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Profisport: Fußballer und Eishockeyspieler verletzen sich am häufigsten

Schmerzen im Knie: Sami Khedira bei seiner Verletzung am Kreuzband Zur Großansicht
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Schmerzen im Knie: Sami Khedira bei seiner Verletzung am Kreuzband

Fast dreimal verletzt sich ein durchschnittlicher Fußballprofi jedes Jahr. Damit gehört Fußball zu den gefährlichsten Berufssportarten in Deutschland, nur beim Eishockey ist das Verletzungsrisiko noch höher. Experten fordern, die Spieler besser zu schützen.

Berlin - Keine 24 Stunden nach dem Länderspiel Deutschland gegen Italien war Sami Khedira bereits am Knie operiert. Bastian Schweinsteiger kuriert gerade seine Verletzung am Sprunggelenk aus. Und Julian Schuster, der Kapitän des SC Freiburg, muss momentan wegen einer Stressreaktion im Mittelfuß eine Zwangspause einlegen. Die drei Spieler stehen exemplarisch für eine große Gruppe verletzter deutscher Fußballprofis.

In kaum einer Profisportart kommt es in Deutschland zu mehr Unfällen als im Fußball. Pro 100 Spieler summieren sich die Verletzungen nach Angaben der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) auf durchschnittlich 206 Stück pro Jahr. Nur bei Profispielern im Eishockey kommt es zu mehr Unfällen. Dort registrierten die Experten durchschnittlich 260 Verletzungen pro 100 Spieler und Jahr.

Intensiveres Fitnesstraining zur Vorbeugung

"Ein solches Verhältnis gibt es in der gesamten Wirtschaft nicht", sagte VBG-Geschäftsführer Bernd Petri bei der Vorstellung einer Präventionskampagne. Die Zahl der Verletzungen sollte beispielsweise durch intensiveres Fitnesstraining oder strengere medizinische Überwachung der Spieler gesenkt werden.

Zudem forderte Axel Ekkernkamp, Chef des Unfallkrankenhauses Berlin, bei allen Profi-Sportarten einen Schnelltest einzuführen, mit dem noch am Spielfeldrand eine Schädel-Hirn-Verletzung erkannt werden kann. "Spieler bekommen Ellbogen an den Kopf oder schlagen hart aufs Eis." Das könne lebenslange Folgen haben, wie für den früheren Eisbären-Kapitän Stefan Ustorf. Er erlitt durch einen Check ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und musste seine Karriere beenden. Unter den Folgen leidet Ustorf bis heute.

irb/dpa

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1. optional
fjr 19.11.2013
Was nutzt die beste Fitness, wenn ein Spieler vorsätzlich verletzt wird. Ellbogen an den Kopf schlagen, Unterarm ins Genick schlagen ist IMMER Vorsatz. Stellt einen Staatsanwalt mit an den Spielfeldrand, dann sind's schnell nur noch 30 Verletzungen je 100 Spieler im Jahr.
2.
walter_e._kurtz 19.11.2013
---Zitat--- "Ein solches Verhältnis gibt es in der gesamten Wirtschaft nicht", sagte VBG-Geschäftsführer Bernd Petri bei der Vorstellung einer Präventionskampagne. Die Zahl der Verletzungen sollte beispielsweise durch intensiveres Fitnesstraining oder strengere medizinische Überwachung der Spieler gesenkt werden. ---Zitatende--- Schon wieder ein BWL-Yuppie, der die Welt anhand von Wirtschaftsdaten erklären will? In kaum einer Sportart sind die Bewegungsabläufe komplexer, unvorhersehbarer und die Spieler austrainierter. Mehr Fitnesstraining kann man Amateuren verordnen, aber man darf wohl getrost davon ausgehen, daß Profis bereits am Limit des Menschenmachbaren trainieren. Fußball ist nun mal kein Hallenhalma.
3. Genau !!
marvin_megabrain 19.11.2013
Zitat von walter_e._kurtzSchon wieder ein BWL-Yuppie, der die Welt anhand von Wirtschaftsdaten erklären will? In kaum einer Sportart sind die Bewegungsabläufe komplexer, unvorhersehbarer und die Spieler austrainierter. Mehr Fitnesstraining kann man Amateuren verordnen, aber man darf wohl getrost davon ausgehen, daß Profis bereits am Limit des Menschenmachbaren trainieren. Fußball ist nun mal kein Hallenhalma.
Deswegen haben sich die Fussballer auch mit Händen und Füssen gewehrt als der Hockey Bundestrainer das Fitnesstraining übernehmen sollte. Fussballer sind, was Bewegungsausbildung und Fitness angeht, so ziemlich das Schlusslicht im Sport. Viel wichtiger ist aber, das im Fussball der direkte Angriff auf den Körper des Gegners, der in dem Sport eigentlich (den Regeln nach) überhaupt nicht vorgesehen ist, einer der Haupt Trainingsinhalte ist. In keiner anderen Sportart wird derart rücksichtslos mit der Gesundheit des Gegners umgegangen wie im Fussball. Und dieses Vorbild überträgt sich natürlich sowohl auf den Amateurbereich als auch auf das Umfeld. Jeder Sport hat die Zuschauer die zu ihm passen.
4. Ich gebe we kurtz da recht,
randalgraves88 19.11.2013
Fussballprofis sind maximal austrainiert, auch was die Robustheit angeht. Und Usdorf dürfte selbst im Eishockey, das nunmal ein Kontaktsport ist, eine Ausnahme darstellen. Der Artikel liefert (wie bei SPON leider immer häufiger) keinerlei Erkenntnis über die Entwicklung von Häufigkeit und Schwere der Verletzungen.
5. naja, wer diese Sportarten ausübt
lollopa1 19.11.2013
ob als profi oder Amateur weiss worauf er sich einlässt. Ist ja kein Halmaspielen.
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