Paar-Studie Nicht mehr rauchen? Nur mit meinem Partner!

Wer einen guten Vorsatz fasst, sollte seinen Partner von der Idee begeistern. Im Team schaffen es Menschen deutlich häufiger, abzunehmen, mehr Sport zu treiben und vor allem auf Zigaretten zu verzichten.

Weg mit der Zigarette: Zu zweit ist es deutlich einfacher, aufzuhören
DPA

Weg mit der Zigarette: Zu zweit ist es deutlich einfacher, aufzuhören


Nicht einmal drei Wochen ist das neue Jahr alt, doch viele gute Vorsätze drohen schon zu scheitern. Wer Probleme hat, mit dem Rauchen aufzuhören, sich besser zu ernähren oder mehr zu bewegen, sollte möglicherweise eine neue Strategie ausprobieren und bei seinem Partner Überzeugungsarbeit leisten.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Menschen Laster wesentlich leichter ablegen, wenn ihre Liebste oder ihr Liebster mitmacht. Die Chancen für Erfolg stünden so sogar besser, als wenn der Partner bereits ein gesundes Leben führt, berichten die Forscher um Sarah Jackson vom University College London im Fachmagazin "JAMA Internal Medicine".

Die Wissenschaftler hatten mehr als 3700 Paare befragt, alle Teilnehmer waren mindestens 50 Jahre alt. Im Hinblick auf das Rauchen und die körperliche Aktivität befragten die Forscher die Teilnehmer im Zweijahresrhythmus, beim Gewicht lagen vier Jahre zwischen den Angaben. Als erfolgreiches Abnehmen galt, wenn ein Übergewichtiger mindestens fünf Prozent seines Gewichts verloren hatte.

Rauchentzug: Gemeinsam mehr als fünfmal erfolgreicher

Den größten Einfluss hat der Partner laut den Ergebnissen auf das Rauchverhalten. Etwa der Hälfte der Raucherinnen gelang es, sich das Laster gemeinsam mit ihrem Mann abzugewöhnen. Qualmte der Mann hingegen weiter, lag die Erfolgsquote bei lediglich acht Prozent. War er Nichtraucher, schafften immerhin 17 Prozent der Frauen die Abstinenz. Auch männliche Raucher konnten viel eher auf die Zigaretten verzichten, wenn ihre Partnerinnen mitzogen.

Beim Vorsatz, sich mehr zu bewegen, gelang es zwei von drei Paaren gemeinsam, ihre Pläne zu verwirklichen. Alleine schaffte nur etwa einer von vier Teilnehmern, sich regelmäßig zu bewegen. Besonders schwer fiel den Männern und Frauen in der Studie der Gewichtsverlust - aber auch hier half die gegenseitige Motivation. Beim Abnehmen waren 26 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen im Team erfolgreich, alleine gelang der Schritt gerade einmal 10 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen.

Dass der Effekt beim Rauchen besonders groß ist, sei nicht überraschend, schreiben die Forscher. Schließlich habe jemand, der mit dem Rauchen aufhören will und dessen Partner noch qualmt, ständig das Laster vor Augen. Da sei es weniger schlimm, zu sehen, dass der Partner weiter unsportlich bleibt oder nicht an Gewicht verliert.

Nicht ansteckbare Krankheiten: 16 Millionen Todesfälle jährlich

"Ein ungesunder Lebensstil ist eine häufige Ursache für chronische Krankheiten, die tödlich verlaufen", sagt Jane Wardle vom University College in London und eine der Autorinnen der Studie. "Rauchen, Übergewicht, zu wenig Bewegung, falsche Ernährung und Alkohol sind dabei die größten Risiken."

Laut einer aktuellen Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich 16 Millionen Menschen unter 70 Jahren an den Folgen nichtübertragbarer Krankheiten wie Diabetes oder Schlaganfällen. Viele der Krankheitsfälle ließen sich durch einen gesünderen Lebensstil vermeiden. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan forderte alle Staaten auf, ihre finanziellen Anstrengungen zu erhöhen, um Aufklärung gegen Alkohol- und Tabakmissbrauch zu betreiben.

"Jetzt ist genau die richtige Zeit, mit guten Vorsätzen für das neue Jahr das Rauchen aufzugeben, mit dem Training zu beginnen oder abzunehmen", sagt auch Sarah Jackson, Hauptautorin der Studie. Laut der Forscherin muss auch nicht unbedingt der Partner mitziehen. Ein Kollege oder ein Freund könne auch helfen, ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

irb/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
olicrom 19.01.2015
1. Ist ja wohl klar, oder?
Allein schon der Unterschied, ob meine Frau weiter raucht und somit Zigaretten im Haus sind oder eben nicht macht für mich, der das Rauchen aufgibt, einen rieisigen Unterschied. Und wenn man seine Partnerin wirklich mag, gleichzeitig selbst das Rauchen aus gesundheitlichen Gründen aufgibt, muss eigentlich auch gleichzeitig immer auch wollen, dass der/die ParetnerIn aufhört. Ist doch nur normal, oder? Und grundsätzlich jeder, der einen ei so was zur Seite steht, ist hilfreich. Eigentlich super-banal.
zeisig 19.01.2015
2. Kann ich bestätigen.
Bei mir hat's mit rauchen aufhören zusammen mit meiner Partnerin geklappt. Schon allein deshalb, weil sich keiner eine Blöße gibt bzw. natürlich keiner von beiden Schuld sein will, wenn man wieder anfängt. Das stachelt den Ehrgeiz an und verhindert rückfällig zu werden. Kann ich nur weiterempfehlen!
jujo 19.01.2015
3. ....
Kann ich bestätigen, zu 100%. Braucht es dazu zu eine Studie? Nein! Es braucht ein gewisses Alter und die dazugehörige Lebenserfahrung! Gemeinsam aufgehört zu Rauchen, gemeinsam Sport, gemeinsam abnehmen, gemeinsam Alkohol konsumieren oder, wie jetzt 2 Monate abstinent leben. So etwas nennt man Partnerschaft!
uvg 19.01.2015
4. Meine eigene Erfahrung ...
nach genau 50 Jahren intensiven Pfeiferauchens ist sehr einfach: ich habe - kopfgesteuert - von jetzt auf gleich nein zu weiteren Pfeifen gesagt. Reine Kopfsache. Und mir fehlt seit diesem geschichtsträchtigen Abschied von der Nikotineritis progressivi überhaupt nichts. Komisch oder ???
werwirddennwohl 19.01.2015
5. ...
"Im Team schaffen es Menschen häufiger...". Diese bislang nie gedachte, völlig neue Perspektive auf den Menschen wird unser Leben bereichern. Danke für diese Erkenntnis. Später kann ich sagen, damals...ich war dabei.
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