Krebsgefahr: Deutsche wollen höhere Zigarettenpreise

Die Deutschen würden höhere Preise für Zigaretten hinnehmen. Eine repräsentative Umfrage hat jetzt ergeben, dass knapp die Hälfte der Befragten das Rauchen zugunsten der Gesundheit teurer machen würde. Allerdings ist fraglich, ob allein dadurch mehr Menschen zu Nichtrauchern würden.

Raucher: Mehr als 100.000 Tote jährlich in Deutschland Zur Großansicht
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Raucher: Mehr als 100.000 Tote jährlich in Deutschland

Berlin - Ein knappes Drittel der Deutschen raucht nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts. Offensichtlich würde die nichtrauchende Mehrheit Maßnahmen begrüßen, die aus noch mehr Rauchern Nichtraucher machen sollen. Das zeigt eine repräsentative Online-Umfrage, die jetzt ergeben hat, dass die Deutschen zum Schutz der Gesundheit Zigaretten gerne teurer machen würden.

Nach den Ergebnissen des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Nachrichtenagentur dpa sind 42 Prozent der Befragten dafür, den Preis für eine Schachtel Zigaretten anzuheben. 29 Prozent halten die Kosten für angemessen, nur etwa ein Viertel der Interviewten (23 Prozent) ist der Ansicht, dass Zigaretten billiger werden sollten. Der Rest konnte sich nicht entscheiden.

Eine Packung mit 19 Zigaretten kostet nach Angaben des Deutschen Zigarettenverbandes (DZV) rund fünf Euro. Zwischen einzelnen Herstellern schwankten die Preise aber zwischen 3,50 Euro und 7 Euro.

Viele Raucher weichen auf ausländische Zigaretten aus

Ob allein der Preis den Deutschen die Lust aufs Rauchen vermiest, ist dabei fraglich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im ersten Quartal 2013 rund 17 Milliarden Zigaretten versteuert - rund 6,8 Prozent weniger als Anfang 2012. Doch viele Tabakwaren werden nach wie vor, legal und illegal, im Ausland gekauft - vor allem in den östlichen Nachbarländern.

Bei vielen Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren gilt das Qualmen anscheinend nicht mehr als cool. Die Raucherquote unter Teenagern hat sich zwischen 2001 und 2011 mehr als halbiert, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Zwei Drittel der Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren gäben nun an, noch nie geraucht zu haben. In der YouGov-Umfrage sind dennoch 58 Prozent der Interviewten der Meinung, dass Kinder nicht genug über die Folgen des Rauchens aufgeklärt werden. Dazu zählt etwa das steigende Krebsrisiko.

Mit dem Nichtraucherschutz in Gaststätten oder am Arbeitsplatz sind zwar 75 Prozent der Befragten zufrieden - etwa ein Fünftel (21 Prozent) wünscht sich aber noch konsequentere Rauchverbote. Der Nichtraucherschutz ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Sehr scharfe Gesetze in der Gastronomie hat zum Beispiel Bayern.

Nach Angaben von Martina Pötschke-Langer, Expertin beim Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), gehen nach den jüngsten Zahlen für 2007 rund 77.500 Todesfälle bei Männern pro Jahr auf das Rauchen zurück, bei Frauen seien es 28.800. Aus Langzeituntersuchungen wisse man, dass Raucher statistisch gesehen zehn Jahre ihres Lebens verlören - und jeder zweite Raucher vorzeitig sterbe, ergänzte die Forscherin. Wer vor dem 40. Lebensjahr mit dem Qualmen aufhöre, könne seine Lebenschancen aber deutlich verbessern.

Lesen Sie hier mehr zum Rauchen: Rauchstopp vor dem Vierzigsten bringt neun Jahre mehr +++ Vier Wege aus der Nikotinsucht +++ Rauchstopp bringt Frauen zehn Lebensjahre mehr

dba/dpa

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insgesamt 225 Beiträge
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1. dann aber bitte konsequent...
hauie 24.05.2013
...alles andere, was ungesund ist, auch teurer machen. Alkohol, Fast Food, Abgase, Plastik, Waffen etc. pp. usw. ...
2. Dann dampfen wir eben rauchlose Zigaretten.
Hamberliner 24.05.2013
Zitat von sysopDie Deutschen würden höhere Preise für Zigaretten hinnehmen. Eine repräsentative Umfrage hat jetzt ergeben, dass knapp die Hälfte der Befragten das Rauchen zu Gunsten der Gesundheit teurer machen würde. Allerdings ist fraglich, ob allein dadurch mehr Menschen zu Nichtrauchern würden. Rauchen: Deutsche wollen höhere Zigaretten-Preise - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/rauchen-deutsche-wollen-hoehere-zigaretten-preise-a-901618.html)
Der Bericht an sich macht ja noch einen einigermaßen neutralen Eindruck, aber die vielen Links machen daraus ein Anti-Raucher-Pamphlet, das Hajo Friedrichs' Vermächtnis missachtet: Ein guter Journalist macht sich nicht gemein mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache. Im übrigen sehe ich als Genießer den Gelüsten, uns Genießern in die Tasche zu greifen, gelassen entgegen: Man kann alltags, tagsüber, bei der Arbeit, auch dampfen anstatt zu rauchen und das Rauchen auf erlesene Momente konzentrieren. Statistische Angaben über den Anteil an Rauchern finde ich sowieso unvollständig, wenn die Angabe fehlt, welcher Bevölkerungsanteil denn dampft statt raucht.
3. Knapp
rennflosse 24.05.2013
Zitat von sysopDie Deutschen würden höhere Preise für Zigaretten hinnehmen. Eine repräsentative Umfrage hat jetzt ergeben, dass knapp die Hälfte der Befragten das Rauchen zu Gunsten der Gesundheit teurer machen würde. Allerdings ist fraglich, ob allein dadurch mehr Menschen zu Nichtrauchern würden. Rauchen: Deutsche wollen höhere Zigaretten-Preise - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/rauchen-deutsche-wollen-hoehere-zigaretten-preise-a-901618.html)
Knapp die Hälfte der Befragten, also die Nichtraucher unter ihnen. Das zeigt die typisch deutsche Haltung, alle Restriktionen gut zu heißen, von denen man selber nicht betroffen ist oder das zumindest glaubt. Zudem gibt es eigentlich keine repräsentativen Umfragen. Hier ist allein schon Misstrauen vonnöten.
4. Höhere Preise...
spon-facebook-1478387491 24.05.2013
...haben mich auch nicht überzeugt, mit dem Rauchen aufzuhören. Bei vielen Leuten wird es nicht anders sein. Als ich angefangen habe, kosteten Zigaretten 5 Mark. Jetzt kosten sie 5 Euro. Na und? Nur der eigene Wille hilft einem da raus! Ein stolzer Nichtraucher
5. So ein Schwachsinn ...
maxibutz 24.05.2013
Preiserhöhungen haben keinen wesentlichen Einfluß auf's "Aufgeben". Und wenn man das wirklich glaubt, sollten aber sofort die Preise für Alkoholika entsprechend angehoben werden! Alkoholbedingte Krankheiten kosten Kassen und Staat ebenfalls Unsummen!
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