte bei mir mit einzelnen Rückenmassagen etwas gelindert werden, kam aber immer wieder (Computerarbeit 10h am Tag). Dann bin ich ca. 3 Monate lang wöchentlich 2-3mal Schwimmen gegangen, abends 1 km Bahnen schwimmen, Brust. Das hat super geholfen. Seither habe ich keine oder nur noch selten geringe Nackenschmerzen. Vermutlich hat das die Muskulatur ausreichend gestärkt.
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