Mangel an Männern Chirurgenpräsident sorgt sich um Nachwuchs

Sorge bei den Chirurgen: Immer weniger Männer entscheiden sich für das operative Fach. Mittlerweile kommen in seiner Klinik auf einen männlichen Bewerber 20 Frauen, warnt Chirurgenpräsident Matthias Anthuber.

OP-Team: Und wer operiert, wenn die Chirurgen in Rente sind?
Corbis

OP-Team: Und wer operiert, wenn die Chirurgen in Rente sind?


Berlin - Die Chirurgie ist eigentlich eine typische Männerdomäne - mit einem Problem: Wie in vielen ärztlichen Berufen bleibt der Nachwuchs aus. Vor allem Frauen entschieden sich bislang im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen deutlich seltener für eine Karriere in dem operativen Fach. Doch jetzt sorgt sich der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Matthias Anthuber, auch um den männlichen Nachwuchs. An seiner Klinik kämen mittlerweile auf einen männlichen Bewerber für die Chirurgie 20 Frauen, sagte er dem "Focus".

"In absehbarer Zeit werden wir deutlich mehr Chirurginnen als Chirurgen haben", meint Anthuber. Chirurgenteams sollten seiner Meinung nach aber ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis haben. "Nur fünf Prozent der Medizinstudenten wollen nach dem Praktischen Jahr in ein chirurgisches Fach, Tendenz sinkend", so Anthuber, der die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Klinikum Augsburg leitet. Der Numerus clausus liege momentan mit einer Abiturnote zwischen 1,0 und 1,2 so hoch, dass er viele Talente ausgrenze.

Der Nachwuchsmangel beschäftigt die Chirurgen hierzulande schon seit Jahren:Laut dem Bundesverband der deutschen Chirurgen werden 11.000 Chirurgen bis zum Jahr 2020 aus Klinik und Praxis in Rente gehen, das sind etwa die Hälfte aller niedergelassenen und mehr als ein Drittel der Chirurgen im Krankenhaus. Gleichzeitig wird das Fach im Lauf des Studiums offenbar immer unattraktiver. Während zu Beginn noch ein Drittel der Studierenden in das Fach einsteigen will, sind es am Ende des Studiums nur noch fünf Prozent.

Die Gründe für die Unbeliebtheit sind zahlreich: Es gibt eine strenge Hierarchie, die Verantwortung ist groß bei anfänglich vergleichsweise geringem Gehalt, die Ausbildung genießt keinen guten Ruf, die Arbeitszeit ist schlecht planbar. Doch auch die Chirurgen haben bereits mehrere Initiativen gestartet, um ihr Image aufzupolieren: Das Famsurg-Projekt der Universitätsklinik Schleswig-Holstein etwa fördert Frauen und familienfreundliche Strukturen in der Chirurgie und mit ihrer Initiative "Karriere und Soziales" will die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie Zertifikate einrichten für Kliniken, die ihren Mitarbeitern mit Blick auf Familie flexible Arbeitsplätze ermöglichen.

hei/dpa

insgesamt 95 Beiträge
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Seite 1
Steuerzahler0815 05.04.2014
1.
Wenn Frauen als Chirurgen besser geeignet sind dann sollen sie doch diesen Job übernehmen
fenta_ 05.04.2014
2. optional
Das Problem ist doch hausgemacht. So wie man mit den meisten Studenten während des PJs umspringt, muss man sich nicht wundern, wenn der Nachwuchs lieber die Disziplinen wählt, in denen er herzlich aufgenommen wurde und selbstständige Tätigkeiten durchführen durfte.
Malshandir 05.04.2014
3. Maennerquote
hier ist es nun ein Zeichen des deutlichen Frauenueberschusses und damit einer Benachteiligung fuer Maenner. Zeit einen #Aufschrei zu starten. Loesung waere hier, wer sich als Chirurg verpflichtet wird vom NC ausgenommen.
mcvitus 05.04.2014
4. Nicht jammern,
lieber die positive Seite sehen: wenigstens ein Beruf bei dem die Frauenquote sicher erfüllt ist. Und zwar ohne Quotentrullas!
Butenkieler 05.04.2014
5. Frauenquote
Wenn die Frauen sich qualifizieren, warum nicht? Mir ist egal, wer an mir herumschnippelt. Hauptsache das Ergebnis stimmt.
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