Hochansteckendes Virus Behörde warnt vor Masern-Gefahr in Münchner McDonald's 

In einem Münchner Schellrestaurant könnten sich Gäste mit Masern infiziert haben - mögliche Betroffene sollen sich bei den Behörden melden. Das Virus zählt zu den ansteckendsten Erregern überhaupt.

McDonald's Filiale (Symbolbild aus dem Archiv)
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McDonald's Filiale (Symbolbild aus dem Archiv)


Besucher eines Münchner McDonald's könnten sich mit dem Masern-Virus infiziert haben, warnt das Referat für Gesundheit und Umwelt. Konkret geht es um Gäste, die am Montag (4. März) oder Mittwoch (6. März) zwischen elf und 19 Uhr in dem Schnellrestaurant in Trudering gegessen haben. Zu diesem Zeitpunkt war eine an Masern erkrankte Person anwesend.

Gäste, die im genannten Zeitraum in dem Restaurant waren und nicht geimpft sind oder die Erkrankung durchgemacht haben, sollten sich bei der Behörde melden, heißt es in der Mitteilung. Als Grund für die Maßnahme nennt das Referat das Risiko für gefährliche Komplikationen der Krankheit. Zwischen dem Kontakt mit dem Virus und ersten Beschwerden vergehen in der Regel acht bis zehn Tage. In der Zeit können Infizierte das Virus bereits weitergeben.

Das Masern-Virus zählt zu den ansteckendsten Viren überhaupt. Die Erreger verbreitet sich per Tröpfcheninfektion. Selbst wenn ein Infizierter einen Raum verlassen hat, können sich die Viren noch bis zu zwei Stunden in der Luft halten. Hinzu kommt, dass ein Kontakt mit Masern bei nicht geschützten Menschen fast immer zum Ausbruch der Krankheit führt. Von 100 Menschen ohne Impfschutz, die mit dem Virus in Kontakt kommen, erkranken 95.

Hildesheim: Schule schließt ungeimpfte Kinder vom Unterricht aus

In den vergangenen Tagen hatte auch ein Masernausbruch an einer Hildesheimer Schule für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem erste Fälle aufgetreten waren, entschied sich die Schule dazu, ungeimpfte Kinder vom Unterricht auszuschließen. Wer keinen Impfausweis vorzeigen konnte oder wem die notwendigen Impfungen fehlen, muss bis Ende kommender Woche zu Hause bleiben. Das gilt auch für Lehrer und weitere Beschäftigte.

Eine Infektion mit den Masern führt zunächst zu hohem Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und Bindehautentzündungen der Augen. Gleichzeitig tauchen auf der Mundschleimhaut der Betroffenen weiße Stellen auf, die wie Kalkspritzer aussehen. Nach ein paar Tagen entsteht zudem der typische Ausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Hautflecken, die oft zuerst hinter den Ohren und im Gesicht auftreten und sich anschließend über den ganzen Körper ausbreiten können. Nach rund fünf Tagen bilden sich die Beschwerden meist wieder zurück.

Ein Großteil der Menschen übersteht eine Maserninfektion gut, die Erkrankung kann aber auch lebensbedrohliche Folgen wie eine Hirnhautentzündung haben. Das Risiko für Komplikationen ist bei Säuglingen und Kindern im ersten Lebensjahr sowie bei Erwachsenen über 20 Jahren besonders hoch.

Deutschland 2019: Bislang meiste Fälle in NRW

Für einen vollständigen Schutz gegen Masern sind zwei Impfdosen notwendig. Da nach der Einführung der Impfung 1970 viele Kinder nur einmal geimpft wurden, sind manche Erwachsene trotz Impfung nur unzureichend geschützt. Um das auszuschließen, lohnt sich ein Blick in den Impfpass.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte eigentlich das Ziel, die Masern in Europa und damit auch in Deutschland bis 2015 auszurotten. Fehlinformationen über vermeintliche Nebenwirkungen des Impfstoffs haben jedoch dazu geführt, dass sich die Erreger stattdessen wieder ausbreiten. In Europa haben sich 2018 so viele Menschen mit Masern angesteckt wie seit zehn Jahren nicht mehr.

In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut dieses Jahr bislang 162 Masern-Fälle gemeldet. Die meisten davon (67) ereigneten sich in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern (27), Baden-Württemberg (17) und Niedersachsen (15).

irb



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