Gegen Verfärbungen und Verformungen So schützen Sie Ihre Nägel

Die Nägel an Fingern und Füßen verraten einiges über den Gesundheitszustand eines Menschen. Mit diesen Tipps bleiben sie in Form.

Pflege der Fingernägel
TMN/ Christin Klose

Pflege der Fingernägel


Finger- und Fußnägel erfüllen eine wichtige Schutzfunktion. Sind sie verfärbt oder verformt, könnte das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Dann sollte sich ein Hausarzt den Fall genauer anschauen.

Nägel haben in erster Linie eine Schutzfunktion, sagt der Hautarzt Reinhard Mrotzek. Das Häutchen am unteren Rand des Nagels verhindert, dass Krankheitserreger in die Wurzel eindringen. Der Nagel an sich ist eine Hornhautplatte, die aus der Wurzel des Nagels herauswächst und fest auf dem Nagelbett liegt.

Über die im Nagelbett befindlichen Blutgefäße wird der Nagel mit Nährstoffen versorgt. Wer ausreichend Obst und Gemüse, Milchprodukte, Nüsse und Fisch isst, schafft beste Voraussetzungen dafür, dass Nägel nicht spröde und brüchig aussehen, sondern gesund wachsen.

Verfärbungen und Verformungen

Dennoch können sich die Hornhautplättchen an den Fingern oder Zehen verfärben oder verformen. Möglicherweise liegt es an Rückständen von Nagellack oder aggressiven Reinigungsmitteln, mit denen man während des Putzens in Kontakt gekommen ist. Auch zu enge Schuhe wirken sich manchmal ungünstig auf die Zehennägel aus, sagt Nicolle Großmann vom Bundesverband Kosmetik und Fußpflegebetriebe Deutschlands.

  • Sind die Nägel blau verfärbt, hat sich vielleicht nach einer Verletzung ein Bluterguss gebildet. Grund für die Blaufärbung kann aber auch schwarzer Hautkrebs sein. Wächst ein blauer Nagel mit der Zeit nicht heraus, sollte man unbedingt zu einem Hautarzt gehen.
  • Hinter einer roten Verfärbung verbirgt sich möglicherweise eine Herzschwäche, verfärbt sich ein Nagel grün, könnte eine bakterielle Infektion dahinterstecken.
  • Ein Nagelpilz dagegen zeigt sich durch eine gelbliche bis bräunliche Verfärbung. Außerdem wird der Nagel bröckelig.
  • Bei einer Schuppenflechte sehen die Nägel ganz ähnlich aus. Auch Medikamente wie Antibiotika verfärben manchmal die Nägel, sagt Mrotzek.

Nicht nur die Farbe, auch die Form der Nägel kann sich verändern.

  • Ein sich stark wölbender Fingernagel mit gleichzeitig verbreiterten Fingerspitzen deutet eventuell auf eine Herz- oder Lungenkrankheit hin.
  • Ein Hinweis auf Eisenmangel kann es sein, wenn die Nägel wie ein Löffel in der Mitte abgesenkt und vorn nach oben gebogen sind.

"In 95 Prozent aller Fälle kann ein Hautarzt beim Anblick der Veränderungen eine Diagnose stellen", sagt Mrotzek. Vermutet er eine Infektion, bringt in der Regel ein Abstrich oder eine Gewebeprobe Klarheit.

Äußerlich kann die Infektion mit Tinkturen oder Nagellacken behandelt werden, die Antimykotika enthalten. "Diese Wirkstoffe wirken gezielt gegen Pilze", sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Der Arzt kann zusätzlich auch Tabletten verordnen.

Schutz gegen Nagelpilz

Wer eine erneute Nagelpilzinfektion verhindern will, sollte sich wappnen - und vor allem in öffentlichen Schwimmbädern Badeschuhe tragen. Auch ansonsten lässt sich einiges zum Schutz der Nägel tun. "Der direkte Kontakt mit Reinigungs- oder Lösungsmitteln lässt sich vermeiden, indem man beim Putzen oder Spülen Handschuhe trägt", sagt Sellerberg.

Wer sich die Nägel lackiert, sollte einen Unterlack nutzen. "Der Unterlack schützt vor Verfärbungen durch den eigentlichen Nagellack und pflegt zugleich", sagt Großmann. Zudem hält die Farbe auf Unterlack besser.

Das größte Problem ist allerdings der Nagellackentferner. Die darin enthaltenen chemischen Inhaltsstoffe sind teils derart aggressiv, dass sie den Nagel angreifen und ihm Fett entziehen können. Nutzer sollten daher darauf achten, dass der Nagellackentferner möglichst frei von Aceton ist. Eine Alternative zu Aceton ist Ethylacetat. Dieses Lösungsmittel beseitigt sämtliche Nagellackreste.

"Im Anschluss an den Nagellackentferner sollte auf die Nägel großzügig eine fettreiche Creme aufgetragen werden", empfiehlt Sellerberg. Vor allem spröde Nägel kann man mit speziellen Ölen pflegen - idealerweise abends vor dem Schlafengehen, damit das Öl über Nacht einziehen kann.

Regelmäßige Pflege

Regelmäßig schneiden und feilen ist ebenfalls ein Muss. "Früher hieß es immer, dass die Nägel möglichst gerade geschnitten und gefeilt sein sollten", erinnert sich Großmann. Das sei heute anders: "Leicht abgerundete Nägel sind besser." So ist die Gefahr gering, dass gerade geschnittene Nägel einwachsen oder man sich mit den Ecken irgendwo verhakt und so dem Nagel oder Nagelbett schadet.

Ist es doch passiert, hilft bei eingerollten oder eingewachsenen Nägeln eventuell eine Nagelkorrekturspange, sagt Podologin Tatjana Pfersich. Bringt eine solche Spange nicht den gewünschten Erfolg, muss der fehlgewachsene Nagel operativ entfernt werden.

Sabine Meuter, dpa/brt



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