Infektionskrankheit Rumänien kämpft gegen Masern-Ausbruch

In Rumänien sind 32 Menschen bei einem Masern-Ausbruch gestorben. Das Gesundheitsministerium will jetzt mithilfe eines neuen Gesetzes die Impfquote erhöhen.

Masern (eingefärbte Elektronenmikroskop-Aufnahme)
Getty Images

Masern (eingefärbte Elektronenmikroskop-Aufnahme)


Seit Anfang 2016 häufen sich die Masernfälle in Rumänien. Mehr als 8200 Menschen sind seitdem erkrankt, 32 starben infolge der Infektion.

Das Gesundheitsministerium des Landes will nun ein neues Gesetz auf den Weg bringen, um die Impfquoten zu erhöhen. Insbesondere in einigen Kreisen im Westen Rumäniens haben weniger als die Hälfte der Kinder die vollständige Masern-Impfung erhalten, die aus zwei Dosen besteht. Landesweit liegt die Quote für die zweite Impfung bei 67 Prozent.

Nach Angaben des Ministeriums müssten gut 224.000 Kinder im Alter von neun Monaten bis neun Jahren noch gegen Masern geimpft werden. Die Infektionskrankheit ist hochansteckend. International wird eine Impfquote von mindestens 95 Prozent angestrebt. Dies ist die Voraussetzung dafür, die Masern-Ausbreitung völlig zu unterdrücken und den Erreger im besten Fall auszurotten.

In Rumänien ist die Impfquote in den vergangenen zwei Jahren deutlich gesunken. Dies liegt nicht nur daran, dass Eltern die Impfung für ihre Kinder vergessen oder verweigern, sondern auch an regelmäßigen Impfstoff-Engpässen. Ein Impfregister fehlt. Und in vielen kleinen Dörfern haben die Menschen kaum Zugang zu medizinischer Versorgung.

Am Mittwoch entließ der Gesundheitsminister die Zuständigen auf Kreisebene in jenen Bezirken mit besonders niedriger Impfquote. Ein Entwurf des neuen Gesetzes soll demnach schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden.

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Die Masern gehen in aller Regel mit hohem Fieber, Ausschlag am ganzen Körper, Husten und Schnupfen einher. Die Krankheit schwächt das Immunsystem so stark, dass Betroffene mindestens in den folgenden sechs Wochen viel anfälliger für bakterielle Infektionen sind. Deshalb erkranken viele Infizierte an Mittelohr- oder Lungenentzündungen. In etwa einem von tausend Fällen kommt es zu einer Gehirnentzündung, die oft tödlich verläuft.

Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Masern-Ausbrüchen. Im Mai starb eine Frau in Essen an den Folgen der Krankheit.

wbr/rtr



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