Die Pille gegen Akne Verbotene Versprechen

Die Pille dient zur Verhütung? Nicht nur: Pharmahersteller und Ärzte preisen sie gerne auch als Mittel gegen Akne und fettige Haut an. Vor allem junge Mädchen werden so in die Frauenarztpraxen gelockt. Dabei ist diese Art der Werbung untersagt - doch die gängige Methode wird stillschweigend geduldet.

Leere Pillen-Verpackung: Die Verwendung als Mittel gegen Akne ist verbreitet, aber rechtlich fragwürdig
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Leere Pillen-Verpackung: Die Verwendung als Mittel gegen Akne ist verbreitet, aber rechtlich fragwürdig

Von Marita Vollborn und Vlad Georgescu


Den ersten Bericht über die Pille als Mittel gegen Akne las Nadine* in der Online-Ausgabe der "Bravo", danach besuchte die 15-Jährige erstmals eine Frauenärztin. Nicht Sex oder die Aussicht auf einen Freund trieben das Mädchen ohne Wissen der Eltern zur Gynäkologin - sondern die Hoffnung auf eine bessere Haut.

Was folgte, war ein Fünf-Minuten-Gespräch. Ob Thrombosen und Stoffwechselerkrankungen in Nadines Familie vorlägen, wollte die Ärztin kurz wissen. Dann stellte sie das Rezept für ein orales Verhütungsmittel aus und drückte ihr eine Infobroschüre "Über die Liebe und über die Pille" in die Hand.

Verfasst ist diese Schrift vom Verein der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau ÄGGF. Vertrieben wird sie vom Gynäkologie-Service von Gedeon Richter, einem in Budapest ansässigen Pharmakonzern. Die Broschüre informiert über die Pille als Verhütungsmittel - wirbt aber auch mit dem dermatologischen Nutzen der Pille: "Wenn du Probleme mit der Haut hast, zum Beispiel unreine oder fettige Haut und Akne, dann lässt sich das durch bestimmte Pillen deutlich lindern."

Keine Pille ist gegen Akne zugelassen

Was sich in zahlreichen Frauenpraxen abspielt, betrachten Zulassungsbehörden und Ärzte mit großer Sorge. Der Grund: Laut Heilmittelwerbegesetz (HWG) ist die Bewerbung von Medikamenten verboten, wenn diese für die entsprechende Indikation nicht zugelassen sind. Wie jedoch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestätigt, ist in Deutschland kein orales Verhütungsmittel bei Patientinnen unter 18 Jahren als Medikament gegen Akne oder sprödes Haar zugelassen. Wer also als Arzt oder Hersteller Mädchen unter 18 Jahren die Pille zur Bekämpfung von Akne empfiehlt, handelt juristisch illegal.

Auf Anfrage bestätigt Gedeon Richter, Initiativen der ÄGGF zur Sexualaufklärung, wie etwa die Infobroschüre, zu unterstützen. Gleichzeitig räumt das Unternehmen in der Stellungnahme ein, dass eine explizite Zulassung der Pille als Mittel gegen Akne bei Mädchen im Teenie-Alter nicht existiert: "Klinische Studien werden entsprechend der gesetzlichen Regelung grundsätzlich nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren durchgeführt."

Verschreiben Ärzte die Pille, nur weil die jungen Mädchen sich weniger Pickel wünschen, droht schlimmstenfalls noch ein weiterer Gesetzesverstoß: Trägt eine Jugendliche aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen der Pille gesundheitliche Schäden davon, so sei auch der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllt, erklärt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Die Pille für Minderjährige?
Das Problem
Die Frage nach der Verhütung stellt sich meistens schon vor dem 18. Geburtstag. Wie ist die Rechtslage bei Minderjährigen? Darf der Arzt ihnen auch ohne Wissen der Eltern die Pille verschreiben? Gilt die Schweigepflicht auch gegenüber den Eltern?

Die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat im November 2011 eine Stellungnahme zu Rechtsfragen bei der Behandlung Minderjähriger erarbeitet, die Frauenärzten bei der Entscheidung helfen soll.
Welche Altersgrenzen gibt es?
Juristen unterscheiden zwischen der Geschäftsfähigkeit, die notwendig ist, um einen Behandlungsvertrag mit dem Frauenarzt zu schließen und der Einwilligungsfähigkeit in die medizinische Behandlung. Für die Frage, ob der Arzt die Eltern hinzuziehen muss, und ob er ihnen gegenüber zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, ist vor allem die Frage der Einwilligungsfähigkeit entscheidend.

Die Geschäftsfähigkeit hängt nur vom Alter, nicht von der individuellen Reife eines Menschen ab: Bis zum vollendeten siebten Lebensjahr ist man geschäftsunfähig, bis zum 18. Geburtstag beschränkt geschäftsfähig.

Wichtiger ist die Einwilligungsfähigkeit, für die es keine fixe Altersgrenze gibt. Der Arzt muss in jedem Einzelfall die geistige und sittliche Reife und Fähigkeit des Patienten prüfen.
Ab wann kann man ohne Eltern zum Arzt?
Die Einsichts-, Urteils- und Einwilligungsfähgikeit muss individuell und auf den konkreten Eingriff, also zum Beispiel das Verschreiben der Pille zur Empfängnisverhütung, hin geprüft werden. Unter Juristen und in der Rechtsprechung ist es umstritten, ob ein einwilligungsfähiger Patient automatisch auch alleine entscheidungsbefugt ist, das heißt ob die Eltern informiert werden müssen oder nicht.

Es gibt also keine Sicherheit für Kinder, Jugendliche, Eltern und Ärzte, wann genau Eltern hinzugezogen werden müssen beziehungsweise wann eine Jugendliche alleine vom Frauenarzt die Pille zur Verhütung bekommen kann. Es ist immer eine Abwägung des Arztes im Einzelfall, ob er die Eltern informiert.

Ein Großteil der sich mit dem Thema befassenden Juristen ist der Ansicht, Minderjährige sollten selbst entscheiden können, ob sie in eine Behandlung einwilligen oder nicht, wenn sie die erforderliche Reife besitzen. Diese Sicht ist aber nicht unumstritten. Die Alternative wäre das Vetorecht des Kindes für den Fall, dass die Eltern alleine einer Behandlung zustimmen.

Nach Meinung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) können Minderjährige ohne Mitspracherecht der Eltern über eine Behandlung entscheiden, wenn der Arzt sie für einwilligungsfähig hält.
Empfehlung für Gynäkologen
Die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht der DGGG empfiehlt folgende Grundlagen:

Hält der Arzt die Minderjährige eindeutig für einwilligungsfähig, kommt es allein auf ihre Einwilligung an. Auch das Aufklärungsgespräch ist allein mit ihr zu führen. Hält er sie ebenso eindeutig noch nicht für einwilligungsfähig, haben die Eltern über die Einwilligung zu befinden. Das Aufklärungsgespräch kann allein mit ihr geführt werden; die Minderjährige sollte einbezogen werden.

Für die schwierigen Fälle, in denen der Arzt sich nicht sicher ist, empfiehlt die DGGG den Kontakt mit den Eltern, insbesondere um zuverlässige Informationen über eventuelle Krankheiten der Minderjährigen und in der Familie zu bekommen.
Schweigepflicht gegenüber den Eltern
Auch gegenüber den Eltern kann es eine ärztliche Verschwiegenheitspflicht geben. Ist eine minderjährige Patientin noch nicht einwilligungsfähig, muss der Arzt die Behandlung sogar mit den Eltern besprechen. Hält er seine Patientin dagegen für einwilligungsfähig, kann die Minderjährige auf der Schweigepflicht bestehen. Dann darf der Arzt den Eltern auch keine Auskunft geben.
Regeln für die Pille
Bei unter 14-jährigen Patientinnen ist in der Regel davon auszugehen, dass das Mädchen noch nicht einwilligungsfähig ist.

Zwischen 14 und 16 Jahren hält die DGGG eine sorgfältige Prüfung der Einwilligungsfähigkeit der Patientin für notwendig. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass ein Mädchen in diesem Alter schon so reif ist, dass die Eltern nicht mehr hinzugezogen werden müssen.

Bei über 16-Jährigen dagegen kann der Arzt davon ausgehen, dass die Patientin einwilligungsfähig ist und damit auch eine Verschwiegenheitspflicht gegenüber den Eltern gilt.
Mehr zum Thema minderjährige Patienten
Informationen für Frauenärzte gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, deren Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht die aktuelle Stellungnahme zu Rechtsfragen bei der Behandlung Minderjähriger (PDF) aus dem November 2011 erarbeitet hat.

Informationen zur Behandlung minderjähriger Patienten beim Zahnarzt gibt es von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin.

Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen informiert über die ärztliche Schweigepflicht bei minderjährigen Patienten.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht der DGGG

Ermittlungen gegen Pharmahersteller und Arztpraxen, die die Pille als Akne-Mittel propagieren, sind bisher nicht bekannt. Dabei gibt es immer wieder Berichte von unerwünschten Nebenwirkungen. So lagen dem BfArM am 13. August 2012 insgesamt 110 Meldungen zu unerwünschten Nebenwirkungen bei Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren unter der Anwendung oraler Kontrazeptiva vor. Allein die Kategorie "Gefäßerkrankungen" brachte es auf 56 Berichte, gefolgt von "Erkrankungen des Nervensystems" (21 Berichte). Das aber seien womöglich nur zehn Prozent der tatsächlich existierenden Fälle, sagt eine Sprecherin des BfArM. "Die Dunkelziffer ist leider nach wie vor sehr hoch."

Junge Mädchen wissen kaum um die Nebenwirkungen Bescheid

Der drohenden Nebenwirkungen dürften sich junge Mädchen kaum bewusst sein. Es liegt also in der Hand von seriösen Frauenärzten, ihre jungen Patientinnen verantwortungsvoll aufzuklären. Und diese müssen verstehen, was die Ärzte ihnen erklären. Zudem erschwert die ärztliche Schweigepflicht das Aufklärungsgespräch. Schon mit 16 Jahren darf eine Jugendliche darauf bestehen, ohne Wissen der Eltern die Pille zu erhalten. Eltern aber könnten dem Arzt wichtige Informationen zu bestehenden Familienerkrankungen liefern, oder ihm Hinweise geben, inwieweit ihre Kinder die Pille nur aus kosmetischen Gründen haben möchten.

Auch Pharmahersteller Bayer, dessen orale Verhütungsmittel Yasmin, Yaz und Yasminelle mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr Umsatz einbringen, stellt auf seiner Website Pille.com die Frage "Schönere Haut. Aber wie?" und liefert die Antwort: "Die Einnahme mancher Pillen kann Problemen wie fettiger Haut und fettigem Haar entgegenwirken."

Aufgrund welcher Zulassungen der Konzern die dermatologischen Vorteile der Pille bewirbt, erklärt ein Bayer-Sprecher lediglich: Alle drei Bayer-Präparate "werden von uns in Deutschland weder in der Indikation Akne noch in anderen dermatologischen Indikationen vermarktet".

Auch im Internet findet man eine massive Bewerbung der Pille als Helfer gegen Pickel. Allein das Forum Aknewelt.de führt auf seiner Homepage gleich fünf Präparate auf. Die Arzneimittelhersteller Schering und Jenapharm dürften sich über die wundersame PR für ihre dort namentlich vorgestellten Verhütungspräparate freuen. Am Ende der Medikamenten-Aufzählung schreibt die 13-jährige "Ani": "Letzte Woche hat mir meine Hausärztin nun nahegelegt, es mit der Pille zu versuchen, oder mit Aknenormin, hat jemand von euch da Erfahrungen und könnte mir Tipps geben?" Die Botschaft "Pille gegen Akne" hat sich im Netz längst verbreitet. Wer die Begriffe bei Google sucht, erhält rund 174.000 Treffer.

"Die Vermutung liegt nahe, dass Pharmakonzerne die Absatzzahlen ihrer Präparate möglichst hoch halten möchten", sagt Thomas Heinemann, Mitglied des Deutschen Ethikrats. Zur Taktik der Vermarktungsstrategien von Pharmakonzernen gehörten auch Strategien, um geltende Normen über den "Kundenwunsch" zu beeinflussen. Deshalb fordert der Mediziner: "Solchen Versuchen müssen Ärzte, ärztliche Standesvertretungen und die Zulassungsbehörden einmütig abwehren."

Was man über die Pille wissen sollte
Wie funktioniert die Pille?
Die eine Pille gibt es nicht. Auf dem Markt sind unterschiedliche Arten, die meistens zwei weibliche Geschlechtshormone enthalten, Östrogen und Gestagen. Moderne Pillen kommen mit deutlich niedrigeren Hormonmengen aus als das erste in Deutschland verfügbare Präparat "Anovlar" in den sechziger Jahren. Mittlerweile gibt es die Minipille, die nur Gestagene enthält. Einige dieser Minipillen müssen besonders exakt eingenommen werden, um verhütend wirken zu können.

Eine Schwangerschaft verhindern alle Pillenarten, indem sie den Eisprung verhindern, das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter erschweren und die Schleimhaut der Gebärmutter so verändern, dass ein befruchtetes Ei sich nicht einnisten kann.
Was sind Ein-, Zwei- und Dreiphasenpillen?
Am verbreitetsten sind Einphasenpillen. In einer Packung sind 21, 22 oder 28 Dragees enthalten. Bei Pillen mit 21 oder 22 Dragees enthält jede Pille die gleiche Hormonmenge, jeden Tag wird eine Pille genommen. Anschließend folgt eine Pause von sieben (21) oder sechs (22) Tagen, während der es zur Monatsblutung kommt, weil dem Körper die Hormone entzogen werden. Bei Pillen, die 28 Dragees in einer Packung enthalten, sind je nach Präparat die letzten vier, sechs oder sieben Pillen ohne Wirkstoff. 28 Pillen sind es nur, um Einnahmefehler zu vermeiden.

Bei Zwei- und Dreiphasenpillen sind die Mengen an weiblichen Geschlechtshormonen und das Mischungsverhältnis je nach Einnahmetag unterschiedlich. So soll der weibliche Zyklus nachgeahmt werden. Diese Pillen müssen unbedingt in der richtigen Reihenfolge eingenommen werden, sonst verhüten sie unter Umständen nicht zuverlässig.
Wie sicher verhütet die Pille?
Die Wirksamkeit verschiedener Verhütungsmittel vergleichen Mediziner mit Hilfe des Pearl-Indexes. Die Pille hat bei richtiger Anwendung einen Pearl-Index von unter 1, das heißt weniger als eine von hundert verhütenden Frauen wird innerhalb eines Jahres trotz Pille schwanger.

Entscheidend dafür, ob die Verhütung mit der Pille klappt, ist die korrekte Einnahme. Beginnt eine Frau, mit der Pille zu verhüten, wird das erste Dragee üblicherweise am ersten Zyklustag eingenommen, also dem ersten Tag der Monatsblutung. Von diesem Tag an verhütet die Pille. Der Schutz vor einer Schwangerschaft erstreckt sich auch über die Einnahmepause und die Monatsblutung.

Außer bei der Minipille ist eine vergessene Pille noch nicht schlimm, wenn sie innerhalb von zwölf Stunden noch genommen wird. Mehrere vergessene Dragees hintereinander allerdings gefährden den Verhütungsschutz. Erst nach einer durchgehenden Einnahme für sieben Tage besteht der Schutz erneut - solange müssen andere Verhütungsmethoden wie zum Bespiel Kondome verwendet werden.

Für die Minipille gilt: Die meisten Präparate müssen täglich in einem engeren Zeitfenster eingenommen werden als die normale Pille.
Wann wirkt die Pille nicht?
Immer dann, wenn eine Pilleneinnahme vergessen wurde - und bei normalen Pillen nicht innerhalb von zwölf Stunden nachgeholt wurde - ist der Empfängnisschutz gefährdet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet einen Online Schnelltest, der zeigt, ob die Verhütung noch gewährleistet ist.

Verschiedene andere Medikamente können trotz zuverlässig eingenommener Pille die Verhütung gefährden: Antibiotika, Abführmittel, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel und Epilepsiemedikamente. Auch pflanzliche Wirkstoffe wie Johanniskraut machen die Pille unwirksam. Der Beipackzettel der Medikamente enthält Informationen über die Wechselwirkungen mit der Pille. Arzt und Apotheker sollten, wenn sie solche Wirkstoffe verschreiben bzw. verkaufen, darauf hinwiesen, dass für die Dauer der Einnahme und sieben Tage darüber hinaus zusätzlich zum Beispiel mit Kondomen verhütet werden muss.

Durchfall und Erbrechen können dazu führen, dass die Hormone aus der Pille nicht aufgenommen werden und der Verhütungsschutz so unterbrochen wird. Im Zweifelsfall sollte der Frauenarzt aufgesucht werden.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Zu den unerwünschten Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Erbrechen, Gewichtszunahme, sexuelle Lustlosigkeit, Zwischen- und Schmierblutungen, Stimmungschwankungen und Spannungsgefühle in den Brüsten. Manchen Frauen hilft der Wechsel auf ein anderes Präparat.

Sehr seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen sind venöse Thrombosen und Lungenembolien. Thrombosen sind Blutgerinnsel, die vor allem in den tiefen Beinvenen entstehen und sich lösen können. Als Embolus wandern Gerinnsel in die Lungengefäße. Bei Frauen, die sonst keine Risikofaktoren für diese Krankheiten haben, bleibt das Risiko sehr gering: Während es normalerweise zu fünf bis zehn Fällen bei 100.000 Frauen in einem Jahr kommt, steigt das Risiko mit der Pille auf zwischen 20 und 40 Fällen, je nach Präparat.

Stärker erhöht ist das Embolie- und Thromboserisiko bei Raucherinnen und Frauen mit Gerinnungsstörungen. Auch das Herz-Kreislauf-Risiko steigt bei Frauen, die rauchen und die Pille nehmen. Ein unbehandelter Bluthochdruck treibt das Risiko weiter in die Höhe. Bei Diabetikerinnen muss der Frauenarzt individuell entscheiden, ob die Patientin mit der Pille verhüten kann.

Unter anderem wegen der möglichen Risiken durch andere Krankheiten auch bei Familienmitgliedern, etwa Bluthochdruck oder Herzinfarkte bei engen Verwandten, ist es wichtig, dass der Frauenarzt vor dem Verschreiben der Pille eine Anamnese erhebt. Frauen, die mit der Pille verhüten, sollten halbjährlich ihren Frauenarzt sehen.
Wer bezahlt die Pille?
Bei Frauen bis zum 20. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Pille. Danach muss die Verhütung aus der eigenen Tasche bezahlt werden.
Schwangerschaft nach der Pille?
Wird die Pille abgesetzt, kann die Frau sofort schwanger werden. In der Praxis dauert es gelegentlich einige Monate, bis der Körper seinen natürlichen Rhythmus wiederfindet und es zum Eisprung kommt.

Quelle: BZgA, DGGG

Alles zum Thema Pille und was man über das Verhütungsmittel wissen sollte, lesen Sie hier.

Anmerkung der Redaktion: Inzwischen hat Bayer die Informationsseite über die Effekte der Pille auf die Haut vom Netz genommen.


*Name von der Redaktion geändert

insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
M. Michaelis 30.08.2012
1.
Dabei gibt es genügend Indizien dass diese Hormonbombardement die Gefahr später Krebs zu bekommen deutlich erhöht. Wenn dann noch Alkohol und Tabakkonsum hinzukommen sieht es noch schlechter aus.
aquarelle 30.08.2012
2. Wunderpille
Neben "reine Haut" ist "größere Brust" das zweite Verkaufsargument für die Pille. Zudem kann man seine lästige Periode damit einfach "abstellen". Ob das gesund für den Körper ist, sei mal dahingestellt. Ich persönlich bin nicht sicher, ob junge Mädchen heute überhaupt schon so früh die Pille nehmen müssen. Ein Kondom tuts schließlich auch. Denn abgesehen davon gibt es noch Unangenehmeres als eine Teenager-Schwangerschaft.
werbs 30.08.2012
3. Gebärmutterhalskrebs
Ja ja die Böse alte Schulmedizin was...? Hormonbombardement...? Neben wirkungen der Pille keine Frage die gibt es aber Krebs erregend - also bitte Handy strahlen doch auch... Fakt ist aber das die Pille präventive gegen Gebärmutterhalskrebs wirkt! Also Tabakk und Alkohol - da brauchst Du keine Pille mehr... Und da, einen zusammenhang nachzuweisen fast unmöglich! Das ist wie als wenn dein Motor wegen E10 drauf geht - beweise das erstmal...!
zombie-huntress 30.08.2012
4. *
Zitat von werbsJa ja die Böse alte Schulmedizin was...? Hormonbombardement...? Neben wirkungen der Pille keine Frage die gibt es aber Krebs erregend - also bitte Handy strahlen doch auch... Fakt ist aber das die Pille präventive gegen Gebärmutterhalskrebs wirkt! Also Tabakk und Alkohol - da brauchst Du keine Pille mehr... Und da, einen zusammenhang nachzuweisen fast unmöglich! Das ist wie als wenn dein Motor wegen E10 drauf geht - beweise das erstmal...!
Die Pille wirkt präventiv gegen Gebärmutterhalskrebs? Wo haben Sie das denn gehört? Sex mit Menschen, die keine Papillomaviren haben, verhindert im größeren Maße eine Ansteckung, oder eben kein Sex. Möglicherweise auch das Kondom. selbst die sogenannte Schutzimpung ist umstritten. Dass hormonhaltige Kontrazeptiva (hier: Pille) krebsfördernd sein können, wird jährlich belegt und auch wiederlegt. Aber wenn sie krebswachstumsfördernd ist, was soll Ihr Argument, dass auch Handystahlung krebserregend ist, bezwecken? Super, dann hat man zwei mögliche Quellen, Krebs zu fördern. Ist das nun besser? Oder meinen Sie, das Leben endet sowieso tödlich und es ist egal, wieviele Krebsherde es gibt? Der Vergleich Motor/ Körper eines jungen Mädchens ist auch nicht wirklich trefflich.
muellerthomas 30.08.2012
5.
Zitat von zombie-huntressDie Pille wirkt präventiv gegen Gebärmutterhalskrebs? Wo haben Sie das denn gehört? Sex mit Menschen, die keine Papillomaviren haben, verhindert im größeren Maße eine Ansteckung, oder eben kein Sex. Möglicherweise auch das Kondom. selbst die sogenannte Schutzimpung ist umstritten. Dass hormonhaltige Kontrazeptiva (hier: Pille) krebsfördernd sein können, wird jährlich belegt und auch wiederlegt. Aber wenn sie krebswachstumsfördernd ist, was soll Ihr Argument, dass auch Handystahlung krebserregend ist, bezwecken? Super, dann hat man zwei mögliche Quellen, Krebs zu fördern. Ist das nun besser? Oder meinen Sie, das Leben endet sowieso tödlich und es ist egal, wieviele Krebsherde es gibt? Der Vergleich Motor/ Körper eines jungen Mädchens ist auch nicht wirklich trefflich.
Das ist für die große Mehrheit der Menschen zumindest keine Alternative, die freiwillig gewählt wird.
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