Medizinischer Erfolg Südafrikaner zeugt Kind nach Penis-Transplantation

"Das Organ funktioniert", melden Ärzte in Südafrika. Wenige Monate nach der weltweit ersten erfolgreichen Penis-Transplantation hat der Empfänger bereits ein Kind gezeugt.

Eingriff im OP-Saal: "Das ist genau das, was wir wollten"
DPA

Eingriff im OP-Saal: "Das ist genau das, was wir wollten"


Ein 21-Jähriger Südafrikaner wird Vater. Das Besondere daran: Der Mann hat das Kind mit einem Penis gezeugt, der ihm erst im Dezember 2014 transplantiert worden war. Nun ist seine Freundin im vierten Monat schwanger.

Der Mann hatte das Glied mit 18 Jahren nach einer missglückten Beschneidung verloren. Ärzte der Stellenbosch University in Südafrika transplantierten ihm in einer neunstündigen Operation den Penis eines Verstorbenen. Es war weltweit die erste erfolgreiche Penis-Transplantation.

"Wir sind sehr erfreut über die Nachricht", sagte der behandelnde Arzt André van der Merwe nachdem die Schwangerschaft bekannt wurde. "Das Organ funktioniert."

Die Mediziner zeigten sich wenig überrascht. Weil die Hoden des Patienten intakt gewesen seien, hätten sie erwartet, dass der Mann fruchtbar sei. "Das ist genau das, was wir wollten: Dass der Penis erigieren kann, dass der Patient Geschlechtsverkehr haben kann und dass er urinieren kann", sagte van der Merwe.

Bei der Operation hatten die Chirurgen eine ähnliche Technik angewendet, wie sie für die erste Gesichtstransplantation entwickelt wurde, um feine Blutgefäße und Nerven zu verbinden. Die psychologische Betreuung sei ebenfalls ähnlich gewesen.

Der Bedarf an Penis-Transplantationen in Südafrika ist gewaltig. Laut Schätzungen verlieren jährlich etwa 250 Männer ihren Penis, weil es bei traditionellen Beschneidungen zu so starken Komplikationen kommt, dass das Organ amputiert werden muss.

syd

insgesamt 5 Beiträge
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fkogb 12.06.2015
1. Wie peinlich, SPON
Schmeißt den Autoren raus, ersollte lieber zu Gala gehen : "Der Bedarf an Penis-Transplantationen in Südafrika ist gewaltig." .... 250 Fälle bei ca. 54 Millionen Einwohnern. Neben vielen anderen Problemen in Südafrika nur eins, daß ich als gewaltig bezeichnen würde : 5,8 Mill. HIV-Infizierte, d.h. ca. 18.5% der Bevölkerung. Von SPON selber gemeldet : 1/3 aller Schülerinnen ist HIV positiv. Irgendwie werde in immer bitterer, wenn ich so ein hingeschludertes, zynisches Zeug lese.
wanderer777 12.06.2015
2.
Ist ein Bedarf von 250 Penistransplanationen pro Jahr wirklich "gewaltig" zu bezeichnen, verglichen mit der Anzahl jener, die ein neues Herz oder eine neue Niere benötigen?
caruso2 12.06.2015
3. So sehr ich den jungen Mann beglückwünsche,...
so sehr wäre ein Artikel und weitere gesellschaftliche Diskussion über die männerrechtsverletzende Praxis ritueller religiös motivierter Beschneidungen von Nöten um wenigstens was das Recht auf körperliche Unversehrtheit angeht, eine Gleichstellung von Männern und Jungen mit Frauen und Mädchen zu erreichen.
Dr.Expat 12.06.2015
4.
Super dann können ja jetzt die Symptome der fehlgeleiteten UN Empfehlung zur Beschneidung behandelt werden, falls das Geld da ist. Wann wird die Beschneidung auch von Jungs nicht mehr als banal, schmerzlos und ungefährlich dargestellt?
astsaft 12.06.2015
5. Beschneidung ist Körperverletzung
Herzlichen Glückwunsch an den werdenden Vater. Das zeigt aber mal wieder, wie unsinnig und gefährlich religiöse oder traditionelle Verstümmelungen sind. Die Verstümmelungen von Jungs scheint ja weitgehend akzeptiert zu sein (sic!). Wenigstens regen sich noch einige über die Verstümmelungen von Mädchen auf (der Vorgang ist ja auch ultra brutal!). Und kommt mir jetzt nicht mit "Religionsfreiheit". Die Kinder sind in der Regel zu jung wenn sie beschnitten werden, um zu verstehen warum das gemacht werden soll und was das für Folgen hat. In diesem Fall war der Junge 18, ok, dann ist das ein Stück weit seine eigene Schuld. Für den Großteil der Kinder gilt das jedoch nicht.
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