Magen-Darm-Beschwerden Neues Norovirus infiziert mehr Menschen

Das Norovirus breitet sich diesen Winter in Deutschland besonders stark aus. Anfang 2017 erkrankten doppelt so viele Menschen wie im Vorjahr. Mitverantwortlich machen Experten einen neuen Virustyp.

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren
Gudrun Holland/ Robert Koch-Institut

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren


Die starke Ausbreitung der Noroviren in diesem Winter hängt Untersuchungen zufolge mit einer neuen Virusvariante zusammen. Diese sei bei sporadischen Infektionen ebenso nachgewiesen worden wie bei Ausbrüchen in neun Bundesländern, berichten Experten des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) im jüngsten epidemiologischen Bulletin.

Die Wissenschaftler hatten von September bis Dezember vergangenen Jahres 240 Proben aus 13 Bundesländern genauer untersucht. Insgesamt gingen rund 40 bis 50 Prozent dieser Norovirus-Erkrankungen auf den neuen Virustyp GII.P16-GII.2 zurück. Er sei auch in anderen Ländern wie etwa Frankreich, Australien, Japan und China aufgetreten.

13.700 Fälle im Januar 2017

Das Norovirus kann zu starkem Durchfall und Erbrechen führen. Relativ hohe Werte mit bundesweit mehr als 5000 gemeldeten Fällen wöchentlich waren bereits vor Weihnachten beobachtet worden.

In den ersten vier Wochen 2017 wurden laut dem Bericht insgesamt rund 13.700 Erkrankungen in Deutschland registriert. Das sind knapp doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Es werden jedoch lange nicht alle Fälle gemeldet.

Problematisch ist vor allem der Flüssigkeitsverlust

Experten hatten schon vor einiger Zeit eine neue Variante hinter dieser Entwicklung vermutet. Das Virus ist jedoch nicht gefährlicher als sonst. "Es kann sich nur besser vor dem Immunsystem verbergen, sodass mehr Leute erkranken", sagte eine RKI-Sprecherin kürzlich. Dem Institut zufolge ist es auch normal, dass das Norovirus in manchen Jahren stärker auftritt als in anderen.

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Die Erkrankung ist hoch ansteckend und kann sich so zum Beispiel in Kitas und Pflegeheimen schnell verbreiten. Wer sich infiziert hat, verteilt oft Millionen der Krankheitserreger in seiner Umgebung. Gleichzeitig reichen schon zehn bis hundert der Viren aus, um jemanden anzustecken.

Weil Patienten viel Flüssigkeit verlieren, kann eine Infektion vor allem für Kleinkinder, Alte und Geschwächte gefährlich sein.

jme/dpa

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