RLS-Selbstcheck: Leiden Sie am Restless Legs Syndrom?

Sie haben den Verdacht, am Restless Legs Syndrom zu leiden? Mit einem Selbstcheck lassen sich mögliche Ursachen und Beschwerden abklären. Der Test kann dabei helfen, sich gezielt auf einen Arzttermin vorzubereiten - ersetzen kann er den Besuch aber auf keinen Fall.

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Corbis

Ein gesunder ruhiger Schlaf: Viel wert, vor allem für Menschen mit RLS

Was ist über die Ursachen von RLS bekannt?

Noch hat man nicht im Detail verstanden, was hinter dem Restless Legs Syndrom steckt. Klar ist allerdings, dass bei der Krankheit die Funktion des Nervenbotenstoffs Dopamin gestört ist.

In einigen Fällen haben die Betroffenen eine genetische Veranlagung für die Krankheit. Häufig ist sie aber auch Folge einer Grunderkrankung und entsteht etwa durch eine stark reduzierte Nierenfunktion, eine Rheumatoide Arthritis oder eine Multiple Sklerose. Weitere Ursachen können Parkinson oder Nervenreizungen, beispielsweise durch einen verengten Rückenmarkskanal, sein. Sehr häufig führt auch ein Eisenmangel zu RLS. Letzterer lässt sich leicht durch Eisencarboxymaltose beheben, dann sind die RLS-Symptome innerhalb von einer Woche deutlich gelindert.

Ebenso können vorübergehende Faktoren die RLS begünstigen: "Beispielsweise eine Schwangerschaft, nach deren Ende die RLS aber häufig direkt zurückgeht", sagt Jörn-Peter Sieb. Bestimmte Medikamente können die RLS außerdem verschlimmern, zu ihnen zählen einige Antidepressiva wie Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer und Mirtazapin, Medikamente wie das Metoclopramid gegen Übelkeit und Neuroleptika. Auch Koffein und Alkohol, Wärme und großer Stress verstärken ein bestehendes Restless Legs Syndrom.

Wie sich RLS bemerkbar machen kann

Bei den Betroffenen tritt in Ruhe- und Entspannungsphasen ein Ziehen, Jucken, Reißen oder Kribbeln in Beinen und Armen auf und zwar vor allem - aber nicht nur - abends und nachts, da das Syndrom an den Tag-Nacht-Rhythmus gebunden ist. Der Bewegungsdrang ist so stark, dass man aufstehen und umhergehen muss. Dadurch werden die Beschwerden erst einmal besser. Auch kalte Fußbäder bringen etwas Linderung.

Tagsüber treten in der Regel kaum Beschwerden auf, solange man sich aktiv bewegt. Aufgrund der Beschwerden fällt das Einschlafen schwer, unwillkürliche Zuckungen in den Beinen können den Schlaf wiederholt unterbrechen. Am nächsten Tag fühlen sich die Betroffenen oft müde und erschöpft. Kommt es in Ruhephasen auch tagsüber zu den Symptomen, kann dies die Betroffenen in ihren beruflichen und sozialen Aktivitäten (zum Beispiel Konzertbesuche, Kino, Theater) beeinträchtigen.

Der Arzt diagnostiziert die Krankheit vor allem anhand der Beschwerden. Allerdings existieren auch eine Reihe weiterer Erkrankungen wie die Polyneuropathie und arterielle oder venöse Durchblutungsstörungen, die RLS-ähnliche Symptome verursachen können. "Es gibt jedoch einen typischen Unterschied zwischen Polyneuropathie und RLS. Viele, die an einer Polyneuropathie leiden, empfinden Wärme an den Beinen als unangenehm. Das ist bei RLS nicht so", sagt Sieb.

Was Sie selbst tun können:

  • Kalte und warme Güsse, Massage, die Beine mit Franzbranntwein einreiben.
  • Regelmäßig abends körperlich betätigen, zum Beispiel einen Spaziergang machen oder sich kurz (!) auf dem Fahrradheimtrainer trimmen.
  • Meiden Sie Koffein (Mate-Tee, Coca-Cola, schwarzer Tee und Kaffee).
  • Meiden Sie Alkohol und Tabak. Alkohol verändert die Schlafstruktur ungünstig.
  • Falls Sie viel am Schreibtisch sitzen, sollten Sie sich ein Schreibpult zulegen, um zeitweise im Stehen zu arbeiten.
  • Tägliches Stretching, leichte Dehnübungen am Abend.

Gerlinde Gukelberger-Felix

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