Max-Planck-Institut für Psychiatrie Chefarzt berechnet 7,5-fachen Satz?

Der Direktor der Münchner Klinik für Psychiatrie soll von Privatpatienten 7,5 Mal mehr Geld als laut Gebührenordnung vorgesehen verlangen. Das berichtet der SPIEGEL.

Von


Privatpatienten der Münchner Klinik für Psychiatrie des renommierten Max-Planck-Instituts sollen besonders viel zahlen, wenn sie vom Chefarzt beziehungsweise den anderen Fachärzten ambulant untersucht und therapiert werden wollen. In einem Musterformular für eine "Abweichende Honorarvereinbarung" mit Martin E. Keck, seit Juli 2014 Direktor und Chefarzt, steht der 7,5-fache Satz der Gebührenordnung. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 38/2016
Hillary Clintons Schwäche wird zur Gefahr für die Welt

Das Institut erklärt, die Vereinbarung sei nur für ausländische Patienten gedacht, die allesamt Selbstzahler seien; bei ihnen sei ein großer Kommunikationsaufwand erforderlich.

Das Formular, auf Deutsch abgefasst, enthält den Hinweis, eine Erstattung durch eine Beihilfestelle sei möglicherweise nicht gewährleistet, was eher für deutsche Patienten relevant sein dürfte.

Laut der Muster-Berufsordnung für Ärzte soll eine Honorarforderung "angemessen" sein. Die Klinik bezeichnet sich auf der Webseite als "dem Gemeinwohl verpflichtet und nicht renditeorientiert".

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes stand, das Formular sei nur für Martin E. Keck gedacht gewesen. Tatsächlich sollte es auch bei anderen Fachärzten zum Einsatz kommen. Wir haben die Information ergänzt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 38/2016
Hillary Clintons Schwäche wird zur Gefahr für die Welt
insgesamt 129 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
r.mehring 17.09.2016
1. Wieso Wucher?
Er darf das verlangen von Privatpatienten. Ich habe auch schon locker das 6fache gezahlt. Wenn der Arzt gut ist, kein Problem.
Mathesar 17.09.2016
2. Kein Problem...
...einer unserer Ärzte war mal bei einem "Kollegen", der den 10-fachen Satz hinterher verlangte. Auf die schriftliche Frage, wie er das rechtfertige schrieb er zurück "Ich bin mir das Wert". Ich habe mir immer mal wieder vorgestellt, er bringt seinen Wagen zur Inspektion und erhält für Öl- und Zündkerzenwechsel eine Rechnung über 3152,70 Euro. Auf die Frage, wie die Rechnung zustande kommt, erhält er dann die Antwort des Meisters mit ölverschmierten Händen: "Das bin ich mir Wert"......
tailspin 17.09.2016
3. Die Gesellschaft ist schuld.
Von meinen Lefty-Lehrern In der Schule habe ich gelernt alles zu relativieren. Dann wird es sehr praktisch und einsichtig. Also, der 7.5 fache Abrechnungssatz ist immer noch besser als der 10- oder 15-fache. Und psychische Auslaender sollte ueberhaupt froh sein, hierzulande behandelt werden zu duerfen. Immerhin dauert es bis zum Facharzt 2 mal 6 Jahre. Irgendwo muss das Geld ja wieder reinkommen.
taglöhner 17.09.2016
4. Woodoo
Gibt es überhaupt eine naturwissenschaftlich abgesicherte Psychotherapie?
Lars65 17.09.2016
5. Der normale Satz der GOÄ
Ist 2,3. 7.5 ist also " nur" 3 mal so viel wie normal. Wobei normal auch der Assistenzarzt kriegt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.