Fünf Tote: US-Behörden rätseln über Meningitis-Ausbruch

Krankenhaus in Nashville, Tennessee: Hier wurden die ersten Patienten mit der gefährlichen Hirnhautentzündung eingeliefert Zur Großansicht
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Krankenhaus in Nashville, Tennessee: Hier wurden die ersten Patienten mit der gefährlichen Hirnhautentzündung eingeliefert

Es ist eine seltene Form der Hirnhautentzündung - und offenbar eine besonders gefährliche: In den USA sind bereits fünf Menschen an einer Meningitis gestorben. Die Erkrankungen werden offenbar von einem Pilz ausgelöst. Im Verdacht steht ein verunreinigtes Medikament gegen Entzündungen.

New York - Der Ausbruch einer seltenen Meningitis-Variante in den USA zieht immer weitere Kreise. Bis zum Donnerstag waren nach Angaben der Gesundheitsbehörden sechs Staaten betroffen. Fünf Todesfälle bei insgesamt mehr als 30 Erkrankungen wurden gemeldet. Die Betroffenen kamen aus Tennessee, Virginia und Maryland. Die Hirnhautentzündungen wurden dabei von Pilzen ausgelöst und als nicht ansteckend eingestuft.

Die Behörden gehen Vermutungen nach, dass der Pilz durch ein Steroid-Medikament übertragen worden sein könnte. Die Centers for Disease Control (CDC) und die Food and Drug Administration (FDA) warnten vor dem Produkt des Herstellers New England Compounding Center (NCC) aus Framingham, Massachusetts.

Medikament gegen Entzündungen

Bei dem Mittel handelt es sich um den Wirkstoff Methylprednisolon, der Pilz wurde in einem verschlossenen Injektionsfläschchen nachgewiesen. Jetzt versuchen die Behörden herauszufinden, ob der Pilz auch für die anderen Meningitis-Fälle verantwortlich ist. Das entzündungshemmende Medikament, das Patienten mit Rückenschmerzen verabreicht worden war, wurde nach Angaben der Behörden seit Juli in 23 Bundesstaaten verschickt. Der Hersteller hat alle Chargen zurückgerufen und den Vertrieb vorübergehend gestoppt. Die fünf verstorbenen Patienten hatten jeweils eine Methylprednisolon-Spritze erhalten.

Im Bundesstaat Tennessee sind bisher am meisten Fälle gemeldet worden, den Behörden nach leiden dort 25 Menschen an einer akuten Meningitis. Viele der Betroffenen dort wurden in einem Krankenhaus in Nashville mit dem Medikament behandelt. Wie die Klinik mitteilte, sollen dort 2000 Wirkstoffdosen gelagert sein. Inzwischen hat das Krankenhaus geschlossen. Einer der Erkrankten war dort in der Nacht zum Donnerstag verstorben. Die anderen Betroffenen starben in Virginia und Maryland.

Häufig sind Bakterien für die Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute verantwortlich. Aber auch Viren (wie etwa das FSME-Virus) oder Parasiten und Pilze kommen dafür in Betracht. Allerdings kommt es nur selten zu einer Hirnhautentzündung durch eine Pilzinfektion. Zu den Symptomen zählen Kopfschmerzen, Fieber, ein steifer Nacken und Schwindel. Den Behörden zufolge klagten einige Betroffenen über Sprachstörungen und Schwierigkeiten beim Gehen sowie Wasserlassen.

Experten vermuten, dass die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankungen, zwischen wenigen Tagen bis hin zu einem Monat liegen könne. Deshalb könne es sein, dass noch weitere Fälle gemeldet werden.

cib/dapd/Reuters

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