Erkältung: Stiftung Warentest rät von Kombipräparaten ab
Ob in der U-Bahn oder im Büro: Es schnieft, hustet und schneuzt - die Erkältungszeit ist da. Die Werbung verspricht Hilfe durch Mischpräparate, die alle Symptome gleichzeitig angreifen. Doch Stiftung Warentest rät Patienten, lieber zu einzelnen Wirkstoffen zu greifen.
Wer mit Kopf- und Gliederschmerzen, die Sinne vernebelt, zu Hause auf der Couch liegt, der will nur Eines: Die Erkältung so schnell wie möglich wieder loswerden - am liebsten alle Symptome auf einmal. Kein Problem, sollte man meinen, dafür gibt es Hilfe aus der Apotheke. Unterschiedliche Kombinationen aus Schmerzmitteln, Hustenlösern oder Hustenstillern und wahlweise aufputschenden oder müde machenden Substanzen versprechen Linderung.
Die Hersteller werben, ihre Kombinationen würden mehrere Beschwerden auf einmal dämpfen. Die Stiftung Warentest allerdings kommt in einem aktuellen Test zu dem Schluss, Patienten sollten auf diese Kombipräparate verzichten und stattdessen lieber einzelne Wirkstoffe auswählen. Das Gießkannenprinzip sei nicht sinnvoll, hätten die Auswertungen der "test"-Expertengruppe unter der Leitung des Pharmazeuten Gerd Glaeske ergeben.
Medikamente wie Wick MediNait, Grippostad C oder Aspirin Complex empfiehlt Stiftung Warentest daher nicht. Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen würden zum Beispiel Schmerzen und Fieber zielgenauer und schonender behandeln. Für Schnupfen empfehlen die "test"-Experten Nasensprays mit abschwellenden Wirkstoffen oder Salzlösung. Bei trockenem Reizhusten raten sie zu Hustensäften, für Halsschmerzen seien Lutschtabletten die Lösung.
Auch die von den Testern empfohlenen Medikamente könnten die Erkältung allerdings nicht verkürzen - sie lindern lediglich die Symptome. Und die Wirksamkeit vieler Arzneimittel sei nur unzureichend duuch Studien an Patienten belegt. Das gelte auch für die bei Verbrauchern beliebten pflanzlichen Medikamente, die es ohne Rezept gebe. Dennoch empfiehlt "test" einige Mittel als "mit Einschränkung geeignet", zum Beispiel Echinacea bei Nasenkribbeln und rauem Hals oder Umckaloabo in Tropfenform bei Husten.
Zum Schutz vor Erkältung und auch der ernsteren Grippe, ausgelöst von Influenzaviren, empfehlen die Tester häufiges Händewaschen. Während Erkältungen durch eine Vielzahl unterschiedlicher Erreger ausgelöst werden und meist harmlos verlaufen, ist die echte Grippe eine durchaus ernstzunehmende Krankheit: Im Durchschnitt, schätzt das Robert Koch-Institut (RKI), sterben jährlich etwa 8000 Menschen in Deutschland an der Infektion. Wie stark die Grippewelle in diesem Winter wird, lässt sich noch nicht abschätzen - typischerweise beginnt die Influenzasaison erst im Januar.
Während ein grippaler Infekt allmählich beginnt, liegen Grippe-Patienten meist von einem Tag auf den anderen mit hohem Fieber im Bett. Wer den Verdacht hat, sich mit dem Influenzavirus angesteckt zu haben, sollte schnell zum Arzt gehen: Es gibt Medikamente, die den Krankheitsverlauf um etwa einen Tag verkürzen können. Allerdings nur, wenn sie in den ersten zwei Tagen der Infektion eingenommen werden. Ansonsten heißt es Ruhe halten und aussitzen. Noch besser ist allerdings, der Influenza vorzubeugen: Gegen die echte Grippe gibt es eine Impfung.
dba
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3. Während der Grippewelle Abstand zu anderen Personen halten, engen Kontakt vermeiden. Dazu zählt auch, anderen die Hand zu geben, sie zu küssen oder zu umarmen.
Quellen: Robert Koch-Institut, Gesundheitsinformation.de
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