Schutz vor Sonnenbrand: Viel Creme hilft viel

Endlich! Der Frühling kehrt in Deutschland ein. Mit den Sonnenstrahlen steigt allerdings die Gefahr für die Haut. Zeit, das Sonnenschutz-Wissen aufzufrischen und die warmen Tage dadurch umso mehr zu genießen.

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Sonnencreme: Dem Wetter und dem Hauttyp anpassen

Am Wochenende war der richtige Zeitpunkt, einen Luftsprung zu wagen. Endlich schien die Sonne über Deutschland, Menschenscharen bevölkerten Parks, Eisdielen und Straßencafés. Mit den wärmenden Strahlen kamen jedoch auch die Relikte des Winters zum Vorschein: ungebräunte Arme, Dekolletés und Waden. Bald schon können die Deutschen auch den Rest ihres winterweißen Körpers das erste Mal im Freibad in die Sonne halten. Doch dabei ist Vorsicht geboten.

"30 Minuten bevor man in die Sonne geht, sollte man sich mit Sonnenschutz eincremen", rät Heike Stahlhut vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg. Das gilt vor allem für Cremes mit chemischen Filtern. Sonnenmittel mit mineralischen Filtern wirken laut Dirk Meyer-Rogge vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) in Berlin direkt.

Beim Auftragen gilt es, bloß nicht zu geizen. Allein für das Gesicht rechnet Meyer-Rogge mit einem gestrichenen Teelöffel Creme. "Das sind circa fünf Gramm", sagt er. Alle zwei bis drei Stunden ist Nachcremen angesagt, beim Baden sollte die Creme außerdem wasserfest sein. Zugegeben, das nervt. Aber die Haut dankt es.

Hauttypisch: Keltisch, nordeuropäisch, südländisch

Wie lange sich ein Mensch ohne Schutz in der Sonne aufhalten kann, hängt vom Hauttyp ab. Nummer I ist der keltische Typ. Er habe meistens rote Haare, eine helle Haut, immer Sommersprossen und werde eigentlich nicht braun, sagt Stahlhut. Nach maximal zehn Minuten ohne Schutz bekommt er einen Sonnenbrand. Hauttyp II ist der nordeuropäische Typ mit blond-braunen Haaren und hellen Augen. Er hat meist Sommersprossen, bräunt langsam und bekommt häufig einen Sonnenbrand. Sein Eigenschutz hält zehn bis 20 Minuten.

Hauttyp III ist der Mischtyp mit braunen Haaren und vorwiegend braunen Augen. Er kann sich gefahrlos 20 bis 30 Minuten in der Sonne aufhalten. Der südländisch wirkende Hauttyp IV hat eine bräunliche Haut und nie Sommersprossen. Er darf mehr als 30 Minuten ohne Schutz in die Sonne. Es kommt natürlich auch darauf an, wie vorgebräunt die Haut ist, und wie intensiv die Sonne.

"Man muss seine Eigenschutzzeit kennen", sagt Stahlhut. Multipliziere man sie mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) der Creme, erfahre man, wie lange man sich damit gefahrlos in der Sonne aufhalten kann. "Die Berechnung geht aber nur bis zu einem Lichtschutzfaktor von 20 bis 25", erklärt die Expertin. Bei Erwachsenen reiche der Lichtschutzfaktor 25 in der Regel auch aus. Ihre Kinder hingegen sollten Eltern mit einer LSF-30-Creme einreiben.

Bei den Kleinen muss zusätzlich auch der Nacken mit UV-dichter Kleidung geschützt werden, rät Meyer-Rogge. Erwachsene setzen sich am besten ebenfalls eine Mütze oder einen Hut auf den Kopf und eine Sonnenbrille auf die Nase. Sonst gilt die altbekannte Faustregel: die besonders intensive Mittagshitze meiden.

Milch, Lotion, Creme oder Gel?

Die meisten greifen vor einem Sonnenbad zu Milch oder Lotion, die zu 70 Prozent aus Wasser bestehen, dünnflüssig sind und sich daher gut verteilen lassen. Menschen mit trockener Haut rät Stahlhut zu fetthaltigen Cremes. Bei einer eher speckigen Haut hingegen empfiehlt die Expertin fettfreie Gels oder Sprays.

Wer Sonnencreme aufträgt, muss auch auf Make-up nicht verzichten. Der Schutz sollte aber zuerst kommen, dann das Make-up, erläutert Elena Helfenbein, Beautyexpertin vom VKE-Kosmetikverband in Berlin. Außerdem ersetze das Sonnenprodukt die Tagescreme nicht - es sei denn, diese hat selbst einen Sonnenschutz. Auch die Lippen brauchen Schutz. "Dafür gibt es Lippenpflegestifte mit Lichtschutzfaktor 50", sagt Meyer-Rogge.

Ist der Körper doch verbrannt, helfen kühlende Cremes und After-Sun-Produkte. Akut tue es auch ein nasses Küchenhandtuch, sagt Helfenbein. "Aber keine Kühlakkus verwenden, denn dann kann es zu Erfrierungen kommen", erklärt Meyer-Rogge. Außerdem sollten Betroffene viel trinken. Ist der Sonnenbrand stärker, müsse der Arzt helfen.

Besonders im Gesicht ärgern die Rötungen noch, wenn der Schmerz schon nachgelassen hat. Helfenbein rät hier, die Haut mit Wirkstoffkonzentraten und feuchtigkeitsspendenden Cremes zu beruhigen. Denn verbrannte Haut ist trocken und bildet kleine Fältchen. Pellt sich die Haut, kann man nichts mehr dagegen tun. Man könne nur vorbeugen, sagt Helfenbein. Und sich gar nicht erst verbrennen.

Von Elena Dilba, dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Verstehe ich nicht
rosenvater 24.04.2013
Zitat von sysopEndlich! Der Frühling kehrt in Deutschland ein. Mit den Sonnenstrahlen steigt allerdings die Gefahr für die Haut. Zeit, das Sonnenschutz-Wissen aufzufrischen und die warmen Tage dadurch umso mehr zu genießen. Sonnenschutz: Wie man sich am besten vor einem Sonnenbrand schützt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/sonnenschutz-wie-man-sich-am-besten-vor-einem-sonnenbrand-schuetzt-a-896065.html)
"Außerdem ersetze das Sonnenprodukt die Tagescreme nicht - es sei denn, diese hat selbst einen Sonnenschutz. " ??? Den Satz verstehe ich nicht. Muss es nicht heißen: Die Tagescreme ersetzt nicht den Sonnenschutz, es sei denn, diese hat selbst einen (geeignet hohen) LSF?
2. Schön und gut...
fatherted98 24.04.2013
...wußten wir doch alles schon. Also als Nordeurpäer im Prinzip die Creme so dick auftragen das sie gar nicht mehr einziehen kann...dann ist man am besten geschützt....oder aber UV dichte Klamotten...hmmm...vielleicht eine UV Burka...?
3. Vitamin D Mangel mit dem Quatsch
Feuerwehrmann001 24.04.2013
Zur Vitamin D Synthese braucht der Körper aber ultraviolettes Licht das auch durch die Sonnencreme geblockt wird. Vitamin D braucht der Körper aber für den Kalziumstoffwechsel. Ein gesundes Mass an Sonnelicht ist daher ohne Schutz sinnvoll. Die Haut ist ja nicht ohne Schutzmechanismen! Der Hype um den absoluten Sonnenschutz endet in Nahrungsergänzung oder defektem Knochenstoffwechsel.
4. Nachtrag:
westerwäller 24.04.2013
Zitat von sysopEndlich! Der Frühling kehrt in Deutschland ein. Mit den Sonnenstrahlen steigt allerdings die Gefahr für die Haut. Zeit, das Sonnenschutz-Wissen aufzufrischen und die warmen Tage dadurch umso mehr zu genießen. Sonnenschutz: Wie man sich am besten vor einem Sonnenbrand schützt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/sonnenschutz-wie-man-sich-am-besten-vor-einem-sonnenbrand-schuetzt-a-896065.html)
Nutella hat Sonnenschutzfaktor von 9,7 .... ... und das Entfernenlassen macht viel mehr Spaß als beim Nivea- und Piz-Buin-Zeug ...
5. Pro und Kontra: Sonne
klajor 24.04.2013
Wer hat sich denn hier nun schon wieder einen dicken Bonus bei der Hautschutzpharmaindustrie ergattert? Kaum ist die Sonne mal raus rät man zum Verstecken der Haut! Natürlich sollte man langsam (wenig Zeit) beginnen, aber dann kann man die Zeit erhöhen. Leider fehlt heute vielen Menschen das wichtige Vitamin D, das ja gebildet wird durch den Kontakt der Haut mit dem UV-Licht der Sonne. Das macht alle auch wieder fröhlicher und lebensbejahender (gegen Depression), nicht nur die "Gegen-UV-Licht-Konzerne" mit ihrer Angstmacherei ... Eine gesegnte Zeit denn auch in der Sonne!
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Hautkrebs
Zahl der Erkrankten steigt
Seit den siebziger Jahren steigt die Zahl von Hautkrebserkrankungen , keine andere Krebsart verzeichnet vergleichbare Zuwachsraten. Mehr als 20.000 Deutsche erkranken jedes Jahr neu am schwarzen Hautkrebs , die Zahlen für weißen Hautkrebs sind noch höher: Bei rund 80.000 deutschen Patienten wird jährlich ein Basalzellkarzinom diagnostiziert, bei etwa 22.000 ein Plattenepithelkarzinom .
Hauptursache hierfür ist die Belastung mit UV-Strahlung durch übermäßiges Sonnenbaden, Solarien und die erhöhte Strahlung durch die Zerstörung der Ozonschicht.
Malignes Melanom
Mit dem Begriff Hautkrebs wird umgangssprachlich oft das maligne Melanom bezeichnet, die bekannteste und gefährlichste Hautkrebsform. Dieser "schwarze Hautkrebs" entwickelt sich in der Regel als bösartige Neubildung pigmentbildender Zellen der Haut. Dabei wirken sich offenbar Effekte des ultravioletten Lichts aus: Unter anderem unterdrückt UV-Strahlung die Immunabwehr - mit der Folge, dass Krebsherde ungestört heranwachsen können.

Als besonders gefährdet gelten Menschen mit vielen pigmentierten Muttermalen ( Nävi ), hellem Hauttyp und genetischer Vorbelastung. Auch sogenannte Altersflecken können auf ein erhöhtes Hautkrebsrisiko hinweisen. Bei Männern steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter. Frauen bekommen Hautkrebs auch schon in jungen Jahren.
Früh erkannt, sind die Heilungschancen gut: Ist der Tumor nicht mehr als 1,5 Millimeter dick, überleben mehr als 90 Prozent der Patienten die nächsten zehn Jahre. Sind hingegen bereits Metastasen in Leber, Lunge, Gehirn oder Knochen aufgetreten, ist der Krebs meist nicht mehr heilbar. Jährlich sterben etwa 2500 Menschen am malignen Melanom.
Weißer Hautkrebs
Häufiger als maligne Melanome treten Hautkrebsarten auf, die sich nicht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut entwickeln und oft unter den Begriffen weißer oder heller Hautkrebs zusammengefasst werden. Am häufigsten sind darunter das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom . Das UV-Licht der Sonne schädigt in den Hautzellen die Erbsubstanz DNA. Mutationen entstehen, die zu Krebs führen können. Das Risiko, an einem sogenannten nichtmelanozytären Hautkrebs zu erkranken, steigt mit der lebenslang erworbenen UV-Dosis und daher mit zunehmendem Alter. Diese Hautkrebserkrankungen bilden fast nie Metastasen (Tochtergeschwülste) und sind somit in der Regel heilbar.
Vorbeugende Maßnahmen
Die beste Prävention gegen Hautkrebs ist nach wie vor ausreichender Schutz vor UV-Strahlung , unter anderen auch durch Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und schützende Kleidung. Sonnenbrände sollte man vermeiden und Kinder nicht übermäßig der Sonne aussetzen, vor allem nicht in der Mittagszeit.
Früherkennung
Je früher Hautkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb empfielt es sich, den eigenen Körper zu beobachten. Damit auch der Laie entsprechende Hautveränderungen entdecken kann, gibt es eine einfache ABCD-Regel. Die Abkürzung steht für Asymmetrie, Begrenzung, Colour (Farbe) und Durchmesser:
  • Asymmetrie: Ein Fleck kann gefährlich sein, wenn er keine runde oder ovale Form hat, sondern asymmetrisch aufgebaut ist.
  • Begrenzung: Eine unscharfe Begrenzung kann ebenso auf ein Melanom hindeuten wie unregelmäßige Ausfransungen oder Ausläufer des Pigmentmals.
  • Colour (Farbe): Ein Muttermal mit mehreren Farbtönungen sollte genau beobachtet werden.
  • Durchmesser: Auch ein Pigmentmal, dessen Durchmesser größer als fünf Millimeter ist, sollte beachtet werden.
Seit 1. Juli 2008 zahlen gesetzliche Krankenkassen vom 35. Lebensjahr an alle zwei Jahre eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs bei qualifizierten Hausärzten und Dermatologen.

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