Rätselhafte Infektion: 60 Menschen auf Hotelschiff schwer erkrankt

Auf einem Flusskreuzfahrtschiff in Wiesbaden sind rund 60 Gäste plötzlich schwer erkrankt. Sie litten unter quälender Übelkeit, Durchfall und Erbrechen und wurden zeitweise auf dem Schiff in Quarantäne gebracht. Ursache für die Erkrankung sind vermutlich Noroviren.

DPA

Wiesbaden - Der Notruf kam um 23:40 Uhr. Gegen Mitternacht rückten mehrere Rettungsfahrzeuge aus in Richtung Rheinufer. Dort, im Wiesbadener Stadtteil Biebrich, liegt das niederländische Flusskreuzfahrtschiff "MS Bellriva" vor Anker.

Zunächst hieß es, auf dem Schiff seien vier Menschen plötzlich schwer erkrankt, später erhöhte sich die Anzahl der Erkrankten rasant. Am Samstagmorgen war zunächst von 30, später von rund 60 Betroffenen die Rede. Die meisten von ihnen sollen über 60 Jahre alt sein. Sie litten unter akutem Durchfall und Erbrechen.

Alle Passagiere sollen deutsche Staatsbürger sein, die einen dreitägigen Ausflug auf dem Rhein gebucht hatten. Die Fahrt habe in Köln begonnen und sollte dort eigentlich am Samstag auch wieder enden, berichtete die Feuerwehr. Vorläufig müsse das Schiff aber in Wiesbaden bleiben.

Fotostrecke

5  Bilder
Einsatz in Wiesbaden: Krank auf der Kreuzfahrt

Die Kranken wurden nach Angaben der Feuerwehr zunächst in einem separaten Bereich des Schiffs in Quarantäne gebracht und dort von Notärzten betreut. Am Morgen begann die Feuerwehr, eine erkrankte Menschen in Krankenhäuser zu bringen. Insgesamt befänden sich etwa 145 Passagiere und 42 Crewmitglieder auf dem Schiff, hieß es. Der Einsatz dauere vermutlich noch bis Montag.

60 Einsatzkräfte, darunter drei Notärzte, Veterinärmediziner und Vertreter des Gesundheitsamtes, seien vor Ort, sagte ein Feuerwehrsprecher. Das Schiff sei so umfunktioniert worden, dass die Erkrankten medizinisch betreut werden können. "Die größte Gefahr bei dieser Infektion ist, dass man dehydriert", erklärte der Feuerwehrsprecher.

Die Ursache der heftigen Erkrankungen ist noch nicht geklärt. Laut Feuerwehr sei vermutlich eine Infektion mit Noroviren der Auslöser gewesen. Eine Lebensmittelvergiftung gelte dagegen als unwahrscheinlich. Das Gesundheitsamt müsse noch die genaue Krankheitsursache feststellen. Das Ergebnis wird wohl erst nächste Woche vorliegen.

Ein Teil der Passagiere hatte den Angaben der Feuerwehr zufolge noch am Freitagabend einen Weihnachtsmarkt besucht. Ob es einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Bummel über den Markt gebe, könne aber nicht gesagt werden.

stk/dpa/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Keine Einschläge mehr ?
groggybabe 08.12.2012
Es ist ja beängstigend wie das in der letzten Zeit zunimmt.Vielleicht ist die routinemäßige Verwendung von Fertigbestandteilen in Gerichten (Saußen aus Eimern,vorgeschälte,eingeschweißte Kartoffeln,Gemüse aus Gläsern) in der Gastronomie/Großküchenversorgung doch nicht der große Wurf.Zu empfehlen nur für die Konten der Unternehmen.Wenn die jetzt wieder herausfinden,dass chinesische Erdbeeren im Spiel waren ist die Peinlichkeit nicht mehr steigerungsfähig, aber wos um Geld geht merkt hierzulande eh keiner mehr die Einschläge:Hpts die Kohle stimmt,peinlich war gestern! Ich kaufe frische Grundstoffe,echte Gewürze,stell mich selbst in die Küche,die ich selbst reinige,gebe etwas mehr Geld dafür aus-und bin dafür fast durchgehend gesund,fit und mit akzeptabler Figur.
2. globale welt
petrasha 08.12.2012
auch auf unseren tellern. da stellt sich schon die frage, ob alles immer vernünftig ist. die schiffe zb. werden immer voller, die zu kantinen immer kleiner. schliesslich muss der platz für bezahlende gäste da sein. die küchenchefs müssen auf vorgefertigtes zurückgreifen. und obendrein ist alles noch billiger. na dann, guten appetit.
3. Alles was man nicht selbst kocht
u.loose 08.12.2012
stellt mittlerweile wohl eine Gefahr dar... Täuscht mich meine Erinnerung - gab es einen gleichen Fall nicht schon mal vor ein paar Monaten?
4.
muellerthomas 08.12.2012
Zitat von groggybabeEs ist ja beängstigend wie das in der letzten Zeit zunimmt.
Ist das so? Haben Sie dafür irgendwelche Hinweise und Quellen?
5. Hygiene
kitchendevil 08.12.2012
Ein sehr großes Hygieneproblem gab es vor nicht all zu langer Zeit und oh Wunder, auch auf einem Niederländischen-Hotelschiff. Hotelschiffe befinden sich immer in Landnähe und haben daher immer frische Lebensmittel zur Verfügung. Außer man spart und nimmt convience food für die ganze Tour mit. Und die logische Konsequenz wie bei allem, Finger weg von den super billigen Schnäppchen (gilt übrigens auch bei Hotels).
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Gesundheit
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Diagnose & Therapie
RSS
alles zum Thema Seuchen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 33 Kommentare