Panne in Belgien Polioviren in einen Fluss geraten

In Belgien sind Polioviren in einen Fluss gelangt - wegen einer Panne beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline. Behörden und Unternehmen sagen, das Risiko für die Bevölkerung sei "äußerst gering".

Polio-Impfung: In Belgien sind die meisten Menschen vor dem Virus geschützt
DPA

Polio-Impfung: In Belgien sind die meisten Menschen vor dem Virus geschützt


Brüssel - Ein Pharmakonzern hat in Belgien versehentlich mit Polioviren belastetes Wasser in eine Kläranlage entsorgt. Von dort gelangte die Lösung mit den Erregern in einen Fluss. Polio kann Kinderlähmung auslösen. An die Trinkwasserversorgung ist die Kläranlage jedoch nicht angeschlossen.

Der Vorfall geschah bereits am Dienstag südlich der Hauptstadt Brüssel, wurde aber erst am Samstag bekannt. Grund war ein Fehler beim Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK), wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Ein Mitarbeiter habe sich bei der normalerweise automatischen Reinigung eines Tanks vertan, erklärte ein GSK-Vertreter gegenüber Belga. 45 Liter belasteter Flüssigkeit flossen deshalb zur Kläranlage. Die Firma habe die Behörden sofort informiert, die folgenden Analysen hätten aber mehrere Tage gebraucht.

Sowohl das Unternehmen als auch die Behörden betonen Belga zufolge, das Risiko für die Bevölkerung sei äußerst gering. Die Viren seien nur stark verdünnt in die Umwelt gelangt, zudem seien praktisch alle Menschen in Belgien gegen Kinderlähmung geimpft. Gleichwohl riet ein Sprecher des Gesundheitsamtes in der belgischen "Le Vif", sich vorerst vom Wasser des Flusses fernzuhalten.

isa/dpa



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