NRW Schule wegen Masern-Ausbruchs geschlossen

In einer Schule in der Nähe von Köln breiten sich die Masern aus: Mindestens zehn Kinder haben sich mit dem Virus infiziert. Der Unterricht fällt vorläufig aus. Nächste Woche sollen zunächst nur Geimpfte wieder zurück zur Schule dürfen.

Impfpass: Ausrottung der Masern ist in Deutschland derzeit unmöglich
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Impfpass: Ausrottung der Masern ist in Deutschland derzeit unmöglich


"Verlängerte Sommerferien #NRW #Masern: Eine Schule bei Köln wurde geschlossen", schreibt ein Nutzer auf Twitter. "Mögen die Kids das genießen." Was für manche Kinder der betroffenen Schule vielleicht kurzfristig angenehm sein mag, könnte für einige von ihnen noch fiebrig im Bett enden: Bei der betroffenen Einrichtung handelt es sich um eine Freie Waldorfschule in Erftstadt bei Köln. Dort sind nach Angaben des Kreisgesundheitsamts mindestens zehn Schüler an Masern erkrankt.

Franz-Josef Schuba, Leiter des Gesundheitsamts, geht davon aus, dass die Zahl der Infektionen noch weiter steigen wird. Um einen Überblick über die Lage zu bekommen, fiel am Donnerstag der Unterricht aus. Auch an diesem Freitag soll die Schule geschlossen bleiben. Die Behörde nimmt an, dass sich einer der Schüler in München angesteckt hat, wo er sich zuvor mit seiner Familie aufgehalten hatte.

In Bayern gibt es seit Wochen einen größeren Masern-Ausbruch. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden dort 2013 bis einschließlich 3. Juli bisher 422 Fälle gemeldet. Auch in Berlin ist die Zahl mit 360 gemeldeten Fällen im Vergleich zu den anderen Bundesländern ungewöhnlich hoch. Bundesweit schwanken die Masern-Zahlen von Jahr zu Jahr sehr stark. Registrierte das Robert Koch-Institut 2011 noch 1608 Fälle, waren es im vergangenen Jahr nur 166.

Zunächst dürfen nur Geimpfte wieder zurück

Der Geschäftsführer der Erftstadter Waldschule, Matthias Nantke, hofft, dass der Unterricht zu Beginn der nächsten Woche wieder aufgenommen werden kann. In jedem Fall gilt allerdings eine Voraussetzung: Nur jene Lehrer und Schüler dürfen wieder zur Schule kommen, die einen ausreichenden Immunstatus vorweisen können. Dazu müssen sie entweder einen Impfpass vorlegen oder eine aktuelle Laboruntersuchung durchführen lassen. Alle anderen müssen der Schule 14 Tage lang fernbleiben.

Am Mittwoch konnten von den rund 400 Schülern nur etwa hundert einen ausreichenden Impfschutz vorlegen. "Möglicherweise gehen unsere Eltern mit dem Impfen auch anders um", sagte Nantke gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger", angesprochen auf die vergleichsweise geringe Impfquote.

In Deutschland waren im Jahr 2011 laut RKI durchschnittlich etwa 92 Prozent der Kinder bei den Schuleingangsuntersuchungen zweifach gegen Masern geimpft. Nur so erhält man einen lebenslangen Masern-Schutz. Die zweimalige Masern-Impfung sollte in der Regel in den ersten beiden Lebensjahren erfolgen, meist geschieht dies in Kombination mit einem Impfstoff gegen Mumps und Röteln (MMR). Ursprünglich hatte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ziel gesetzt, die Masern bis 2010 in Europa zu eliminieren. In vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, sind die Impfraten bisher allerdings nicht hoch genug, um die Masern auszurotten.

Befragungen von Eltern nichtgeimpfter Kinder hatten in der Vergangenheit ergeben, dass die meisten einfach nur vergessen, ihre Kinder impfen zu lassen. Manche Eltern haben aber auch Vorbehalte gegenüber der Impfung, weil sie Nebenwirkungen oder schwere Impfschäden fürchten. Schätzungen zufolge ist das Risiko für eine lebensbedrohliche Gehirnentzündung durch die MMR-Impfung kleiner als eins zu einer Million. Dagegen verläuft im Schnitt eine von tausend Erkrankungen durch das Masern-Virus tödlich. Erst vor wenigen Wochen war ein 14-Jähriger an den Spätfolgen einer Masern-Infektion gestorben.

Umstrittene Impfpflicht

Einige Experten fordern eine Impfpflicht für medizinisches Personal. In Berlin war jüngst der Fall eines kleinen Mädchens bekanntgeworden, das sich beim nichtgeimpften Klinikarzt angesteckt hatte. Vor wenigen Tagen brachte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sogar eine mögliche Impfpflicht für Kinder ins Gespräch. Es sei verantwortungslos, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen, sagte Bahr. Kritiker halten das für zu weitreichende Maßnahmen, stattdessen solle man an die Vernunft der Menschen appellieren und transparent für eine vernünftige Aufklärung über Vor- und Nachteile von Impfungen sorgen.

Auch der Geschäftsführer der Erftstadter Waldschule sagte im "Kölner Stadtanzeiger": "Natürlich weisen wir die Eltern angesichts der aktuellen Infektionen auf die Möglichkeit des Impfens hin. Aber wir geben dazu keine Empfehlung ab", so Nantke. Die Haltung der Schule sei es, dass alle, die sich impfen lassen wollen, sich vorher informieren sollten und anschließend selber entscheiden müssten.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 135 Beiträge
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Seite 1
lecker 05.07.2013
1. Wo bleibt der Jubelschrei...
der Impfkritiker? Muss Euch doch runtergehn wie Öl, oder?
Barbara52 05.07.2013
2.
Zitat von sysopDPAIn einer Schule in der Nähe von Köln breiten sich die Masern aus: Mindestens zehn Kinder haben sich mit dem Virus infiziert. Der Unterricht fällt vorläufig aus. Nächste Woche sollen zunächst nur Geimpfte wieder zurück zur Schule dürfen. NRW: Schule wegen Masern-Ausbruchs geschlossen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/nrw-schule-wegen-masern-ausbruchs-geschlossen-a-909590.html)
Kann man sie denn nicht wieder einfangen?
thomek_ 05.07.2013
3. Na logisch,
das Hr.Bahr pauschal und undifferenziert eine Impfpflicht fordert. Paßt natürlich wieder wunderbar in die FDP-Klientelpolitik (für die Pharmakonzerne). Hier hat der Liberale Gedanke natürlich seine Grenzen ...
klugscheißer69 05.07.2013
4.
Zitat von sysopDPAIn einer Schule in der Nähe von Köln breiten sich die Masern aus: Mindestens zehn Kinder haben sich mit dem Virus infiziert. Der Unterricht fällt vorläufig aus. Nächste Woche sollen zunächst nur Geimpfte wieder zurück zur Schule dürfen. NRW: Schule wegen Masern-Ausbruchs geschlossen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/nrw-schule-wegen-masern-ausbruchs-geschlossen-a-909590.html)
Ah so, schulfrei für Impfskeptiker... interessantes Konzept. Wo gerade denen doch etwas mehr Basiswissen in Biologie, Statistik und Ethik so gut täte... Viel interessanter noch ist aber, dass man nur noch nach Offenlegung des Impfbuches in die Schule darf. Ich dachte immer, solche Daten seien privat. Aber klar, hier ist natürlich die öffentliche Sicherheit in Gefahr, wen kümmert da die Vertraulichkeit von Gesundheitsdaten. Komisch, wenn man auf der Gegenseite der um sich greifenden Impfskeptikneurose eine Impfpflicht fordert, sind auf einmal Freiheitsrechte in Gefahr. Also wie jetzt? Frei oder gesund? Oder heute so und morgen so?
TS_Alien 05.07.2013
5.
Das sind die Folgen der esoterischen Impfgegnerfundamentalisten. Wer seinem Kind notwendige oder sinnvolle Impfungen verweigert, gehört in den Knast.
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