Befruchtung: Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter

Nach der Befruchtung nistet sich die Eizelle normalerweise in der Gebärmutter ein. In ein bis zwei von hundert Fällen aber beginnt der Embryo, im Eileiter, den Eierstöcken oder der Bauchhöhle zu wachsen. Wird eine solche Schwangerschaft nicht früh genug erkannt, kann Lebensgefahr bestehen.

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Befruchtung: Nicht immer nistet sich die Eizelle an der richtigen Stelle ein

Wie häufig kommt so etwas vor?

In immerhin ein bis zwei von 100 Schwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutterschleimhaut ein. In etwa 90 Prozent dieser Fälle entsteht eine Eileiterschwangerschaft. Diese kann sich an unterschiedlichen Stellen des Eileiters ausbilden. Weitere Möglichkeiten sind Schwangerschaften in der Bauchhöhle, dem Eierstock, dem Gebärmutterhals oder der Muskelschicht der Gebärmutter. Nur aus einer Bauchhöhlenschwangerschaft kann sich ein überlebensfähiges Kind entwickeln.

Wie entdecken Ärzte eine falsch eingenistete Eizelle?

Schon früh in der Schwangerschaft kann mit einem vaginalen Ultraschall bestimmt werden, ob der Embryo innerhalb der Gebärmutter liegt. Später wird das aufgrund der Größenverhältnisse deutlich schwieriger. "Solange man bei positiven Schwangerschaftstests im Ultraschall keinen Embryo innerhalb der Gebärmutter findet, ist eine Einnistung außerhalb der Gebärmutter nicht ausgeschlossen und man muss gegebenenfalls eine Bauchspiegelung machen", erklärt Birgit Seelbach-Goebel, Schriftführerin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

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Schwangerschaft: Verschiedene Orte der Einnistung

Da in Deutschland regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen angeboten werden, entdecken Ärzte viele Extrauterinschwangerschaften auch, ohne dass die Frau Beschwerden hat. "Typische Symptome bei einer Eileiterschwangerschaft sind starke Schmerzen, weil im Eileiter Platz fehlt, sobald der Embryo und der Mutterkuchen wachsen", sagt Seelbach-Goebel. "Auch Blutungen treten häufig auf." Lebensgefährlich kann diese Situation werden, wenn der Eileiter reißt - starke Blutungen in den Bauchraum sind dann die Folge. Eine Bauchhöhlenschwangerschaft wird aufgrund des ausreichenden Platzes hingegen mitunter erst später entdeckt, falls die Frau nicht zum Arzt geht.

Welche Gefahren drohen?

Jede Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter bedeutet für das heranwachsende Kind und die Mutter große Gefahr. Vor allem Blutungen nach einer Ruptur sind bedrohlich. Wird ein Kind nach einer Schwangerschaft in der Bauchhöhle gesund geboren, geht es vor allem darum, die Mutter zu retten.

Was kann man tun?

Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter wird üblicherweise beendet. Der Embryo und der Mutterkuchen werden meist über eine Bauchspiegelung entfernt. Dabei kann entweder der Eileiter mit einem kleinen Schnitt eröffnet oder komplett entfernt werden. Auch die medikamentöse Beendigung der Schwangerschaft mit Methotrexat ist möglich.

Kann man danach wieder schwanger werden?

Eine Frau kann normalerweise auch nach einer beendeten Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter wieder schwanger werden. Wie groß die Chancen sind, hängt davon ab, ob Methotrexat verwendet wurde, und ob der betroffene Eileiter nur eingeschnitten oder ganz entfernt wurde. "Nach einem Schnitt in den Eileiter kann es passieren, dass sich ein befruchtetes Ei erneut an dieser Stelle einnistet", erklärt Seelbach-Goebel. "Trotzdem ist die Chance für eine intakte Schwangerschaft innerhalb der Gebärmutter größer, als wenn der Eileiter komplett entfernt wurde."

hei

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Zur Autorin
  • Heike Le Ker ist Ärztin, hat in der Neurologie gearbeitet und über Geburtsstress bei Kindern promoviert. Sie ist Redakteurin im Ressort Gesundheit bei SPIEGEL ONLINE.

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