Panne in Belgien Polioviren in einen Fluss geraten

In Belgien sind Polioviren in einen Fluss gelangt - wegen einer Panne beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline. Behörden und Unternehmen sagen, das Risiko für die Bevölkerung sei "äußerst gering".

Polio-Impfung: In Belgien sind die meisten Menschen vor dem Virus geschützt
DPA

Polio-Impfung: In Belgien sind die meisten Menschen vor dem Virus geschützt


Brüssel - Ein Pharmakonzern hat in Belgien versehentlich mit Polioviren belastetes Wasser in eine Kläranlage entsorgt. Von dort gelangte die Lösung mit den Erregern in einen Fluss. Polio kann Kinderlähmung auslösen. An die Trinkwasserversorgung ist die Kläranlage jedoch nicht angeschlossen.

Der Vorfall geschah bereits am Dienstag südlich der Hauptstadt Brüssel, wurde aber erst am Samstag bekannt. Grund war ein Fehler beim Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK), wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Ein Mitarbeiter habe sich bei der normalerweise automatischen Reinigung eines Tanks vertan, erklärte ein GSK-Vertreter gegenüber Belga. 45 Liter belasteter Flüssigkeit flossen deshalb zur Kläranlage. Die Firma habe die Behörden sofort informiert, die folgenden Analysen hätten aber mehrere Tage gebraucht.

Sowohl das Unternehmen als auch die Behörden betonen Belga zufolge, das Risiko für die Bevölkerung sei äußerst gering. Die Viren seien nur stark verdünnt in die Umwelt gelangt, zudem seien praktisch alle Menschen in Belgien gegen Kinderlähmung geimpft. Gleichwohl riet ein Sprecher des Gesundheitsamtes in der belgischen "Le Vif", sich vorerst vom Wasser des Flusses fernzuhalten.

isa/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
warlock2 07.09.2014
1. Polioviren in einen Fluss geraten
Das erste Ziel einer Behörde ist immer eine Massenhysterie zu vermeiden! - Der Rest ist dann meist eine Lüge oder bla bla bla.
7eggert 07.09.2014
2.
Wie gut, daß man das erst mal gründlich analysiert, statt zu riskieren, daß ein Unternehmen einen schlechten Ruf bekommt.
cirkular 07.09.2014
3. Die Empfehlung sich von dem Wasser des Flusses
fernzuhalten, ist wenig nützlich, wenn man den Namen des Flusses nicht erfährt. Im Übrigen sind die meisten Kläranlagen nicht direkt an die Trinkwasserversorgung angeschlossen. In Hamburg mag das anders sein.
horsteddy 07.09.2014
4. Merkwürdig
dass man diese Meldung in der Deutschen Presse so gut wie nicht findet. Das erste Mal las ich es, lange bevor SPON berichtete, in "Neues Deutschland". Ansonsten waren über Google nur französische oder flämische Nachrichten zu finden. Letztere Sprache beherrsche ich glücklicherweise. Ich denke, besonders in Deutschland ist den herrschenden Eliten/Familien und Kasten nicht daran gelegen, dass man mal erfährt, was bei den teilweise schlampigen Produktionsweisen so alles passieren kann und auch hierzulande tagtäglich unter den riesigen Teppich gekehrt wird. Ich wohne in einem Gebiet Hannovers, einem reinen guten Wohngebiet, dessen Grund und Boden einst von einer Chemiefabrik total verseucht wurde. Gesund ist das hier nicht. Man wird aber böse angeschaut, wenn man daran erinnert, was die Kapitalisten so alles zu verantworten haben. Hier in Hannover bzw. in der Region gibt es noch krasser Fälle.
braennvin 08.09.2014
5. Lasne/Laan
Zitat von cirkularfernzuhalten, ist wenig nützlich, wenn man den Namen des Flusses nicht erfährt. Im Übrigen sind die meisten Kläranlagen nicht direkt an die Trinkwasserversorgung angeschlossen. In Hamburg mag das anders sein.
laut der lokalen zeitungen ist es der fluss Lasne(fr) bzw Laan(de/nl) über ein paar umwege fliest die nach Leuven(Löwen) und mit zwischenstationen bis Antwerpen, da hat jeder was von.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.