Zigaretten Die Schockbilderschachteln kommen

Auf Zigarettenpackungen müssen künftig abschreckende Bilder und Warnhinweise prangen. Obwohl die Richtlinie ab Freitag greift, werden noch Wochen vergehen, ehe die ersten Schockschachteln im Laden liegen.

Ein Päckchen Zigaretten
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Ein Päckchen Zigaretten


Ab dem 20. Mai (Freitag) müssen neue Zigarettenschachteln in Deutschland zu zwei Dritteln mit Schockbildern und Warnhinweisen versehen werden. Sowohl auf der Vorder- als auch Rückseite. Und die Gruselbilder dürfen nicht am unteren Rand versteckt werden - ob faulende Raucherbeine, schwarze Zahnstümpfe oder zerfressene Lungen. Das schreibt die EU-Tabakrichtlinie vor. Die Politik hofft, so die Lust am Rauchen weiter einzudämmen.

Bis die neuen Packungen hierzulande in die Läden kommen, werden jedoch noch einige Wochen bis Monate vergehen. Der Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbandes, Jan Mücke, schätzt, dass es die ersten Zigarettenschachteln mit Schockbildern im Spätsommer oder Anfang Herbst geben wird. Die Hersteller dürfen bereits produzierte Ware noch ein Jahr lang abverkaufen.

"Noch nicht alle Marken werden vom 20. Mai im neuen Design produziert", sagt Mücke. Die Unternehmen arbeiteten zwar mit Hochdruck an der Umstellung, aber diese erfolge schrittweise.

Nach seinen Angaben werden einige Zigarettenmarken verschwinden, insbesondere Nischenprodukte. Für einige Marken sei der Aufwand für die Druckumstellung zu groß. Auch machten manche Hersteller aus zwei Marken eine. Große Konzerne mit wenigen, aber umsatzstarken Marken hingegen haben laut dem Verbandschef weniger Probleme.

Die deutschen Hersteller beklagen eine Benachteiligung gegenüber Konkurrenten. "Vor allem in den osteuropäischen Nachbarländern haben die Hersteller mehr Zeit und so Wettbewerbsvorteile", sagt Mücke. So könnten diese etwa in Polen, Tschechien und Ungarn die EU-Vorgaben später umsetzen und nicht wie in Deutschland ab dem 20. Mai.

Keine Werbung, kein Menthol

Die EU-Richtlinie sieht unter anderem auch vor, dass auf Schachteln nicht mehr mit wahren Angaben, etwa dass der Tabak aus "ökologischem Anbau" stamme, geworben werden darf. Zusätzlich werden spätestens im Jahr 2020 Mentholzigaretten europaweit verboten.

Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sinkt der Anteil der Raucher seit einigen Jahren. 2013 rauchten 29 Prozent der männlichen Bevölkerung ab 15 Jahren sowie 20 Prozent der Frauen.

wbr/dpa



insgesamt 78 Beiträge
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sepp16 19.05.2016
1. Der Herr Mücke
Tja, dafür ist in Ungarn, Tschechien, und Polen aber im Gegensatz zu Deutschland Tabakwebung schon seit Jahren verboten. Ob das dem Herren Mücke gefällt? Zudem wird es in Ungarn nicht nur Schockbilder sonder auch komplettes Plain Packaging geben. Wird ihm wohl auch nicht gefallen.
bakero 19.05.2016
2. .
Rauchen ist ungesund, das sollte sich aber mittlerweile herumgesprochen haben. Warum man aber so massiv gegen Tabakkonzerne vorgeht und andere Branchen verschont, erklärt sich mir nicht. Auch Alkohol verursacht Krebs und andere Krankheiten, über 70.000 sterben jedes Jahr daran. Ein Warnhinweis soll trotzdem nicht auf die Flasche. Auch Steuererhöhungen und Jugendverbot wie beim Tabak... Fehlanzeige. Auf Zigarettenschachteln müssen Schockbilder, aber beim Essen und Trinken dürfen immer noch leckere Früchte abgebildet werden, obwohl keine einzige drin ist. Auch die Lebensmittelampel wird von interessierter Seite verhindert. Könnte ja sein, dass eine Mutter plötzlich merkt, wieviel Zucker sie ihrem Kind gibt. Was für eine scheinheilige Politik...
wolfgangwies 19.05.2016
3.
Wann kommen die abschreckenden Bilder auf Alkohol-flaschen?.Es sterben jedes jahr mindestens so viele Menschen an Alkohol wie an Tabak.Ach ja,der Tabakanbau wird ja von der EU subvensioniert,genau wie der Weinanbau.Einfach nur lächerlich,der Haufenweggelobter.
sepp16 19.05.2016
4.
Zitat von wolfgangwiesWann kommen die abschreckenden Bilder auf Alkohol-flaschen?.Es sterben jedes jahr mindestens so viele Menschen an Alkohol wie an Tabak.Ach ja,der Tabakanbau wird ja von der EU subvensioniert,genau wie der Weinanbau.Einfach nur lächerlich,der Haufenweggelobter.
Der Tabakanbau wird schon seit einigen Jahren nicht mehr subventioniert.
zeroslammer 19.05.2016
5. Ich empfinde grosses Glück,
ohne die Bilder wüsste ich ja nicht was ich mir antue....naja. Gibt so schöne Beutel für Tabak die einige Hersteller gerade kostenlos verteilen. Da kommt der Tabak nu rein und gut ist.
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