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Präventionsplan: Vier Maßnahmen sollen chronische Krankheiten stoppen

NCD-Forderungen: "Appelle an die Vernunft des Einzelnen sind gescheitert" Zur Großansicht
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NCD-Forderungen: "Appelle an die Vernunft des Einzelnen sind gescheitert"

Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden: Eine Allianz deutscher Fachgesellschaften schlägt Alarm, weil chronische Krankheiten immer häufiger auftreten. Ihr Vier-Punkte-Konzept soll dem entgegenwirken. Vor allem an Schulen und Kitas müsse sich etwas ändern.

Berlin - Typ-2-Diabetes, Krebs, Atemwegserkrankungen oder Herz-Kreislauf-Leiden wie Bluthochdruck - daran leiden Millionen Menschen in Deutschland. Ärzte warnen vor einer drastischen Zunahme dieser Krankheiten - und starten in einer Allianz aus elf Fachgesellschaften einen Anlauf für wirksamere Prävention.

Der Grund: Übergewicht und Bewegungsmangel gehören zu den Hauptrisiken für diese nicht übertragbaren Krankheiten. "Appelle an die Vernunft des Einzelnen sind gescheitert. Wir müssen weg von vielen Einzelmaßnahmen, die nur wenige erreichen", sagte der Diabetologe und Sprecher der Deutschen Allianz gegen Nichtübertragbare Krankheiten (NCD Allianz) Dietrich Garlich, in Berlin.

Die Allianz fordert von der Politik deshalb strukturelle Änderungen und hat einen Vier-Punkte-Plan aufgestellt:

  • Täglich eine Stunde Sport in Schule und Kita: Hier werde der spätere Lebensstil geprägt. Täglich 60 bis 90 Minuten moderate Aktivität wie Spazierengehen oder Fahrrad fahren reicht laut NCD aus, um Kinder an ein gesundes Leben heranzuführen.
  • Zucker- und Fettsteuer auf ungesunde Lebensmittel: Wenn in Lebensmitteln ein bestimmter Anteil an Fett, Zucker oder Salz überschritten wird, sollten sie durch eine Steuer verteuert werden, fordern die Mediziner. So könnte das Verbraucherverhalten stark beeinflusst werden.
  • Qualitätsstandards für Kita- und Schulessen: Nachmittagsunterricht und Ganztagsschulen mache Bildungseinrichtungen immer mehr zum zentralen Lebensraum von Kindern und Jugendlichen - hier müsse auch ihr Ernährungsverhalten positiv geprägt werden.
  • Verbot von Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder richtet: Werbung für Süßwaren wie stark zuckerhaltige Frühstückscerealien, Milchprodukte und Softdrinks sowie fett- und salzreiche Knabberwaren fördere ungesundes Essverhalten, so die NCD. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie haben sich zudem als wirkungslos erwiesen.

Die vier Maßnahmen werden auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Globalen Aktionsplan gegen nichtübertragbare Krankheiten 2013-2020 empfohlen.

Zu den elf an der NCD Allianz beteiligten Fachgesellschaften gehören etwa die Adipositas Gesellschaft, die Herzstiftung, die Krebsgesellschaft, der Hausärzteverband und das Krebsforschungszentrum.

joe/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Wir schwätzen und die Fetten essen
wo_st 12.11.2014
Was soll das, wir werden niemand bekehren, der gerne isst. Wenn in den Familien die Kinder gemästet werden, dann hilft da auch kein Werbeverbot. Es ist doch so putzig, wenn der / die Kleine zu viel ist. Wir haben doch das Geld dafür. Oder gibt es andere Gründe? Schaut euch die Kinderzimmer an, dort lagern etwa ein Kubikmeter Spielzeug. Gleicher Grund, wir haben es doch.
2.
sternum 12.11.2014
In einer Kita kann ich mir das ja noch vorstellen. Aber das wird doch spätestens in der Schule schief gehen, vor allem wenn Kinder/Jugendliche zu Sportarten gezwungen werden, die ihnen nicht liegen oder kein Spaß machen. Dann werden gerade die, die es am meisten nötig hätten, den Unterricht auf die ein oder andere Weise verweigern-wenn man doch eh schon weiß, dass man nur eine schlechte Note bekommen wird. Mir hätte vielleicht sogar Volleyball Spaß machen können, wäre da nicht diese Benotung des Spielens gewesen. Stattdessen sitzt man doch im Sport meist rum, weil bei vielen Sportarten immer nur einer -zur Benotung- beobachtet werden kann.
3. Viel Blödsinn!
#Nachgedacht 12.11.2014
Wir brauchen keine neuen Steuern aber bessere Kontrollen. Wieso muss überall viel Zucker rein, wenn es weniger auch tut? Wir brauchen hochwertige Nahrungsgüter! Mehr Steuern bringen keine grundlegende Veränderung, sondern machen die Regierung nur träger! Warum werden manche dick und andere nicht? Warum schwankt bei manchen das Gewicht? Ist es wirklich immer die Masse an Nahrungsmitteln? Der angeblich falsche Inhalt? Welchen Einfluss hat die Umwelt? Wie wirkt sich die Lebensqualität aus? Es gibt so viele Fragen! Erst wenn all diese beantwortet sind, dann könnte über erfolgreiche Maßnahmen gesprochen werden. Alles andere ist blinder Aktionismus! #Nachgedacht
4. Vernünftiger Ansatz, aber es reicht noch nicht!
amalthea62 12.11.2014
Die Idee gefällt mir. Allerdings sollten nicht nur Kinder und Jugendliche eine Stunde Sport in der Schule machen, sondern es sollten auch ähnliche Angebote z. B. für Beschäftigte geben. Von einer Firma weiss ich, dass eine Viertelstunde am Tag Sport angeboten wird. So kann man einen Teil der Bevölkerung erreichen. Aber was ist mit solchen Couchpotatoes wie mir? Mein innerer Schweinehund hat mich voll im Griff. Obwohl ein Teil von mir sich bewegen möchte, finde ich keinen Anfang. Und was gesundes Essen angeht: billiger und schneller ist ungesundes Essen. Und noch eins: wie sollen Kinder in der Schule vernünftiges Essen lernen, wenn es nur "Frass" (O-Ton meines Sohnes) gibt?
5. Die sind von allen guten Geistern verlassen!
penie 13.11.2014
Folgendes ist zu dem Themenkomplex bekannt: - Olivenöl z.B. (es dürfte noch viele weitere geben) ist ein gesundes Nahrungsmittel und die "Olivenölesser" sind zumindest nicht fetter als andere Menschen. - Generell: Ein Zusammenhang zwischen Art der Nahrung und Körperfett ist nicht nachweisbar und besteht auch nicht. Es kommt nicht darauf an, was man ist, sondern wieviel. - "Frische Luft und Bewegung" ist sicher eine gute Sache. Wieviel davon nötig ist, weiß kein Mensch. 60 bis 90 Minuten am Tag ist unrealistisch. Ich kenne außer ein paar Rentnern und Fanatikern niemanden, der so viel Sort treibt. Im übrigen: Da die Autoren ja offensichtlich zu Zwangsmaßnahmen neigen würde ich als ersten Schritt in die gewünschte Richtung den Autoren und Unterstützern der Maßnahmen 60-90 Minuten zwangsweisen Sport täglich verordnen. Es wäre interessant, wie sich das auf deren Meinung auswirken würde.
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