Regelschmerzen Was hilft an besonders schlimmen Tagen?

Regelschmerzen plagen viele Frauen. Deshalb neigt man dazu, sie als normal hinzunehmen. Doch hinter starken, anhaltenden Beschwerden kann die Krankheit Endometriose stecken.

Wärme lindert den Schmerz etwas
Corbis

Wärme lindert den Schmerz etwas


Wie können sich Regelschmerzen äußern?

Typisch sind Schmerzen im Unterbauch. Ansonsten gebe es aber nahezu alle Facetten, sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. "Bei manchen Frauen sind die Schmerzen eher dumpf, bei anderen eher stechend oder krampfartig." Mal strahlen sie seitlich oder in den Rücken aus. Einige Frauen haben gar keine Beschwerden, andere nur zu Beginn der Periode, und wieder andere haben so starke Schmerzen, dass sie zu Hause bleiben müssen. Ein kleiner Trost: "Die Schmerzen werden oft im Lauf des Lebens leichter."

Was lässt sich grundsätzlich gegen die Schmerzen tun?

Ein Patentrezept gibt es nicht. Was man tun oder lassen sollte, hängt auch von den Schmerzen ab. "Manchen Frauen hilft es, die Tage etwas ruhiger angehen zu lassen, Abendtermine nach der Arbeit abzusagen, vielleicht früher ins Bett zu gehen", sagt Albring. Eine grundsätzliche Empfehlung gibt es in Sachen Verhütung: "Frauen mit starker und schmerzhafter Blutung sollten keine Kupferspirale oder Kupferkette verwenden." Stattdessen sollte man hormonelle Verhütungsmittel in Betracht ziehen - einige können laut Albring bei starken oder schmerzhaften Blutungen sehr gut helfen. Die Mittel können aber auch Nebenwirkungen haben, so erhöht zum Beispiel die Anti-Baby-Pille vor allem in den ersten Einnahmewochen das Thromboserisiko.

Was hilft bei akuten Beschwerden?

Am besten probieren betroffene Frauen aus, was ihnen guttut: Ruhe, Entspannung, Wärmflasche, joggen, baden oder Yoga, empfiehlt Albring. Oder man versucht es mit krampflösenden Tees etwa aus Kamillenblüten, Melissen- oder Frauenmantelkraut, sagt Imke Düdder von der Apothekerkammer in Westfalen-Lippe. Statt der klassischen Wärmflasche oder dem Körnerkissen kommen auch Wärmepflaster infrage. Sie könnten acht bis zehn Stunden getragen werden und halten eine für Wärmeanwendungen optimale Temperatur von 40 Grad.

Helfen Hausmittel nicht, können Frauen Schmerztabletten nehmen. Geeignet seien freiverkäufliche Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen, sagt Düdder. Sie empfiehlt allerdings, vor der Einnahme einmal mit Arzt oder Apotheker zu sprechen.

Wann sollte man mit den Regelschmerzen zum Arzt gehen?

Düdder rät: Wenn erstmals starke Schmerzen auftreten, diese sich in Intensität und Dauer verändert haben oder wenn man Schmerzen auch außerhalb der Periode hat.

Gynäkologe Stefan Renner von der Uniklinik Erlangen ergänzt: "Wenn die Lebensqualität beeinträchtigt ist, man nur im Bett liegen kann oder so eingeschränkt ist, dass man nicht jeden Monat damit leben kann." Denn hinter derartigen Symptomen kann sich auch die Krankheit Endometriose verbergen.

Was ist Endometriose?

Bei der Krankheit siedelt sich meist gutartiges Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter an und blutet im Zyklusverlauf ab. Das Gewebe breitet sich mit der Zeit weiter aus und kann zu Zysten, Verwachsungen und Unfruchtbarkeit führen, wie Renner, der auch Präsident der Europäischen Endometriose-Liga ist, erläutert.

Zunächst treten die Schmerzen nur während der Periode auf, mit der Zeit bleiben sie aber bestehen. Obwohl nach Schätzungen der Organisation gut jede zehnte Frau in Deutschland betroffen ist, tun viele Frauenärzte die Symptome einer Endometriose ab, sagt Renner. Bis zur Diagnose vergehen Schätzungen zufolge im Schnitt sieben Jahre.

Hier können Frauen einen ersten Selbsttest machen. So würden sie auch nicht von den Fragen überrascht, die Ärzte bei einem Endometriose-Verdacht stellen, sagt Renner. Denn die können recht intim sein, da die Erkrankung auch mit Schmerzen beim Sex oder beim Stuhlgang einher gehen kann.

Wie wird Endometriose behandelt?

Die Diagnose wird in der Regel per Bauchspiegelung gestellt. Dabei können die Endometrioseherde direkt entfernt werden. Bei milden Beschwerden, bei einem Rückfall oder zur Vorbeugung nach einer Operation kommt eine Hormontherapie in Betracht.

wbr/Elena Zelle, dpa

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
canthia 21.03.2016
1. Der beste Tipp
kam von einer Freundin: "Werd doch schwanger, dann hast du anschließend keine Regelschmerzen mehr." Und so war es auch. Übrigens waren die Wehen nicht so schlimm wie die Regelschmerzen - das will was heißen.
Kurbelradio 21.03.2016
2.
bei mir half immer Wärme. Wenn mir kalt war, waren die Schmerzen auch da. Und mehr Schlaf half auch. Jetzt bin ich in den Wechseljahren...hehe...und habe es bald hinter mir *juhuu*
Werwölfin 21.03.2016
3.
Zitat von canthiakam von einer Freundin: "Werd doch schwanger, dann hast du anschließend keine Regelschmerzen mehr." Und so war es auch. Übrigens waren die Wehen nicht so schlimm wie die Regelschmerzen - das will was heißen.
Schön, dass das bei Ihnen geholfen hat. Ging meiner Mutter auch so. Der Rat klingt aber wie Hohn für Endometriose-Patientinnen, bei denen die Ursache der Schmerzen ja auch oft der Grund ist, warum sie eben nicht schwanger werden können. Auch nicht wirklich eine Lösung, wenn die schlimmsten Schmerzen (wie in meinem Fall) im Alter von 12 bis 17 Jahren auftreten. Da war die beste Abhilfe die Hormonspirale.
gutes_essen 21.03.2016
4. Hatte das in der Pubertät
Hat bei mir aufgehört, als ich die Pille genommen habe. Ansonsten... Augen zu und durch.
kippwende 21.03.2016
5. Endometriose ist mehr als Regelschmerz
Für viele Endometriose-Patientinnen bedeutet die Krankheit mehrere OPs und chronische Schmerzkrämpfe. Ihr Verlauf kann u.U. die Frühverrentung bedeuten. Mit "Augen zu und durch" oder "ruhiger angehen lassen" hat die Krankheit nichts zu tun. Beratung gibt es bei der Endometriose-Vereinigung auf regelschmerzen-info.de.
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