In NRW behandelt Patient an gefährlichem Coronavirus erkrankt

Ein neuartiger Erreger sorgt bei Gesundheitsbehörden für Anspannung: Ein Mann aus Katar hatte sich mit dem gefährlichen Coronavirus infiziert, das Sars-ähnliche Symptome auslöst. Wie jetzt bekannt wurde, haben Ärzte in einer deutschen Spezialklinik den Patienten behandelt.

Coronavirus, unter dem Mikroskop vergrößert: Infizierte erkranken an Sars-ähnlichen Symptomen
REUTERS/ HPA

Coronavirus, unter dem Mikroskop vergrößert: Infizierte erkranken an Sars-ähnlichen Symptomen


Es ist weltweit die fünfte bekannte Ansteckung mit dem gefährlichen Coronavirus, das seit einiger Zeit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie andere Gesundheitsbehörden aufhorchen lässt: Der infizierte Mann war zunächst in einem Krankenhaus im Ölstaat Katar, kam dann aber wegen schwerer Atemwegssymptome in eine Spezial-Lungenklinik nach Nordrhein-Westfalen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag in Berlin mitteilte.

Dort wurde der Patient dem RKI zufolge intensivmedizinisch behandelt, worauf sich sein Zustand deutlich gebessert habe. Insgesamt vier Wochen habe er in der Klinik verbracht, bereits Anfang der Woche sei er entlassen worden. Über mögliche Erkrankungen, die mit dem Infekt des Patienten zu tun haben könnten, liegen demnach bisher keine Berichte vor, heißt es in einer Pressemitteilung des RKI. Derzeit werde eine ausführliche Befragung aller Kontaktpersonen durch die Klinik sowie das zuständige Gesundheitsamt in die Wege geleitet.

Ein Infizierter bereits gestorben

Die Proben des Patienten waren demnach aus Katar nach Großbritannien geschickt und dort auf das neuartige Coronavirus untersucht worden. Die Laborergebnisse bestätigten den Verdacht: Der Mann hat sich mit hCoV-EMC, so die Abkürzung des Virus, infiziert. Bisher sind den Behörden ein weiterer bestätigter Fall aus Katar und drei Fälle aus Saudi-Arabien bekannt. Einer davon war bereits im Juni der Infektion erlegen.

Besonders auffallend ist bei den meisten Patienten ein schweres Atemnotsyndrom, ähnlich dem Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom (Sars), bei gleichzeitigem akuten Nierenversagen. Einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen konnten die Experten bisher nicht erkennen. Zudem traten sie in größeren zeitlichen Abständen auf. Man geht, so heißt es in der Pressemitteilung, von "sporadischen Infektionen unbekannter Ursache" aus. Deshalb stuft das RKI das Erkrankungsrisiko in Deutschland weiterhin als gering ein.

Ein Sars-Ausbruch vor zehn Jahren hatte weltweit mehr als 700 Todesfälle gefordert.

cib

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insgesamt 2 Beiträge
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Phil_iP 23.11.2012
1. Coronahype
Das könnte man nun natürlich zu einem Weltuntergangs-Hype mit T-Shirts (Corona: not me!), B-Movies (Plan C from outer space), endlosen Diskussionsrunden mit Politikern und anderen Intellektuellen, und bei Jauch auch als 1 Mill. Euro-Frage aufblasen. Da die Coronaviren aber eine ganz normale Virusfamilie sind, die u.a. auch SARS beinhaltet (so wie HIV nur eines von vielen Dutzend Retroviren ist), und weder den Immunstatus des Patienten erwähnt wird, noch Sekundärinfektionen, gleicht das dem Typ, der nach der Kneipe einfach umkippt (wo andere einfach heimgehen).
frank_w._abagnale 23.11.2012
2.
Das Coronavirus gehört zur Gruppe der Sistymos-Viren, die erstmals in Schwarzafrika in größerem Umfang aufgetreten sind. Der erste größere Ausbruch dieses multiplen Virus wurde 1975 in Bougaineville registriert. Damals aber weitgehend eingedämmt. Es wurde vermutet, dass Virenstämme seiner "eingefroren" wurden. Es wäre interessant zu wissen, wo der Patient 0 herkommt.
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